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Trotz Estonia-Katastrophe

Fähren fuhren mit offenen Sicherheitsluken

Publicerat torsdag 13 december 2007 kl 17.13
Die Schifffahrtsbehörde will jetzt sämtliche Fähren kontrollieren.

Spätestens seit dem Estonia-Unglück vor 13 Jahren ist die Sicherheit auf Fähren für Schweden eine Angelegenheit von höchster Wichtigkeit. Entsprechend besorgt haben Behörden hierzulande reagiert, als sie jetzt bei mehreren Fähren feststellen mussten, dass diese mit geöffneten Sicherheitsluken über die Meere fuhren.

Auslöser für die Untersuchungen war die Inspektion auf einer estnischen Fähre im Hafen von Göteborg vor einem Monat. Die Inspektoren fanden so viele Mängel, dass sie die Fähre direkt aus dem Verkehr zogen. Einer der Mängel waren die wasserdichten Luken zwischen den einzelnen Schiffssektionen. Die standen nämlich offen, und das darf nach schwedischen Regeln nicht sein. Grund genug für die Schifffahrtsbehörde, sich auch auf anderen Fähren einmal umzuschauen. Und auch dort fanden die Inspektoren vielfach offene Luken vor. Johan Franson, Leiter der Schifffahrtsbehörde findet das beunruhigend:

„Die wasserdichten Luken gehören für uns zu den grundlegenden Sicherheitsgarantien, falls durch eine Kollision Wasser ins Schiff eindringt. Wasser darf sich im Schiff nicht ausbreiten können, weil das Schiff sonst kentert.“

Möglicherweise hat Johan Franson dabei noch die beiden schweren Schiffsunglücke der vergangenen sechs Monate im Kopf. Experten vermuten nämlich, dass sowohl beim Untergang einer Fähre vor der griechischen Insel Santorin als auch bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes Explorer vor der Antarktis geöffnete Sicherheitsluken eine Rolle gespielt haben. Deshalb dürfen diese Luken nach schwedischen Gesetzen auf See nur dann geöffnet sein, wenn sie sich im Ernstfall ferngesteuert schließen lassen. Das Problem: Die meisten der Fähren, auf denen die Inspektoren offene Sicherheitsluken vorgefunden haben, laufen nicht unter schwedischer Flagge. Und Länder wie Finnland, Estland, Lettland oder Polen legen die Regeln der UN-Konvention für Schiffssicherheit weniger streng aus. Bei der finnischen Reederei Viking Line zum Beispiel ist man deshalb auch der Ansicht, dass die schwedischen Behörden die Konvention falsch deuten. So erklärte es jedenfalls der technische Leiter von Viking Line, Tony Öhman, gegenüber der Fachzeitschrift Ny Teknik.

Aber Schiffe aus diesen Ländern transportieren eben auch häufig schwedische Passagiere. Deshalb will die schwedische Schifffahrtsbehörde erreichen, dass künftig alle Länder die Regeln der UN-Konvention gleich auslegen – und dabei am liebsten der strengeren schwedischen Auslegung folgen. Johan Franson:

„Die Schwedische Schifffahrtsbehörde legt die Regelungen bezüglich der wasserdichten Luken und die Möglichkeit für Ausnahmegenehmigungen strenger als manch andere Länder aus. Diese Frage ist für uns so wichtig, dass wir sie innerhalb der Internationalen Seefahrtsorganisation IMO aufgreifen werden.“

Weil das aber eine Weile dauern kann, wollen die Schweden nun zumindest schon einmal alle Fähren überprüfen lassen, die schwedische Häfen anlaufen.


Thomas Fenske

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