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Korruption "auf Schwedisch": Still, diskret und keine Seltenheit

Publicerat fredag 16 november 2007 kl 14.40
So offensichtlich gehen Schweden nicht mit Schmiergeldern um

Schweden gehört zu den Ländern mit einer auffällig geringen Korruptionsrate. Im Vergleich zu anderen Staaten ist sowohl das Zahlen von Bestechungsgeldern als auch das Annehmen, und sei es von noch so kleinen Gaben eher unpopulär. Der Glaube daran, dass der Schwede grundsätzlich nicht korruptionsanfällig ist, hat besonders bei den Behörden zu einer gewissen Naivität angesichts der Wirklichkeit geführt - dass nämlich Korruption durchaus auch zum schwedischen Geschäftsleben gehört. Wie genau und mit welchen Beteiligten, zeigt ein neuer Bericht des Beirats für Kriminalitätsverhütung.

Seit nunmehr vier Jahren gibt es bei der schwedischen Staatsanwaltschaft eine spezielle Abteilung für Korruptionsfälle. Ihr steht Oberstaatsanwalt Christer van der Kwast vor. Zu seinen spektakulärsten Fällen gehören die Verwicklung schwedischer Firmen in das „Öl für Lebensmittel“-Programm der Vereinten Nationen und die Bestechungsvorwürfe beim Verleih der Jas Gripen Kampfflugzeuge an Tschechien und Ungern. Ein einziger Staatsanwalt bearbeitet die Jas-Gripen-Affäre, die exemplarisch ist für die jüngsten Erkenntnisse des Beirats für Kriminalitätsverhütung: Die Globalisierung geht auch in Fragen der Korruption nicht an Schweden vorbei. Oberstaatsanwalt Christer van der Kwast:

„Die Schattenseite der Globalisierung ist, dass wir inzwischen viele internationale Kontakte auf Märkten haben, auf denen Korruption weit verbreitet ist. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass das künftig eine Reihe Untersuchungen nach sich ziehen wird – gesetzt den Fall, man will sich mit diesem Problem auseinandersetzen und hat auch die entsprechenden Ressourcen.“

Genau danach sieht es allerdings derzeit nicht aus. Zwar haben sich etliche Behörden und Institutionen inzwischen zu einem Netzwerk gegen Korruption zusammengeschlossen und wollen ihr Personal besser auf diesem Gebiet ausbilden. Doch auf breiter Front ist noch längst nicht klar, was alles unter den Straftatbestand der Korruption fällt. Der erste Bericht des Beirats für Kriminalitätsverhütung nun räumt auf mit dem guten alten Vorurteil, dass Geschäftsabschlüsse in Schweden vergleichsweise korruptionsfrei abliefen.

Still und diskret

Am häufigsten fließen demnach Bestechungsgelder bei Behörden, auf Platz Zwei liegt der Kranken- und Pflegebereich, dicht gefolgt von der Bau- und Anlagenbranche. Lars Korsell, Forscher beim Beirat und Mitverfasser des Berichts, bezeichnet die schwedische Korruption als diskret und damit als schwer zu entdecken.

„Diese stille Form der Korruption unterscheidet sich deutlich von der klassischen, bei der man zum Beispiel versucht, einen Polizisten mit Bargeld zu bestechen. In so einem Fall ist klar, dass man mit dem Schein in der Hand etwas Konkretes erreichen möchte.  Bei der Korruption „auf Schwedisch“ geht es eher um das Aufbauen von Beziehungen und Belohnungen nach erfolgreichem Geschäftsabschluss.“

Auch die Schweden verstehen sich inzwischen auf das Einsetzen von so genannten Agenten oder Mittelsmännern. Sie garantieren, dass sich anschließend für Ermittler der Weg von Schmiergeldern zwischen Auftraggeber und Empfänger nicht mehr so leicht nachvollziehen lässt. Der Beirat für Kriminalitätsverhütung hat in seinem Bericht knapp 150 Korruptionsfälle aus den Jahren 2003 bis 2005 unter die Lupe genommen.

Sorgenfrei trotz Korruption

Bezeichnend ist die Rollenverteilung: 80 Prozent derjenigen, die Schmiergelder angenommen haben, arbeiteten im öffentlichen Sektor. 95 Prozent der Schmiergeldzahler dagegen kamen aus der freien Wirtschaft. Der durchschnittliche korrupte Schwede ist 53 Jahre alt, männlich und hat eine gehobene Position. Zurzeit braucht er keine größere Angst vor den Ermittlern zu haben: Lediglich jeder fünfte Verdacht auf Korruption führt zur Anklage.

Liv Heidbüchel

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