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Gesang, Gebäck und Glögg

Publicerat torsdag 13 december 2007 kl 13.25
Lucia-Feierlichkeiten: für manchen Frust, für die meisten Freude
Rebecca Widart har bakat lussekatter. Foto: privat
Das ist hohe Kunst (Foto: Rebecca Widart)

Am 13. Dezember feiern die Schweden Lucia. Lucia kommt von Lateinisch Licht, und die Nacht auf den 13. ist nach dem alten Kalender die längste, da also muss Licht in die nordische Dunkelheit, um allerhand üble Geister zu vertreiben. Ursprünglich. Denn heute markiert der Lucia-Tag vor allem die Mitte der Adventszeit. Untrennbar mit dem Fest verbunden ist ein besonderes Hefegebäck mit Safran und Rosinen, die „Lussekatt“, also die Luciakatze. Diese Küchlein finden immer eher ihren Weg in die Geschäfte und längst nicht immer schmecken sie wie sollten.

Keine Kirche, keine Schule und kaum ein Arbeitsplatz, an dem dieses Lied am Morgen des 13. Dezember nicht erklingt. Nicht nur die schwedischen Schüler verkleiden sich mit weißen Laken, ein auserwähltes Mädchen gibt die Lucia mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf, die Jungs gehen als Lebkuchenmännchen oder Wichtel. Ein richtiges Lucia-Fest, überhaupt die gesamte Adventszeit ohne die so genannten lussekatter, „Lucia-Katzen“, das typische Hefegebäck mit Safran – das ist in Schweden schlecht möglich.

„Och, das ginge wohl schon“, meint zwar die 21jährige My von Heyne, wenn auch etwas zögerlich.

Ihre Verwandte Anna Tidholm aber fällt ihr sofort ins Wort: „Wenn ich mal was sagen darf: Das geht überhaupt nicht. Aber man darf die Safranteilchen wirklich nur zu dieser Jahreszeit essen.“  

Gut, lussekatter zu Lucia müssen also sein. Nur wie stellt man die am besten her?

Ein gutes Rezept und viel Safran

Vete-Katten, die Weizen-Katze, heißt eine der bekanntesten Bäckereien und Konditoreien Stockholms. In dem gemütlich verwinkelten Café sitzen Anna Tidholm, My von Heyne und Mys Zwillingsschwester Stina auf einem blaugeblümten Ecksofa, ihrem Stammplatz.

„Lussekatter, die sind doch nicht so schwer“, findet Stina. „Man muss nur ein gutes Rezept haben. Ich nehme immer das von meiner Tante.“

Anna Tidholm ist da schon etwas bescheidener: „Naja, mein Mann macht den Teig, die Kinder und ich rollen dann nur noch. Der Teig ist immer sehr gut. Aber man muss aufpassen, dass er nicht zu schwer ist, dann werden die Teilchen nämlich schnell hart.“

Locker wird der saftige Hefeteig durch besonders viel Butter und natürlich muss man lange kneten und ihn auch in Ruhe gehen lassen. Anschließend rollt man den Teig in schmale, 20 cm lange Schnüre und formt diese zu einer Acht. Allein über die Theke der Konditorei Vete-Katten gehen pro Saison 30.000 dieser goldgelben Lucia-Teilchen.

Kiloweise Safran verbrauchen die Bäcker allein dort und nicht nur sie notieren entsetzt, dass der iranische Präsident Mahmut Ahmadineschad kurzfristig die Safranpreise erhöht hat. Statt rund 200 Euro kostet das Kilo Safran aus dem Iran nun 500 Euro. Trotzdem locken Kioske und Supermärkte mit Spottpreisen: Zum Beispiel vier Lucia-Teilchen für umgerechnet drei Euro, und ein Teil des Erlöses geht sogar an die Obdachlosenhilfe. Futtern für die Armen, auch das ist an Lucia möglich.

Horror oder liebe Gewohnheit?

Würden sich die Festlichkeiten an Lucia nur um das spezielle Gebäck drehen, wären sicher viele Schweden glücklich. Denn der von außen betrachtet so harmonische und stimmungsvolle Lucia-Umzug ist für viele mit unangenehmen Erinnerungen besetzt, etwa für Norweger Gustav Mørn.

„In der Oberstufe war es besonders furchtbar und vor allem total langweilig. Immer dieselben öden Leute, die immer dieselben öden Lieder singen und auch noch falsch – für mich war das ein einziges zweistündiges Elend.“

Super singen und dann noch vor Publikum, das stresst auch mehr Menschen als man bei den vermeintlich sangesbegeisterten Schweden vermuten könnte.

„Ich habe mich seit ich klein war immer davor gedrückt“, gesteht Linnea Skoglund. „Ich hatte schon so viel Schreckliches gehört und gesehen – dass man sich lächerlich macht beim live Singen, dass das Haar Feuer fängt – darauf konnte ich immer gut verzichten.“

Von einer Widerstandsbewegung der Anti-Lucianer ist allerdings noch nichts zu merken. Die allermeisten lassen sich denn doch noch immer gern im Kerzenschein beim Arbeitsplatz begrüßen - mit Glühwein, Gebäck und Gesang.

Liv Heidbüchel

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