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Enttäuschung über Dorschfangquote

Publicerat onsdag 19 december 2007 kl 13.55

Es ist zähes und langes Ringen, wenn die Landwirtschafts- und Fischereiminister der Europäischen Union über die Fischfangquoten verhandeln. Jetzt haben sie sich für die Quoten in der Nordsee geeinigt.  Interessant war hier aus schwedischer Sicht das Kapitel Dorsch. Die Stockholmer Regierung hat sich nicht mit ihrer Linie durchsetzen können, die Dorschfangquote deutlich zu senken, ist aber trotzdem zufrieden. Wissenschaftler warnen dagegen vor dem Aussterben dieser Fischart.

Die EU-Kommission hatte noch eine Reduzierung der Fangquote um 25 Prozent vorgeschlagen, um die Dorschbestände zu schützen. Politisch machbar waren aber schließlich nur acht Prozent weniger und eine Reduzierung der Fangtage. Dabei waren kurz zuvor aus dem Institut für Seefischerei im westschwedischen Lysekil alarmierende Nachrichten gekommen. Die Forscher dort konnten feststellen, dass sich die Dorsche im Kattegattt in diesem Jahr nicht vermehrt haben. Grund ist die Überfischung. Da alle geschlechtsreifen Tiere weggefischt wurden, gibt es auch keinen Nachwuchs.

Der Professor für Marineökologie an der Universität in Stockholm, Sture Hansson, findet deutliche Worte: „Was wir im Kattegattt sehen, ist eine Umweltkatastrophe. Wenn der Dorschbestand wegen einer ausgeflossenen Chemikalie auf diese Weise abgenommen hätte, wäre dies als Katastrophe klassifiziert worden. Meine Meinung nach ist auch die Überfischung eine extreme Umweltbelastung.“

Kein Fangstopp

Schwedens Landwirtschaftminister Eskil Erlandsson wollte eigentlich einen Fangstopp für Dorsch im ersten Vierteljahr 2008 durchsetzen, fand aber bei seinen Amtskollegen kein Gehör. Bereits im Oktober waren die Dorschfangquoten für die Ostsee verhandelt worden. Die Fangquoten wurden letztlich für die See westlich von Bornholm um 28 Prozent gesenkt, östlich der dänischen Ostseeinsel um fünf Prozent. Schweden hatte eine Reduzierung um 33 beziehungsweise 23 Prozent gefordert.

Dennoch ist Erlandsson auch mit dem jetzigen Ergebnis für das Kattegatt im Wesentlichen zufrieden und verweist auf die Kürzung der Fangtage und Restriktionen beim Fanggerät. Mit prinzipieller Zustimmung reagiert auch der schwedische Fischereiverband.

Fischer Johan Gran, der irgendwo zwischen Kattegattt und Skagerrak mit seinem Fischkutter auf Krabbenfang ist, meint jedoch, dass Quoten nichts bringen. Das führe lediglich dazu, dass die Fischer mehr toten Fisch ins Meer zurückwerfen müssten und weniger Geld verdienten: „Das tut nicht nur meinem Geldbeutel, sondern auch meiner Seele weh, noch mehr toten Fisch ins Meer zu werfen. Das ist doch verrückt. Wir sollten unsere Fänge behalten dürfen. Das ist total widersprüchlich.“

”Politische Katastrophe”

Forscher Hansson hätte dagegen lieber einen totalen Fangstopp gesehen. Er kann der Übereinkunft der EU-Minister nichts Gutes abgewinnen: „Das ist doch eine politische Katastrophe. Das hier geschieht mit dem Einverständnis und unter Mitwirkung der Politiker. Sie ignorieren die wissenschaftlichen Ratschläge. Im Gegenteil - die Politik steuert dagegen.“

Hansson sieht den Dorsch ernsthaft bedroht. Wasser auf seine Mühlen dürfte der jüngste EU-Revisionsbericht sein. Demnach werden die Kontrollen der Fangquoten nur sehr mangelhaft durchgeführt. Die EU-Länder hätten eigentlich keine Ahnung, da die großen Fischereinationen kaum die Regeln befolgten und über die tatsächlichen Fänge meist schwiegen, so die Prüfer der EU.

Dieter Weiand

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