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Spielmonopol im Schussfeld

Publicerat måndag 10 december 2007 kl 17.09
Im Blickpunkt der Kritik

Zu hoch gespielt hat möglicherweise „Svenska Spel“, die staatliche schwedische Lotteriegesellschaft. Der Chef der Gesellschaft, Jesper Kärrbrink, sieht sich jetzt massiver Kritik ausgesetzt. Er soll Millionen von Euro verschwendet haben, indem er ohne staatliche Genehmigung in neue Spielideen investierte. Und mit der sozialen Verantwortung von „Svenska Spel“ ist es nach Meinung von Kritikern auch nicht mehr weit her.

Die Leitung von „Svenska Spel“ ist keine Spielerei. Im Gegenteil: Gerade weil es sich um eine staatliche Gesellschaft mit Monopolstellung handelt, werden an das Unternehmen hohe Anforderungen gestellt – ähnlich wie an das staatliche Alkohol-Verkaufsmonopol „Systembolaget“. Es soll seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden – sprich zum Beispiel, ebenso wenig aktiv zum Spiel ermuntern wie Systembolaget zum Alkoholgenuss – , und für sämtliche neue Dienstleistungen und Produkte braucht es die Erlaubnis vom Eigner, also von der Regierung. Und die, in Gestalt von Staatssekretär Per Jansson, zeigt sich nicht gerade begeistert:

“Ich kann bestätigen, dass wir in diesem Jahr sämtliche Projekte, um die Svenska Spel angesucht hat, abgelehnt haben“, so der Staatssekretär im Schwedischen Rundfunk. Möglicherweise hatte Svenska-Spel-Chef Jesper Kärrbrink diesen gelinde gesagt gedämpften staatlichen Enthusiasmus schon vorausgesehen: Wie sich jetzt herausstellte, hat er insgesamt fünf Groβprojekte nämlich kurzerhand gestartet, ohne die Erlaubnis von Vater Staat einzuholen. So erwarb er ein Unternehmen in Litauen und richtete Internet-Terminals in Cafés ein. Erst mit Zeitverzögerung fragte er dann die Regierung um Erlaubnis – als diese nicht erteilt wurde, war die Tinte auf den Verträgen längst getrocknet.

Wie hoch die Fehlinvestitionen insgesamt waren, bleibt bislang im Dunkel. Im September sagte Kärrbrink dem Schwedischen Fernsehen: “Das hat uns knapp 100 Millionen Kronen gekostet“, sprich an die neuneinhalb Millionen Euro. Bei erneuter Nachfrage ist der Betrag nun auf wunderbare Weise geschrumpft: Von ”45 Millionen Kronen”, also etwa vier Millionen Euro, spricht Kärrbrink jetzt. Während Staatssekretär Per Jansson noch den möglicherweise frommen Wunsch äuβert, bald über die wirkliche Summe aufgeklärt zu werden, formiert sich innerhalb des Spielunternehmens der Widerstand gegen den Chef.

„Die kommerziellen Vorzeichen haben Überhand genommen, es gibt kaum mehr politische und soziale Rücksichtnahme“, meint etwa Gunnar Werner, früheres Mitglied der Unternehmensleitung. Allzu unverfroren werde auf maximalen Gewinn gesetzt, Gefahren wie Spielsucht blende man in dieser Gewinnsucht aus. So offen wie Gunnar Werner möchten noch im Unternehmen Beschäftigte sich nicht äuβern; doch hinter vorgehaltener Hand hätten mehrere Führungskräfte jetzt ihre massive Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht, so der Schwedische Rundfunk. Aber möglicherweise ist das politisch korrekte Spiel ja ein ebenso frommer Wunsch wie das politisch korrekte Trinken? Eines zumindest scheint klar: „Svenska-Spel“-Chef Kärrbrink geht schwierigen Zeiten entgegen. Nicht zuletzt prüft ja die Europäische Union nach wie vor, inwieweit das schwedische Spielmonopol gegen Gemeinschaftsrecht verstösst.

Anne Rentzsch 

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