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Korpilombolo feiert die Dunkelheit

Publicerat tisdag 11 december 2007 kl 14.29

Das kleine nordschwedische Dorf Korpilombolo am Polarkreis ist nicht mal im Rest des Landes sonderlich bekannt. Obwohl es einen so lustigen Namen hat. Doch das ändert sich gerade. Zum dritten Mal findet in Korpilombolo das zweiwöchige Nachtfestival statt, und dieses Fest sorgt nun so langsam dafür, dass das Dorf mit dem lustigen Namen auch im Rest Schwedens bekannt werden.

Es ist zwei Uhr nachmittags und dunkel in Korpilombolo. Das ist nicht sonderlich verwunderlich, denn die Zeit der Polarnacht nähert sich. Zwischen zwei Uhr nachmittags und neun Uhr morgens ist es stockdunkel. Doch weil gerade der Strom ausgefallen ist, ist es noch dunkler. Abgesehen von den vereinzelt flackernden Kerzen, die im Festivalbüro angezündet wurden und den grossen Leuchtmarschallen, die an die Wegkreuzungen stehen. Die flackernden Strassenkerzen gehören zur Polarnacht, wie das Nachtfestival inzwischen zu Korpilombolo.

Vor drei Jahren starteten ein paar engagierte Dorfbewohner mit einem Literaturwissenschaftler das erste Nachtfestival. Organisatorin Linnea Nylund erinnert sich: ”Die Idee kommt praktisch vom anderen Ende der Welt, aus Kolumbien. Ein Literaturwissenschaftler aus Kolumbien, der an der Universität Umeå arbeitet, hat über einen grossen kolumbianischen Schriftsteller geforscht: Leon de Greiff. Er entdeckte, dass Leon de Greiff über einen Ort schrieb, der Korpilombolo heisst. Er schrieb über Korpilombolo, während er sich in dem Dorf Bolombolo in Kolumbien aufhielt. Es war wohl dieser Rhythmus, der ihn dazu animierte.”

Der Schriftsteller selbst war übrigens nie in Korpilombolo, er schickte seinen Romanhelden Gaspar von der Nacht in ein Dorf, das er sich ausgedacht hat. Und das es tatsächlich gibt auf der nördlichen Erdhalbkugel. Und dieses nordschwedische Dorf schickt sich nun an, sich selbst im Rest der Landes bekannt zu machen.  

”Korpilombolo, der Name des Dorfes, der zieht ungemein. Das klingt so exotisch und nicht mal viele Schweden selbst wissen, dass dieses Dorf wirklich existiert. Man glaubt wohl, dass sei ein fiktiver Ort. Aber nun wissen die meisten Künstler, die bei uns auftreten, dass es Korpilombolo und das Nachtfestival gibt”, sagt Linnea Nylund.

Kerzen statt Strom

Die Kerzen stehen noch auf den Tischen in der Schreibwerkstatt der Schule. Der Strom ist nach einer Stunde wieder gekommen. Zum Festival kommen inzwischen mehr Besucher, als das Dorf Einwohner hat. 6000 Besucher auf 600 Einwohner. Das Angebot reicht von philosopischen Seminaren, Lesungen, Expertendiskussionen, Malkursen bis zu Konzerten und eben der Schreibwerkstatt.

Mitten am dunklen Tag sitzen etwa 20 Menschen zusammen, um Gedichte zu schreiben. Die 75-Jährige Valborg Kyrö ist über 40 Jahre Lehrerin gewesen in der Schule, jetzt kocht sie Kaffee für die Schreibenden. Das Nachtfestvial, findet die Rentnerin, ist eine Bereicherung fürs Dorf: ”Das ist wirklich ein Ereignis. So wird es hell in der Dunkelheit. Die Menschen leben auf. Bin jetzt schon gespannt, was die Festivalleitung sich das nächste Mal ausdenkt.”

Menschen aus anderen Ländern treffen

Und Bo-Erik Wiippola, der sich um Heizung und Schneeräumen kümmert, pflichtet bei: ”Ich habe versucht, bei den meisten Veranstaltungen dabei zu sein. Ich habe Menschen aus Marokko getroffen, der Schweiz, Neu-Guinea. Die hätte ich sonst hier nicht getroffen.”

”Der Schnee trägt. Hüpfen. Laufen. Wegschmelzen. Schneegrube. Klettern. Schwarz, lichtblau. Mondlicht.”

Yvonne Gynnel-Rivsson hat Erinnerungen an ihre Kindheit in Korpilombolo in wenige Worte gefasst. Wegen des Nachtfestivals ist sie mit ihrer Tochter Anna von Südschweden in die alte Heimat gekommen. Tochter Anna Bäckland, in Småland aufgewachsen, war zunächst etwas unbehaglich vor der Reise in den dunklen Norden.

”Ich hatte etwas Angst vor der Dunkelheit und wusste nicht, wie man damit klar kommt. Inzwischen glaube ich, hier könnte ich wohnen. Der Lichtmangel wird ja durch den hellen Sommer kompensiert.”

Gleich nach der Schreibwerkstatt führen die Schüler ihren Tanz ”Nachtschatten” auf. Zwei Wochen haben sie dafür unter der Leitung einer Choreografin geprobt. Zwei Wochen lang dauert auch das Festival, mit Veranstaltungen vom Morgen bis zum Abend. Ein Festivalpass kostet gerade mal 20 Euro, ein Konzert mit der bekannten Sängerin Åsa Jinder nur zehn Euro. Die Preise sind so moderat, weil das Nachtfestival mit etwa 35.000 Euro subventioniert wird und  - weil viele Einwohner ehrenamtlich helfen. Weil ja sonst nicht so viel passiert in Korpilombolo. Bis zum nächsten Nachtfestival.

Katja Güth

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