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Deutsches U-Boot im Skagerrak verliert Öl

Publicerat fredag 19 oktober 2007 kl 11.29
Oben Idylle, unten Umweltkatastrophe

Im Skagerrak, im westlichen Teil der Ostsee, liegen nach bisherigen Erkenntnissen 249 Wracks. Die meisten davon stammen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Bislang glaubte man, von diesen Wracks ginge nur eine geringe Gefahr für die Umwelt aus. Doch nun hat Schwedens Küstenwache ein ehemaliges deutsches U-Boot entdeckt, aus dem Öl austritt. Allerdings fühlt sich niemand für das Wrack verantwortlich.

Es ist eine tickende Zeitbombe. Die Frage ist nicht, ob das Wrack eine ernste Gefahr für die Ostsee darstellt, sondern wann, sagt Filip Lundgren von der schwedischen Küstenwache: „Bislang wussten wir nur von einem Fahrzeug, das kontinuierlich leckt. Doch nun im Herbst hat die Küstenwache ein weiteres U-Boot entdeckt, aus dem ständig Öl austritt. Es variiert zwischen ein paar Dezilitern und 100 Litern täglich.“

Vor ein paar Wochen bemerkten Fischer im Skagerrak Ölflecken auf der Wasseroberfläche. Die herbeigerufene Küstenwache stellte fest, dass das Öl von einem deutschen U-Boot stammt. Es war in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs 25 Kilometer vor der schwedischen Westküste untergegangen. Nun liegt es in 65 Metern Tiefe und könnte eine Bedrohung auf das ohnehin angeschlagene Ökosystem Ostsee ausüben.

”Umweltkatastrophe steht bevor” 

Offenbar war das betreffende U-Boot lediglich mit 113 Tonnen Dieselöl von seinem letzten Hafen ausgelaufen. Das ist vergleichsweise wenig. Andere Fahrzeuge, die nun auf dem Grund der Ostsee liegen, hatten bis zu 8.000 Tonnen Öl an Bord. Doch bei ihnen sind – bislang zumindest – keine Lecks bekannt. Dies könnte sich allerdings ändern, fürchtet Filip Lundgren von der Küstenwache: „Da unten liegen sehr viele Wracks. Wenn die alle gleichzeitig ihr Öl verlieren würden, wäre das die schlimmste Umweltkatastrophe, die man sich vorstellen kann. Das Salzwasser hier an der Westküste trägt zur Korrosion des Wracks bei. Mit der Zeit wird also immer mehr Öl austreten.“

Die Zeit drängt also. Noch fühlt sich jedoch keine Behörde zuständig, das Öl aus den Wracks abpumpen zu lassen. Der Fall des ehemaligen deutschen U-Boots liegt nun erst einmal auf dem Tisch des schwedischen Umweltministeriums. Eine Entscheidung, wie man weiter verfahren will, steht noch aus.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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