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Schweden nimmt mehr Irak-Flüchtlinge als Rest der EU

Publicerat måndag 5 november 2007 kl 13.47

Schweden nimmt mehr Flüchtlinge aus dem Irak auf, wie der Rest der Europäischen Union. Das belegen die Zahlen des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen UNHCR. Die meisten von ihnen werden eingeschmuggelt. Derweilen bestätigen interne Dokumente im Außenministerium, dass in Zukunft sogar mit steigenden Flüchtlingszahlen zu rechnen ist.

Für viele Flüchtlinge aus dem Irak ist Schweden das gelobte Land. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben knapp 14.000 Iraker den Weg hierher gefunden – mehr als in den Rest der gesamten EU. Dies bestätigt Hanne Mattissen vom UNHCR:„Über die Gründe können wir nur spekulieren. Aber es hat sich wohl in der Region um den Irak rumgesprochen, dass Schweden seinen internationalen Verpflichtungen nachkommt und sich dabei auch an die Empfehlungen des UNHCR hält.“

Zwar hat Schweden versucht, die Aufnahmebedingungen in den letzten Monaten zu verschärfen, doch werden rund drei Viertel der Flüchtlinge hierzulande anerkannt. Anfang des Jahres hatte die Quote sogar noch bei über 80 Prozent gelegen. Die anderen EU-Ländern nehmen wesentlich weniger Flüchtlinge auf und so kommt es, dass immer mehr Iraker nach Schweden wollen.

Viele flüchten auch dahin, wo bereits Bekannte und Verwandte Zuflucht gefunden haben. Zum Beispiel nach Södertälje 50 Kilometer südlich von Stockholm.

Menschenschmuggler verlangen 10.000 Euro

Viele von ihnen nehmen dabei die Hilfe von Menschenschmugglern in Anspruch. Die tun dies natürlich nicht ohne finanzielle Gegenleistung. Im Schnitt liegt der Preis bei gut 10.000 Euro - ein Milliionengeschäft also, für einige wenige, die an der Not vieler viel verdienen. Unter Menschen unwürdigen Bedingungen, eingepfercht in Lastautos und Containern kommen viele Flüchtlinge aus dem Irak in Schweden an.

Christer Zetterberg vom Roten Kreuz weiß um die Not bei diesen Transporten. Er hat für die Menschenschmuggler nur eine Bezeichnung: „Das sind Schurken, die gestellt und verurteilt werden müssen. Aber wir dürfen diese Schurken nicht mit ihren Opfern verwechseln. Die handeln aus einer enormen Not. Die Schurken müssen wir jagen, diejenigen die ihre Hilfe annehmen, müssen wir unterstützen.“

Viele nehmen die Hilfe von Schmugglern an, weil sie sonst ohne Papiere nur wenige Chancen hätten, nach Schweden zu kommen. Mittlerweile rechnet die Polizei mit rund 30 Menschenschmugglerringen in Schweden. Diese Organisationen zu bekämpfen kostet viel Arbeit und Geld und wird noch nicht richtig koordiniert, wie Leif Svensson von der Reichspolizei einräumt: „Die Koordination ist begrenzt und kann noch besser werden. Aber in der Regel ist es so, dass die örtlichen Polizeibehörden den einzelnen Fällen nachgehen. Die Kosten dieser Ermittlungen tragen sie auch selbst.“

Derweil meldet das Außenministerium, dass mit noch mehr Flüchtlingen aus dem Irak gerechnet werden muss. In einem internen Bericht des Auswärtigen Amtes steht, dass durch die Schließung der syrischen Grenzen für Flüchtlinge aus dem Irak der Anreiz, eine Zuflucht in Schweden zu suchen, noch größer wird als bisher.

Dieter Weiand

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