Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Fußgänger leben gefährlich

Publicerat måndag 10 december 2007 kl 12.36

Das Vorurteil sieht den schwedischen Autofahrer eher als bedächtig, rücksichtsvoll und gesetzestreu. Ein schrecklicher Vorfall am Wochenende belegt jedoch das Gegenteil. Obwohl Schwedens Autofahrer seit dem Jahr 2000 dazu verpflichtet sind, Fußgängern den Vortritt zu lassen hat die Zahl der überfahrenen Fußgänger zugenommen. Jetzt will man das Problem mit straßenbaulichen Maßnahmen angehen.

Eine 72jährige Frau und ihr dreijähriges Enkelkind wurden am Wochenende in Gustavsberg vor den Toren Stockholms auf einem Zebrastreifen überfahren. Der genaue Unfallhergang ist noch unklar. Das Ereignis hat jedoch eine Debatte über die Sicherheit von Fußgängern entfacht. Denn Schweden hat sich erst im Jahr 2000 ein entsprechendes Gesetz geleistet, das Autofahrern zwingend vorschreibt, Fußgänger an Zebrastreifen über die Strasse zu lassen. Zuvor hatten Journalisten wiederholt bewiesen, dass es an den Überwegen wie im Wilden Westen zuging. So wurde mit versteckter Kamera dokumentiert, wie eine Kinderwagenattrappe beinahe über den Haufen gefahren wurde.

Auch das Neue Gesetz brachte nicht die erwartete Sicherheit – im Gegenteil. Laut einem Bericht des Forschungsinstitutes für Straßenverkehrsfragen (VTI) haben Unfälle an Fußgängerüberwegen sogar um bis zu 15 Prozent zugenommen.

Der Direktor der Straßenverkehrsbehörde Claes Tingvall nimmt die Autofahrer in Schutz und meint, die Zebrastreifen befänden sich an den falschen Stellen und würden die Fußgänger fälschlich in Sicherheit wiegen. Wenn es einen Übergang gibt, so müsse er baulich verändert werden, so Tingvall: „Man kann die Stelle dort für den Verkehr enger machen, eine Schwelle anbringen oder Überwachungskameras aufstellen. Viele Gemeinden praktizieren das in Innenstädten erfolgreich.“

Auch müsse die Höchstgeschwindigkeit angepasst werden. Bei allen Überwegen sei Tempo 30 das einzig Richtige, so Tingvall.

Ungefähr 50 Fußgänger sterben pro Jahr im schwedischen Straßenverkehr, die Hälfte von ihnen an Überwegen. Sie haben sich darauf verlassen, dass die Autos tatsächlich anhalten. Dazu hätten die falsch gebauten Überwege geführt, erklärt Tingvall: „Das funktioniert nur, wenn sie richtig gebaut sind. Dem Fußgänger muss die Möglichkeit gegeben werden, mit dem Autofahrer zu verhandeln. Beide müssen sich im Klaren darüber sein, dass der Autofahrer wirklich anhält. Sonst wird es gefährlich.“

Ganz offiziell hat die Straßenverkehrsbehörde eine so genannte „Null-Vision“, das heißt es soll in absehbarer Zeit kein Mensch auf Schwedens Strassen ums Leben kommen. Doch mittlerweile ist dieses Ziel in weite Ferne gerückt. Im Verlauf dieses Jahres hat sich die Zahl der Straßenverkehrstoten erhöht – obwohl soviel Überwachungskameras aufgestellt wurden, wie nie zuvor.

Dieter Weiand

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".