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Qualität statt Ideologie im Augenmerk?

Publicerat måndag 3 december 2007 kl 13.45

Die medizinische Versorgung ist ein heiß umkämpftes Thema in der schwedischen  Politik. Während die sozialdemokratische Regierung versucht hatte, Privatisierungstendenzen entgegenzuwirken, will die bürgerliche Koalitionsregierung mehr private Initiative. Im Streit ging es bisher mehr um ideologische Aspekte als um das Wohl von Patienten und Angestellten. Das soll sich jetzt ändern, meint die Frau von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt. Das sagt sie jedoch nicht, weil ihr Mann Regierungschef ist, sondern weil sie als Provinzallandtagsrätin selbst verantwortlich für die medizinische Versorgung im Raum Stockholm ist.

Lange Wartezeiten für wichtige Operationen und nervenaufreibendes Warten am Telefon, bis man mit einem Arzt sprechen kann. Wer in Schweden ärztliche Hilfe braucht, muss sich allzu häufig einer Geduldsprobe unterziehen. Wie das schwedische Gesundheitssystem verbessert werden kann, war bisher vor allem ideologisch umstritten. Während die einen behaupteten, dass mit ärztlicher Pflege kein Geschäft gemacht werden darf, antworteten die anderen, dass private Institutionen effektiver arbeiten.

Das sei jedoch genau der falsche Ansatz, meint jetzt Filippa Reinfeldt und geht dabei auch mit der eigenen Partei, den Konservativen, ins Gericht. Die Politik habe das Augenmerk zu sehr auf die Eigentümerfrage gelegt und die Qualitätsfrage dabei vernachlässigt, so Filippa Reinfeldt: „Wir haben zu sehr darauf geschaut, wer die ärztlichen Leistungen erbringen soll. Wir müssen vielmehr die Bedürfnisse der Patienten berücksichtigen, was sie von Qualität und Service halten. Aber es muss auch mehr um die Belange des Personals gehen und wie wir hier Nachwuchs finden.“

Arbeitsgruppe

Filippa Reinfeldt wurde deshalb von den Konservativen beauftragt, mit einer Arbeitsgruppe Grundlagen für eine neue Pflegepolitik zu entwerfen. Dabei soll der Qualitätsbegriff im Zentrum stehen. So wurde erst kürzlich festgestellt, dass Frauen bei der medizinischen Verpflegung häufig benachteiligt sind.

Weitere Punkte für die Arbeitgruppe sind, wie der Pflegesektor ein attraktiverer Arbeitgeber werden kann, wie die Anforderungen in der Zukunft aussehen werden und welche Veränderungen in der schwedischen Gesellschaft relevant werden können.  Denn der Trend geht immer mehr weg von Lebensgemeinschaften, in denen man sich gegenseitig versorgt, hin zum Single, der mehr staatlicher Fürsorge bedarf.

Der Weg bis zur Umsetzung in die Realität ist trotzdem noch weit, denn Filippa Reinfeldts Vorschlag muss erst einmal von den Konservativen abgesegnet werden und schließlich haben dann auch noch die bürgerlichen Koalitionspartner ein Wörtchen mitzureden. Bis dahin müssen sich die Patienten in Schweden also noch gedulden.

Dieter Weiand

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