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Fredrik und Filippa

Die Reinfeldts - Inszenierung des perfekten Politkerpaares

Publicerat tisdag 4 december 2007 kl 14.13
Öffentlicher Auftritt: Filippa und Fredrik Reinfeldt (Foto: Fredrik Sandberg / Scanpix Schweden)

Als Schweden nach langen Jahren ununterbrochener sozialdemokratischer Regierungsmacht im vergangenen Herbst eine bürgerliche Regierung bekam, war das nicht nur ein allgemeiner politischer Paukenschlag. Der neue Mann an der Spitze, Fredrik Reinfeldt, sorgte auch anderweitig für Überraschungen. Zum einen präsentiert sich der Konservative mit seiner so genannten moderaten Partei als „neuer Moderater”, sprich als „Freund der kleinen Leute”. Zum anderen gewährt er auf bisher in Schweden ungewohnte Weise ebenso groβzügig wie zielstrebig Einblicke ins Privatleben. Wertvolle Stütze bei dieser persönlichen Imagepflege ist Ehefrau Filippa.

Die Rolle der Ministerpräsidenten-Gattin war im Musterland der Gleichberechtigung lange festgeschrieben: Sie ging natürlich einem Beruf nach und hatte daher weder Zeit noch Neigung, etwa nach dem Muster amerikanischer Präsidentenfrauen stets als repräsentatives Hausmütterchen an der Seite ihres Mannes zu sein. Allerdings hat ja inzwischen nicht zuletzt Hillary Clinton gezeigt, dass zum Beispiel öffentliches Plätzchenbacken nicht zwingend für einen auf Heim und Familie begrenzten Horizont stehen muss.

Was Hillary Clintons berühmte Back-Arie einst demonstrieren sollte, könnte auch als Motto für Frau Reinfeldt gelten: „Sicher, ich habe selbst eine erfolgreiche Karriere, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. In erster Linie unterstütze ich meinen Mann in seinen hehren Zielen und widme mich wie alle anderen gewöhnlichen Menschen der Familie.” Was im Falle Reinfeldt heisst: Filippa, Fredrik und die drei gemeinsamen Kinder.

Stockholmer Mädel

”Ich bin ein Mädel aus Stockholm. Seit jeher. Ein ziemlich gewöhnliches Mädel, würde ich sagen.” So präsentierte sich Filippa Reinfeldt, eine der erfolgreichsten konservativen schwedischen Kommunalpolitikerinnen und seit vergangenem Herbst Stockholmer Stadträtin, im Sommer im beliebten Rundfunk-Programm „Sommar”. Nur die Heissesten und Hippsten dürfen in diesem Programm mitwirken. Und Filippa mag nicht wirklich ein ganz gewöhnliches Stockholer Mädel sein - heiss und hipp ist sie allemal, nicht zuletzt nach zahlreichen Reportagen in Fernsehen, Rundfunk und Presse, bei denen die elegante dunkelhaarige Frau mit den tiefblauen Augen von der Liebe zu Mann und Kindern, von der Freude am Einrichten und von Orgien am Kochtopf plauderte.

Ihr Ministerpräsidenten-Gatte erklärte unterdessen in einem anderen Interview: „Das Interesse für Filippa ist tatsächlich enorm und grenzt manchmal schon fast an Hysterie. Die meisten Termine für einschlägige Reportagen sagt sie ab. Schliesslich ist sie ja eine recht einflussreiche Politikerin, sie ist verantwortlich für die Entwicklung des Gesundheitswesens in Stockholm, und Fragen dazu würde sie natürlich mindestens genauso gern beantworten.”

Medienstrategie

Muss die arme Filippa also dauernd nur demonstrativ Kochlöffel schwenken, obwohl sie doch eigentlich viel lieber von Stethoskopen und Spritzen spräche? Das glaubt die PR-Strategin Lena Josefsson keine Sekunde: ”Die Strategie der beiden ist im Gegenteil äuβerst zielgerichtet. Wenn sich zwei solche Top-Politiker entschlieβen, in den Medien eine Menge Privates gucken zu lassen, passiert das ganz bewusst. Die Ehefrau auf diese Art einzuspannen, ist für Schweden völlig neu und funktioniert bestens, wie man sieht.”

Während Filippa also von Haus und Familie plaudert, lässt sich Gatte Fredrik beim Besuch in der Würstchenbude oder auf dem Fuβballplatz mit einem der der Sprösslinge ablichten. Eine ganz gewöhnliche Familie eben. Ob es gelingt, dieses Image auszubauen und zu pflegen, auch davon dürfte wohl das weitere Schicksal der Konservativen in Schweden nicht unerheblich abhängen.

Anne Rentzsch

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