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Erstes privates Kinderkrankenhaus geplant

Publicerat onsdag 24 oktober 2007 kl 12.18

In Stockholm eröffnet im kommenden Jahr das erste komplett privat betriebene Kinderkrankenhaus des Landes. Gegen extra Bezahlung können Eltern dann die langen Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitswesen für ihre Kinder umgehen. Doch manche warnen vor einer Zweiklassengesellschaft in der Medizin, sollte das Beispiel des privaten Kinderkrankenhauses Schule machen.

Eigentlich ist das schwedische Gesundheitswesen für Kinder kostenlos. Doch der familienfreundliche Service leidet vor allem in Groβstadtregionen wie Stockholm unter immer längeren Wartezeiten. Anna Öhman steht mit ihrem kranken Kind seit Monaten auf der Warteliste des renommierten öffentlichen Astrid-Lindgren-Kinderkrankenhauses in Stockholm: „Das Gesundheitssystem an sich ist gut. Was mich stört, sind die langen Wartezeiten. Deswegen wäre ich bereit, für eine private Alternative im Monat ein paar Hundert Kronen mehr zu zahlen.“

Wie viel eine private Krankenversicherung für Minderjährige genau kosten wird, steht noch nicht fest. Die Initiatoren von Schwedens erstem privaten Kinderkrankenhaus „Martina“ sind sich dennoch sicher, dass die Nachfrage nach privaten Trägern groβ ist. Kinderarzt Olle Söder ist einer der Gründer des Krankenhauses: „Das ist ein Produkt, das sich gewiss viele Leisten können. Aber auch für alle anderen bringt es Vorteile mit sich. Wenn mehr Patienten von privaten Trägern behandelt werden, verringern sich die Wartezeiten bei den öffentlichen Trägern. Alle profitieren also davon.“

Ende des öffentlichen Gesundheitssystems? 

Und selbst wer sich keine Zusatzversicherung leisten kann oder möchte, darf sein Kind dennoch zur Behandlung ins „Martina“ einliefern – vorausgesetzt, er zahlt eine Extra-Behandlungsgebühr. Kritiker befürchten jedoch, dass private Kinderkrankenhäuser zu einer Zweiklassenmedizin in Schweden führen werden. Dieser Trend lasse sich an den bereits bestehenden privaten Krankenversicherungen für Erwachsene ablesen, meint Eva-Lisa Krabbe von der Patientenvereinigung.

Irgendwann werde niemand mehr in die öffentlichen Kassen einzahlen, sorgt sich Krabbe: „Die Gefahr besteht, dass die Kluft zwischen Arm und Reich gröβer wird. Es werden nicht mehr alle das öffentliche Gesundheitssystem mitfinanzieren. Diejenigen, die keine private Behandlung bezahlen können, werden künftig schlechtere Kassenleistungen erhalten.“

Denn, erklärt Krabbe, ein System, in das nicht mehr alle gleichmäβig einzahlen, wird sich zwangsläufig verschlechtern müssen. Am Erfolg des privaten Kinderkrankenhauses zweifelt aber auch sie nicht – die Nachfrage im kinderreichen Stockholm ist schlichtweg groβ genug.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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