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Verurteilungen im "Stureplan"-Fall

Publicerat tisdag 16 oktober 2007 kl 15.53
Nach der Urteilsverkündung im Oberlandesgericht

Der Prozess um die beiden so genannten „Stureplanprofile“ ist schon jetzt das umstrittenste Medienereignis des Jahres. Zwei junge Kneipenbesitzer sind angeklagt, gemeinsam eine 19Jährige auf übelste Weise vergewaltigt zu haben. Die beiden in der Stockholmer Schickeria bekannten Männer gaben an, die Frau habe in die sexuellen Handlungen eingewilligt. Das Amtsgericht schenkte der Version der beiden Männer mehr Vertrauen als der Klägerin. Doch heute (Dienstag) kam das Urteil der höheren Instanz, des Oberlandesgerichts Stockholm.

Punkt elf Uhr vormittags verlas der Vorsitzende Richter Göran Ewerlöf das mit Spannung erwartete Urteil: „Das Oberlandesgericht verurteilt die beiden Angeklagten wegen schwerer Vergewaltigung zu je vier Jahren Gefängnis. Zudem müssen sie der Klägerin umgerechnet 17.000 Euro Schadenersatz zahlen. Das Gericht hält die Aussagen der Klägerin absolut für glaubwürdig. Ihre Aussagen wurden durch die vorhandenen Beweise bestätigt.“

Vom Freispruch zur Verurteilung. Die juristische Kehrtwende war von vielen erwartet, von den Medien geradezu herbei geschrieben worden. Seit Wochen beherrscht kein anderes Thema so sehr die Klatschspalten wie die „Stureplanprofile“. Frauenrechtler hatten Schwedens Rechtssystem in Gefahr gesehen, wären die beiden Angeklagten, 21 und 25 Jahre alt, erneut freigesprochen worden. Andere wiederum sahen die jungen Kneipiers als Opfer einer männerfeindlichen Hetzkampagne. Dabei drehte sich der ganze Fall nur um die Bewertung der Ereignisse. Denn sowohl die Klägerin als auch die Angeklagten sagten mehr oder weniger dasselbe über den Handlungsverlauf aus. Danach war die 19Jährige eines Abends den beiden Männern in deren Wohnung in Stockholms Ausgehviertel Stureplan gefolgt. Dort kam es dann zum Geschlechtsverkehr. Nach Meinung der Angeklagten in beiderseitigem Einvernehmen.

Aussagen der Klägerin glaubwürdig

Die Klägerin aber sprach von Vergewaltigung. Noch einmal der Vorsitzende Richter Göran Ewerlöf: „Die Aussagen der Klägerin haben das Gericht überzeugt. Ihre Version war damit ausschlaggebend für die Bewertung des gesamten Falls. Sie hat ausgesagt, dass sie zunächst in sexuelle Handlungen mit den Angeklagten eingewilligt hatte. Dann aber gab sie deutlich zu verstehen, dass sie nicht weitermachen wollte. Trotzdem haben die Angeklagten die Frau unter Gewalt analem, vaginalem und oralem Verkehr ausgesetzt.“

Am Tag darauf hatte die Frau Anzeige erstattet. Seitdem ist sie in psychiatrischer Behandlung. Die beiden Männer hingegen frohlockten in SMS, wie toll es sei, dass sie nun eine „eigene Hure“ hätten – für das Gericht Beweis genug für den Tatbestand der Vergewaltigung. Die Angeklagten hingegen verteidigten die Ausdrucksweise als harmlosen Slang.

Der Fall wird Schweden weiter beschäftigen, denn die Verurteilten haben Revision angekündigt. Und auβergerichtlich wird die Debatte über den vermeintlichen Sittenverfall unter Schwedens Jugendlichen hitzig fortgesetzt.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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