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Immer mehr junge Menschen obdachlos

Publicerat måndag 19 november 2007 kl 11.07

Der schwedische Wohlfahrtsstaat bietet schon längst nicht mehr das engmaschige soziale Netz wie einst in den sechziger und siebziger Jahren. Davon zeugt die wachsende Anzahl von Obdachlosen, vor allem in den Großstädten Stockholm, Göteborg und Malmö. Bisher haben die Politiker davor gerne die Augen verschlossen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Jetzt häufen sich jedoch Berichte, dass unter den Obdachlosen immer mehr junge Menschen und Einwanderer sind.

Krankenschwestern, Ärzte und Soziologen in den Großstädten schlagen Alarm: Unter den Obdachlosen befinden sich immer mehr Jugendliche. Das bestätigt der Soziologe im südschwedischen Malmö, Magnus Lindberg. Der generelle Trend sei, dass er immer mehr Jugendliche und Einwanderer bei seiner Arbeit antreffe, so Lindberg.

Seine Aussage wird von May Axelsson bestätigt, die in Göteborg als Krankenschwester arbeitet. Unter den Obdachlosen sind immer mehr Jugendliche, die in den 80ern geboren sind, konstatiert Axelsson, die in einer Pflegestation für Obdachlose in Göteborg arbeitet. Ralf Byström, Arzt in einer ähnlichen Einrichtung in Stockholm, fügt hinzu, dass auch immer häufiger Personen mit Migrantenhintergrund dabei sind.

In Stockholm hat sich die Zahl der Menschen unter 25 Jahren, die in einem Obdachlosenheim übernachten, verdoppelt. Ann-Marie Rosenthal ist selbst Obdachlose und bestätigt, dass auch ihr auffällt, dass die Leidensgenossen immer jünger werden. Ein eigenes Zuhause ist aber wichtig, so Ann-Marie Rosenthal: „Man braucht einen Platz, wo man sich erholen kann, wo man schläft und sich um seine Gesundheit, Hygiene und Seele kümmert. Wenn das fehlt, wird es schwer.“

Doch die Obdachlosenheime werden immer stärker beansprucht, so Soziologe Magnus Lindberg aus Malmö: „Vor zwei Jahren, als wir angefangen haben, gab es freie Plätze. Jetzt ist es fast immer voll.“

Dabei sind die Probleme der Obdachlosen auch komplizierter geworden.  Der Stockholmer Arzt Rolf Byström sagt, dass es nicht länger um physische Gebrechen geht, sondern immer häufiger um psychische Probleme: „Eigentlich arbeite ich ja nicht mit solchen Fragen. Ich versorge meistens nur ärztlich. Dabei haben meine Patienten meist psychische Probleme und sind drogenabhängig.“

Aus welchen Gründen immer mehr Jugendliche und Einwanderer unter den Obdachlosen sind, ist nicht geklärt. Wichtig ist für sie zunächst einmal, dass sie mit Beginn der kalten Jahreszeit einen warmen Platz zum Übernachten finden können.

Dieter Weiand

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