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Prozess-Auftakt Kungsholmen-Mord

Jugendgewalt wird härter bestraft

Publicerat fredag 30 november 2007 kl 13.20
Mord auf offener Straße

In jüngster Vergangenheit ist Schweden von mehreren schweren Gewalttaten erschüttert worden. Heute hat in Stockholm der Prozess gegen die Jugendlichen begonnen, die im Oktober den 16-jährigen Ricardo Campogiani zu Tode misshandelt hatten. Der Staatsanwalt sah es als erwiesen an, dass die Jugendlichen den Gleichaltrigen umbringen wollten. Fünf der vier Angeklagten müssen sich nun wegen Mord vor Gericht verantworten. Wie jüngste Statistiken zeigen, sind die Strafen für jugendliche Verbrecher in den vergangenen Jahren härter geworden.

Der Mord an Ricardo hatte im Oktober viele Schweden aufgeschreckt. Im Gedenken an den Ermordeten und zur Warnung vor neuerlichen Gewalttaten fanden im ganzen Land Manifestationen statt.

Totgetreten, totgefahren, erstochen: Geht man nach den Schlagzeilen, ist Schweden so gewalttätig wie nie zuvor. Doch ob es in Schweden heutzutage tatsächlich mehr Gewalttaten gibt als früher, darüber streiten die Kriminologen. Statistisch sicher ist es nämlich nicht, dass die Gewalt zunimmt. Allerdings hat sich die Einstellung der Menschen zur Gewalt grundlegend geändert. Was früher eine Schlägerei auf dem Schulhof war, ist den meisten heute eine Anzeige wert. Zu diesem Schluss kommt Sven Granath, der am kriminologischen Institut der Universität Stockholm eine Doktorarbeit zum Thema geschrieben hat.

„Die körperliche Arbeit ist heute in den Hintergrund getreten. Damit haben wir Schmerzen und Entbehrungen weitestgehend ausgemustert. Die Folge ist eine gesunkene Akzeptanz von Gewalt gegen Menschen, das meinen jedenfalls verschiedene Philosophen und Historiker.“

Gleichzeitig betonen Ärzte und Sozialarbeiter, dass die Hemmschwelle für brutale Gewalt zumal bei Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist. Die Misshandlungen würden gröber und rücksichtsloser.

Weniger Toleranz, härtere Strafen

Sven Granath hat sich in seiner Studie der Jugendgewalt sämtliche Fälle zwischen 1980 und 2005 angesehen, in die jugendliche Täter zwischen 15 und 17 Jahren verwickelt waren. In gleichem Maß wie die Toleranz gegenüber Gewalt in der Gesellschaft abgenommen hat, ist die Härte der Strafen gestiegen, meint Forscher Granath. So werden jugendliche Gewalttäter heute viel häufiger zu Gefängnisstrafen verurteilt als zum Sozialdienst.

„Früher hat man stärker die Perspektive des Täters eingenommen und versucht zu sehen, was aus seiner Sicht gut sein könnte. Oftmals wurde ein junger Täter zumindest bei weniger schweren Vergehen dann nicht verurteilt, weil man die Person nicht zum Verbrecher stempeln wollte. Heute guckt man eher auf den Wert einer Strafe aus Sicht des Opfers. Der Gedanke, dass man einen Täter zu ändern versuchen sollte, ist verschwunden.“

Ausmaß von Jugendgewalt konstant

Doch nicht nur bei den Gerichten hat sich die Einstellung zu Täter und Opfer geändert. Auch die Politik, allen voran die Liberalen, fordert nicht zuletzt bei Krawallmachern in der Schule härtere Maßnahmen. Es könne nicht länger sein, dass einige wenige den Alltag von vielen diktierten. Ob frühes Durchgreifen jedoch hilft, die Jugendlichen von Gewalttaten abzuhalten, kann wohl niemand mit Sicherheit sagen. Was die Fälle von roher Gewalt von Jugendlichen angeht, sind die Zahlen in den vergangenen 25 Jahren immerhin konstant geblieben: Drei bis vier Menschen sterben jährlich durch die Hand von Jugendlichen.

Liv Heidbüchel

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