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Zweifel an der Windkraft in Nordschweden

Publicerat tisdag 27 november 2007 kl 13.00

Schweden ist, was den Ausbau und Nutzung der Windenergie angeht, Entwicklungsland in Europa. Nicht mal ein Prozent der erzeugten Energie stammt aus der Windkraft. Doch die Klimadebatte hat den Ausbau der Windenergie vorangetrieben, immer mehr Anlagen und Windparks entstehen. Einer davon soll auf den Bergkuppen nahe der nordschwedischen Küstenstadt Piteå gebaut werden. Mit bis 1.200 Windrädern soll dieser Windpark gar der größte in Europa werden. (Zum Vergleich, der bisher größte Windpark Lillgrund in der Ostsee vor Malmö besteht aus 48 Rädern). Nicht von ungefähr sind deutsche Unternehmen in das Projekt eingebunden, so wird der norddeutsche Hersteller Enercon die Windräder liefern. Und wie in Deutschland auch, stößt das Projekt Windkraft bei den Anwohnern nicht nur auf Begeisterung.

In der Sporthalle der Schule in Koler turnen gerade keine Kinder, draussen rattert ein Güterzug vorbei, drinnen sind etwa 70 Menschen versammelt. Sie lauschen den Vorträgen über das Projekt Markbygden. Markbygden heißt die Gegend im Hinterland von Piteå, mit einer Handvoll Dörfern und 444 Einwohnern.

Auf den Bergkuppen sollen bis zu 1.200 Windräder Strom liefern, wie Wolfgang Kropp vom Unternehmen Svevind erklärt:„Wir haben eine Fläche von tausend Quadratmetern und ein Potential von 4.000 Megawatt, die wir installieren könnten. Und jetzt muss man einfach sehen, was im Laufe des Genehmigungsverfahrens an Ergebnissen kommt, an Problemen oder Konfliktpunkten, und was zum Schluss übrig bleiben wird. Ziel ist es aber schon, die Fläche maximal auszunutzen.”

4.000 Megawatt: das entspricht in etwa der Leistung, die die Wasserkraft des Flusses Luleälv produziert. Warum die Kuppen in Markbygden zunächst geeignet sind für die Windräder, wird gerade erklärt. Weil nämlich gute Sturmgeschwindigkeiten erreicht werden. Windstärke zehn gar auf hundert Metern Höhe.

Die bisher so selten genutzte Kraft der Wetterverhältnisse ist ein wichtiger Grund für die Etablierung des Windparks in Markbygden. Doch nicht der entscheidende, wie Wolfgang Kropp von Svevind erklärt: „Es gibt auch gute Windverhältnisse in Südschweden. Aber in Südschweden ist das Land extrem zersiedelt, so dass ich weniger Fläche habe um Projekte in größeren Dimensionen zu errichten. Wir haben Nordschweden analysiert und festgestellt, dass es einmal Fläche gibt, dann die Netze und eine relativ dünn besiedelte Landschaft, wo das Konfliktpotential relativ gering ist.”

Manchen Einwohnern steht jedoch die Skepsis ins Gesicht geschrieben.

Wie die Windräder die Jagd beeinflussen. Ob die sogenannten Infra-Töne, für den Menschen nicht hörbar, die Elche beeinflussen. Was mit dem Discoeffekt ist, der durch das Rotieren der Rotorblätter entstehen kann. Ob die Etablierung tatsächlich nachhaltig ist für die Region?

Viele Fragen
Die Liste der Fragen ist lang an diesem Anhörungstag. Die von Investor Svevind beauftragte Beratungsfirma steht Rede und Antwort, zeigt eine Grafik nach der anderen. Am Ende gibt es Befürworter und Gegner. Jene, die auf den Aufschwung durch die Windkraft hoffen, wie Vailet Lindqvist, die schon überlegt, selbst ein Windrad aufzustellen.

„Für mich ist das hier das Größte, das seit langen passiert ist. Gerade sieht es ziemlich düster aus. Immer mehr ziehen weg. Um die Infrastruktur aufrecht zu erhalten, ist es ja wichtig, dass etwas passiert. Und das hier ist doch positiv. Aber es auch wichtig, wie das Projekt umgesetzt wird.”

Und die Zweifler und Gegner sehen den Wert ihrer Freizeithäuser schwinden. Wie Eva-Marie Stenberg: „Ich habe ein Sommerhaus hier in der Nähe. Für uns bedeutet das, das wir in drei Richtungen ums Haus Windräder bekommen. Wir wohnen in der Stadt, wir führen ein stressiges Leben. Jedes Wochenende, jeden freien Tag kommen wir hierher, um uns zu erholen. Damit unsere müden Hirne ausruhen können, wir die Stille geniessen können. Das absolut wichtig, wir überleben nicht ohne dies alles.”

Über eintausend Windräder auf den bewaldeten Kuppen in Markbygden: das ist enorm. Das Projekt ist zunächst noch in der Prüfphase. Der Jägerverband hat aber schon mal seinen Einwände vorgetragen. In einem Pilotprojekt mit 500 Windrädern soll zunächst getestet werden, was machbar ist. Das Projekt wurde nach den Einsprüchen zweier Einwohner zunächst genehmigt, muss nun aber erneut überprüft werden. Das Konfliktpotential in Nordschweden scheint doch nicht so gering zu sein.

Katja Güth

27.11.2007

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