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Schweden leisten immer mehr Überstunden

Publicerat tisdag 20 november 2007 kl 16.17

Die gute wirtschaftliche Lage Schwedens macht sich bemerkbar. Die Arbeitslosenzahlen sind gesunken, die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt. Doch das hat auch Auswirkungen auf die Arbeitszeiten der Mitarbeiter. Nicht nur, dass die Schweden generell mehr als je zuvor arbeiten. Auch Überstunden werden in vielen Betrieben immer mehr zur Normalität.

Die schwedischen Arbeitnehmer haben in diesem Jahr bereits so viele Überstunden geleistet, dass dadurch 115.000 Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen könnten. Das Statistische Zentralamt hat darüber hinaus festgestellt, dass  in einem September in Schweden noch nie so viel gearbeitet worden ist wie in diesem Jahr. Und die Statistiker halten die Zahl der monatlichen Arbeitsstunden immerhin schon seit 1963 fest. Da kommt natürlich sofort wieder die Frage auf, warum nicht mehr neue Arbeitsplätze geschaffen werden? Gleichzeitig sind nämlich auch 195.000 Menschen hierzulande ohne jede Arbeit. Doch Mats Essemyr vom Gewerkschaftsverband TCO hat eine einfache Erklärung dafür, warum die Arbeitgeber lieber länger arbeiten lassen, statt neue Mitarbeiter einzustellen:

„Zum einen haben die Arbeitslosen oftmals keine ausreichende Qualifikation für diese Jobs. Und wenn es nur um einen zeitweisen Anstieg der Produktion geht, können die Arbeitgeber eben auch zum Mittel der Überstunden greifen. Und das tun sie dann eben auch lieber, als neue Leute einzustellen.“

Auch Carolin Schauman, die beim Finanzamt arbeitet, macht häufig Überstunden. Doch so richtig beschweren will sie sich darüber auch nicht:

„Naja, es kann schon viel werden. Zu gewissen Zeiten im Monat ist eben viel zu tun, und da muss man eben auch bereit dazu sein. Aber wenn mir das keinen Spaß machen würde, dann würde ich auch keine Überstunden machen. Es kann doch ein gutes Gefühl sein, mal einen Abend länger zu machen und dafür dann mit einer Sache fertig zu werden.“

Außerdem lockt auch das Geld. Überstunden werden gut bezahlt, das bedeutet mehr Geld im Portmonee. Doch Mats Essemyr sieht auch die negativen Effekte von zu vielen Überstunden.

„Würden mehr neue Arbeitskräfte eingestellt, würde daraus ein dauerhaft höheres Beschäftigungsniveau entstehen. Und eine allzu lange Arbeitszeit hat ja auch Auswirkungen auf die Gesundheit.“

Lieber mehr Freizeit als mehr Lohn

Eine Untersuchung des Meinungforschungsinstitues Sifo zeigt darüber hinaus, dass die Schweden gar nicht so erpicht darauf sind, mehr Geld für den Konsum übrig zu haben. 57 Prozent der Befragten erklärten, lieber mehr Freizeit haben zu wollen, als mehr Lohn zu bekommen. Und Christer Sanne, Dozent für gesellschaftliche Entwicklung an der Technischen Hochschule in Stockholm, hält den immer weiter steigenden Konsum sogar für schädlich.

„Ich halte die gegenwärtige Entwicklung für kurzsichtig und falsch. Es wird zu viel produziert, also müssen wir mehr konsumieren. Und das heißt wiederum, dass wir mehr arbeiten müssen. Das Problem ist nur, dass die Menschen für ihr Geld Dinge kaufen, die eigentlich gar nicht so wichtig sind. Gleichzeitig klagen alle darüber, dass sie so wenig Zeit haben, gestresst sind und sich nicht um seine Kinder oder seine Familie kümmern kann. Da würde ich es für das kleinere Übel halten, wenn die Menschen etwas weniger arbeiten und auch weniger verdienen würden und statt dessen mehr Freizeit hätten.“

Glaubt man Christer Sanne, so hat ein Mehr an Arbeit für den einzelnen Menschen sogar negative globale Effekte. Denn wer mehr Geld verdient, konsumiert auch mehr. Und der Konsum verbrauche Ressourcen und trage damit auch zur Umweltzerstörung und zum Klimawandel bei. Also müsste die Arbeitszeit nach seinen Vorstellungen eigentlich sinken, Überstunden abgebaut werden. Doch Anzeichen dafür sieht Christer Sanne noch nicht.

Thomas Fenske

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