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Gefälschte Pässe als Massenware

Publicerat måndag 12 november 2007 kl 13.19
Falsch oder echt?

Schwedens Behörden stehen vor einer Herausforderung bisher ungeahnten Ausmaßes. Es geht um gefälschte Pässe und Pässe auf Abwegen. Der Schwedische Rundfunk berichtet von hunderttausenden schwedischen Pässen, die zwar noch gültig, aber nicht mehr im Besitz der rechtmäßigen Eigentümer sind. Häufig dienen sie dazu, sich ein Aufenthaltsrecht in Schweden zu erschummeln. Genau das gleiche geschieht in noch viel größerem Umfang mit irakischen Pässen.

Ob etwa in Indien, Dubai oder Kuwait - nahezu täglich tauchen auf der ganzen Welt schwedische Pässe auf, mit denen etwas nicht stimmt. Sie sind entweder gefälscht oder wurden ganz einfach gestohlen und dann verkauft. Staffan Tillinger ist bei der zentralen Polizeibehörde für Passfragen verantwortlich und meldet eine rasant steigende Anzahl solcher Fälle: “Eine genaue Summe können wir nicht nennen, aber es handelt sich um hunderttausende.“

Offiziell gehen die Behörden von 200.000 Exemplaren aus. Pässe, die noch nicht abgelaufen sind, die zwar in Schweden gesperrt wurden, aber in anderen Ländern noch einsetzbar sind. Aber auch Pässe, deren ursprünglicher Inhaber den Verlust gemeldet hat. Allein in diesem Jahr sind über 37.000 schwedische Pässe verschwunden. In Göteborg gibt es einen Mann, der innerhalb von sechs Monaten zwölf neue Pässe beantragt und erhalten hat.

Einreise erschwindelt

Die Behörden gehen davon aus, dass hauptsächlich Flüchtlinge von gefälschten Pässen Gebrauch machen, um nach Schweden und ins Schengen-Gebiet einzureisen. Die Behörden müssen sich jedoch nicht allein mit gefälschten schwedischen Pässen befassen. Vor allem auch falsche Pässe aus dem Irak sind häufig im Umlauf. Dies bestätigt Leif Ericsson von der schwedischen Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus: „Wir haben vor allem bei den so genannten Blankopässen leichte farbliche Veränderungen. Dann registrieren wir häufig, dass bei den Ziffern ein anderer Schrifttyp verwendet wird.“

Zwar haben die irakischen Behörden im Laufe der Jahre versucht, die Pässe fälschungssicherer zu gestalten. Das nützt jedoch nichts, wenn die Fälscher an Blankopässe, also die unausgefüllten Vordrucke der Behörden, herankommen. Das Geschäft mit gefälschten Pässen floriert und da bekannt ist, dass Schweden mit Flüchtlingen aus dem Irak ein besonderes Nachsehen hat, kaufen Flüchtlinge aus anderen Ländern gerne einen irakischen Pass.

Zweifel an irakischen Pässen

Die schwedischen Behörden erwägen deshalb, die irakischen Pässe nicht mehr anzuerkennen. Das bestätigt die Passexpertin bei der Reichskriminalpolizei, Kerstin Högback: „Wir haben Informationen, wonach man sich falsche Pässe auf dem Postweg bestellen kann und man selbst angibt, auf welchem Namen der Pass lauten soll. Auch in anderen Ländern ist der Status der irakischen Pässe sehr niedrig.  Deswegen möchten wir eigentlich nicht, dass in diese Pässe die schwedische Aufenthaltsgenehmigung eingefügt wird. Wir würden es lieber sehen, wenn die Einwanderungsbehörde diese Genehmigung in einen von der schwedischen Behörde ausgestellten Fremdenpass einfügen würde.“

Gerade aber auch die Aufenthaltsgenehmigungen sind auf dem schwarzen Markt heiß begehrt. Oft werden sie aus Pässen entfernt und dann wieder für teueres Geld weiter verkauft.

Dieter Weiand

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