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Nichts als Brüste? Netzwerk kämpft für "Oben ohne" im Schwimmbad

Publicerat måndag 10 december 2007 kl 10.51

Seinen Ruf als offenes, wenn nicht gar freizügiges Land wird Schweden einfach nicht los. Und auch die jüngste Kampagne der Organisation „Bara Bröst“ passt ins gängige Bild der Schwedinnen. „Bara Bröst“ nämlich bedeutet „Oben ohne“ und bei ihrer Kampagne setzen sich die Frauen des Netzwerkes dafür ein, dass auch Frauen in Schwimmbädern oben ohne baden dürfen. Sie halten es für Diskriminierung, dass lediglich bei Männern die Badehose reicht. Wer diese Kampagne für sexuelle Anmache hält, hat sich allerdings getäuscht.

Überschäumende Stimmung im Schwimmbad schon jetzt und nun auch noch das: Zwei Frauen klettern oben ohne ins Becken. Im Schwimmbad zu Uppsala ist man entsetzt, die Frauen werden rausgeworfen. Diskriminierung, finden die Frauen, und damit eine Frage für den Ombudsmann für Gleichberechtigungsfragen. Doch Ombudsmann Ann-Marie Bergström hält die Reaktion des Schwimmbadpersonals für richtig, denn – so die Begründung: Die Sicht auf Frauen- und Männerkörper unterscheidet sich nun einmal grundlegend.

„Frauenkörper sind sexualisiert und deshalb bezweifeln wir, ob man Frauen und Männer in dieser Situation überhaupt vergleichen kann. Wir haben aber auch nach Ausnahmen im Antidiskriminierungsgesetz gesucht und einen Paragraphen gefunden, der Diskriminierung zulässt. Dort geht es um Rücksicht auf Anständigkeit, also um Rücksicht auf die herrschende Sicht innerhalb unserer Kultur.“

Die Frauen vom Netzwerk „Bara Bröst“ sehen zwar ein, dass der Gleichberechtigungsombudsmann juristisch gesehen Recht hat. Trotzdem bleiben sie dabei: Die sexuelle Sicht auf Frauenkörper ist eine altmodische. Daher auch der doppeldeutige Name des Netzwerks: „Bara Bröst“ bedeutet auch „nur Brüste“, im Sinne von: Es ist nur eine Brust! Frida Hellroth von „Bara Bröst“ hofft, dass künftig weniger Schwimmbäder den Aufstand proben, wenn Frauen oben ohne baden wollen.

„Uns ist schon klar, dass einige Menschen daran Anstoß nehmen. Aber uns geht es um unser Recht, oben ohne baden zu können. Wir finden das viel schöner und Männer dürfen das ja auch. Auch wenn das manche aufregt: Unser Kampf um unser Recht geht vor.“

Forderung nach Toleranz

Hellroths Mitstreiterin Sanna Ferm findet es absurd, dass für Frauen und Männer nicht dieselben Regeln gelten sollen – wenn doch gleichzeitig noch ganz anderes in der Öffentlichkeit erlaubt ist.

„An einem stark behaarten Männerrücken könnte man im Schwimmbad genauso Anstoß nehmen. Aber der betreffende Mann darf trotzdem bleiben und schwimmen und deshalb finden wir, dass wir dasselbe Recht haben.“

Bleibt die Frage, was im Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht wäre, sollten sich die Oben-ohne-Schwimmerinnen auf breiter Front durchsetzen. Der Gleichstellungsombudsmann jedenfalls hat sich mit seiner Entscheidung für andere Fragen entschieden und damit auch signalisiert, dass das bisschen Badeanzug für die meisten Frauen wohl tragbar ist und tragbar bleiben sollte. Oben-ohne-Kämpferin Sanna Ferm hält dagegen.

„Wenn sich jemand diskriminiert fühlt, sollte man das nie als lächerlich abtun. Die Aufmerksamkeit jetzt zeigt doch, dass man diese Frage absolut ernst nehmen sollte. Wir wollen, dass der Frauenkörper entsexualisiert wird, und unsere Kampagne ist ein konkreter Vorschlag.“

Warten auf Politiker

Einen Teilsieg hat das Netzwerk „Bara Bröst“ durch das öffentliche Interesse also errungen. Und auch, dass längst nicht alle Schwimmbäder so strikt gegen oben ohne sind, verbuchen die Frauen als Erfolg. Frida Hellroth:

„Viele Schwimmbäder haben signalisiert, dass sie auf eine politische Entscheidung warten.“

Die Politiker halten sich bezüglich des Oben-ohne-Bads der weiblichen Badegäste jedoch bedeckt. Noch jedenfalls.

Liv Heidbüchel

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