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Nach dem Schulmassaker: Was kommt auf Schweden zu?

Publicerat torsdag 8 november 2007 kl 13.27

Nach dem gestrigen Schulmassaker im finnischen Tuusula nahe Helsinki stellen sich auch viele Schweden die bange Frage, ob so etwas auch in hierzulande möglich ist. Ein 18-jähriger Abiturient bereitet die gewaltsame Tat – im Internet für alle zugänglich – sorgfältig vor, sogar den Namen seiner Schule nennt der Junge freimütig im Zusammenhang mit dem Wort „Massaker“. 200.000 Mal luden sich Internetuser den Clip herunter, bis das Video-Portal YouTube ihn schließlich von der Homepage nahm. Verhindert haben aber trotz der vielen Indizien weder die Zuschauer noch YouTube die gewaltsame Schießerei, die neun Menschen das Leben kostete. Doch wie soll man überhaupt einschreiten? Darauf haben besonders etliche Erwachsene, die sich zwar sorgen, aber nicht sonderlich gut mit dem Internet auskennen, keine Antwort.

Das Internet ist für unzählige Jugendliche inzwischen zur zweiten Heimat geworden. Der Name des Internetportals „Second Life“ etwa spricht Bände. Nicht selten gewinnen Erwachsene den Eindruck, dass die Portale, die Chat-Rooms und die virtuellen Treffpunkte für die Jugendlichen realer sind als das Leben selbst. Das Schulmassaker von Finnland zeigt nun - wie die früheren Massaker in den USA und in Erfurt auch – einen jungen, introvertierten Mann, der schleichend seiner Umwelt entglitten ist, und sich stattdessen eine eigene Welt im Internet aufgebaut hat.

Ruhm im Netz

200.000 Klicks bekam die Massaker-Ankündigung des finnischen Jugendlichen am Tag vor der Tat. Diese Form von Anerkennung suchen viele junge Menschen, sagt Johnny Lindqvist, bei der Anti-Mobbing-Organisation „Friends“ für Internetfragen zuständig. Auch Lindqvist meint, dass die Grenzen zwischen wahr und falsch verwischen.

„Viele haben den Film gesehen, aber ob die auch verstanden haben, wo der Film spielt? Hätte ich als Schwede darauf reagiert? Man darf nicht vergessen, dass unglaubliche Mengen an Bildern und Filmen im Internet zu sehen sind. Da ist es manchmal schwierig zu beurteilen, was wirklich ist und was ausgedacht. Hätte der finnische Jugendliche nun nicht später die Bluttat begangen, hätten immerhin 200.000 Zuschauer seinen Film gesehen.“

Ähnliche Gesellschaften, ähnliche Probleme

Nun jedoch ist der Junge tot. Nachdem er sieben Mitschüler sowie die Rektorin des Gymnasiums erschossen hatte, richtete er sich selbst und erlag wenig später seinen Verletzungen. Über die Motive ist noch nicht viel bekannt. Der Jugendliche habe sich zur nationalsozialistischen Rassenideologie hingezogen gefühlt, er sei ein Einzelgänger gewesen, den humanistische Ideen abstießen. All das im Pisa-Musterland Finnland, wo sich die Schulen noch Zeit für ihre Schüler nehmen können. Was kommt dann erst auf Schweden zu? Kriminologieprofessor Jerzy Sarnecki hebt bereits warnend den Zeigefinger, denn auch in Schweden gibt es wohl tausende junge introvertierte Männer mit denkwürdigen Spezialinteressen.

„Unsere Gesellschaften sind sich sehr ähnlich. Kann so etwas in Finnland passieren, ist die Wahrscheinlichkeit gleich höher, dass es hier auch so weit kommen kann. Man sollte es mit der Wahrscheinlichkeit nicht übertreiben, aber wir müssen besser dafür gewappnet sein. Am besten wäre es natürlich, wir würden so etwas frühzeitig erkennen können.“

Mehr Erwachsene in die virtuelle Welt

Dazu gehört auch, dass sich Erwachsene mehr mit der Welt des Internet befassen, findet Internetspezialist Johnny Lindqvist. Denn im Gegensatz zu vielen minderjährigen Nutzern sollten sie beurteilen können, wann es Zeit ist die Polizei einzuschalten.

„Es gibt zu wenig Erwachsene in der virtuellen Welt und auch ihre Einstellung zu den Internetgewohnheiten ihrer Kinder muss sich ändern. Wenn Kinder von schrecklichen Sachen erzählen, die sie im Internet gesehen haben, reagieren betroffene Eltern oft mit Verboten. Stattdessen sollten Erwachsene offen reagieren und sich die entsprechenden Filme oder Bilder zeigen lassen.“

Liv Heidbüchel

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