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Korruptionsverdacht bei Ericsson

Publicerat onsdag 21 november 2007 kl 11.11
Ericsson CEO Carl-Henric Svanberg

Schwere Zeiten für den schwedischen Telekomriesen Ericsson. Erneut ist der Aktienkurs des ehemaligen Vorzeigeunternehmens dramatisch an den Börsen gefallen. Doch das ist nicht die einzige Sorge von Ericsson-Chef Carl-Henric-Svanberg. Jetzt ist aufgedeckt worden, dass Ericsson in den 90er Jahren offensichtlich Schmiergelder im Nahen Osten und in Nordafrika gezahlt haben soll.

Die Summen machen sich im internationalen Vergleich eher bescheiden aus. Es geht jedoch um den vermeintlich unbescholtenen Ruf des schwedischen Unternehmens. Da sind umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro persönlich ausbezahlt an den Post- und Telekommunikationsminister in Oman sowie 2,2 Millionen an einen algerischen Parlamentsabgeordneten plötzlich kein Pappenstiel.

Die Anzeichen, dass es sich hier um Bestechung handelt, sind im Fall Oman ziemlich deutlich, auch wenn sich Örjan Berner vom Anti-Korruptions-Verband Tranparency International noch vorsichtig ausdrückt: „Das ist schon merkwürdig. Das ist ja die Behörde, die eigentlich Auftraggeber ist und den Lieferanten bezahlt. Wenn das Unternehmen aber über einen Agenten den Minister bezahlt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Bestechung.“

Das Geld floss dabei von Ericsson auf ein Konto in der Schweiz  das angeblich dem Handelsagenten Peter Sullivan und dessen Unternehmen Middle East Services gehört. Offiziell als Provision für einen Auftrag der Telekommunikationsbehörde in Oman in einer Größenordnung von rund 33 Millionen Euro.

Laut einer Überprüfung der schweizerischen Bank UBS ist der tatsächliche Besitzer des Kontos, der zuständige Minister in Oman.

Ähnlich gelaufen ist auch der Fall mit Algerien. Dort soll ein reicher Geschäftsmann und Parlamentsabgeordneter rund 2,2 Millionen Euro als so genannte Provision erhalten haben.

Beide Fälle wurden im Zuge der in der Schweiz eingeleiteten Ermittlungen wegen Steuerbetrugs gegen Ericsson bekannt.

Aktie um über 10 Prozent gefallen

Das sind jedoch nicht die einzigen Sorgen von Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg. Nach seiner Rede vor Investoren und Analytikern in New York ist die Ericsson-Aktie in New York und Stockholm um über 10 Prozent gefallen. Bereits vor gut einem Monat hatte die Aktie nach einer Gewinnwarnung um knapp ein Drittel nachgegeben.

Die Rede in New York hat offenbar nicht das Vertrauen in das Unternehmen stärken können.  Es entsteht der Anschein, dass Ericsson nur wenig Kontrolle über sein operatives Geschäft hat, meint der Analyst Mark Su vom amerikanischen Investmentunternehmen RBC Capital Market:„Die Investoren suchen immer noch nach Anzeichen der Stabilisierung und wann die finanzielle Talfahrt endet.“

Verbesserungen angekündigt

Dabei hat Svanberg dem Publikum in New York eine  Reihe von Verbesserungen präsentiert, durch die der finanzielle Zustand des Unternehmens schneller transparent werden soll. Dies war einer der Hauptvorwürfe nach der Gewinnwarnung im Oktober gewesen. Solche unangenehmen Überraschungen will Svanberg in Zukunft vermeiden: „Wir müssen lernen, gewisse Dinge bereits im Ansatz zu erkennen. Gleichzeit hat die Branche viel Dynamik und es kann von einem Quartal zum anderen schnell auf und ab gehen.“

Zurzeit scheint die Bewegungsrichtung bei Ericsson jedoch mehr nach unten zu tendieren, meinen die Analysten. Spekulationen in den Medien, dass die Tage vom einstigen Heilsbringer Svanberg bei Ericsson gezählt sind, wurde in New York jedoch nicht mehr Nahrung gegeben. Eine Veränderung an der Konzernspitze sei nicht nötig, so die Investoren in den USA. Und Svanberg bestätigte, dass er weiter das Vertrauen des Aufsichtsrats habe.

Die Talfahrt der Ericsson Aktie hat sich auch am heutigen Tag fortgesetzt. Bis zur Mittagszeit gab es ein Minus um sechs Prozent. Damit hat die Aktie seit der Gewinnwarnung im Oktober rund 40 Prozent ihres Wertes eingebüsst.

Dieter Weiand

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