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Keine Lust auf Arbeit - ein zunehmendes Problem

Publicerat fredag 21 december 2007 kl 13.52

Die schwedische Arbeitslosenversicherung meldet einen sprunghaften Anstieg der Zahl von Antragstellern, die abgewiesen werden. Bürger und Behörden sind beunruhigt und fragen nach den Ursachen. Bei näherem Hinsehen scheinen die Gründe ziemlich klar.

Eine schwedische Behörde mit dem eindrucksvollen Namen Arbeitslosenversicherungsinspektion hat Alarm gegeben. Gerade in der friedlichen Vorweihnachtszeit erschreckte das Amt die Öffentlichkeit mit der Meldung, dass in diesem Jahr bei rund 14 000 Personen die Anträge auf Erwerbslosenunterstützung beanstandet oder ganz abgewiesen worden sind. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr, und das bedeutet die höchste Zahl seit Beginn des Jahrtausends.

Ansprüche auf Unterstützung werden dann nicht anerkannt, wenn Antragsteller falsche Angaben über ihre Arbeitsfähigkeit machen. Ein weiterer Grund ist gegeben, wenn jemand eine angebotene Stelle aus nicht triftigen Gründen ablehnt. Und gerade dieser Aspekt spielt eine immer größere Rolle.

Anne-Marie Qvarfordt, Chefin der Versicherungsinspektion, hat eine einleuchtende Erklärung:

„Das ist auch ein Konjunkturphänomen. Wir haben einen guten Arbeitsmarkt und damit auch die Voraussetzungen dafür, dass die Arbeitsämter den Erwerbslosen Stellen anbieten können. Wenn sich jemand weigert, eine Stelle anzunehmen, wird dies der Arbeitslosenversicherung gemeldet.“  

Mit anderen Worten: Personen, die man als arbeitsunwillig bezeichnen könnte, kamen früher erst gar nicht in die Verlegenheit, eine Stelle abzulehnen, weil ihnen mangels Masse keine angeboten wurde. Das ist nun anders. Deshalb werden inzwischen mehr Müßiggänger ertappt. Sie müssen mit Sanktionen rechnen. Anne-Marie Qvarfordt nennt die Hauptpunkte:

„Es gibt verschiedene Formen von Strafmaßnahmen. Entweder wird man eine Zeitlang gesperrt, oder man bekommt weniger Unterstützungsgeld. Das ist die übliche Praxis.“

Weil das Ausmaß der Drückebergerei zunimmt, achten die Behörden verstärkt auf Fehlverhalten. Anne-Marie Qvarfordt:

„Diese Frage hat klaren Vorrang innerhalb der Tätigkeit der Arbeitsämter. Die jetzige Regierung und auch die frühere haben dem Arbeitsministerium diese Aufgabe gestellt. Die Stellenvermittler wurden auch entsprechend ausgebildet.“

Anita Dour ist Leiterin des Arbeitsamtes im mittelschwedischen Karlstad. Sie bestätigt, dass jetzt strenger gegen Arbeitsverweigerer vorgegangen wird:   

„Wenn Dinge bekannt werden, die die Arbeitslosenversicherung wissen sollte, haben wir die Pflicht, ihr das mitzuteilen.“

Vor nicht allzu langer Zeit war man nicht so rigoros. Anita Dour erinnert sich beinahe wehmütig:

„Wenn man ein paar Jahre zurückdenkt, dann kann ich wohl sagen, dass wir damals ein bißchen mehr mit dem Herzen und etwas weniger nach den Regeln entschieden haben. Wir nahmen viel Rücksicht und fanden, dass es schwierig war, solche Dinge zu melden. Es kann ja dazu führen, dass Menschen nicht die Unterstützung bekommen, die sie erwarten.“

Gerade dieser Personenkreis wird der damaligen Praxis nachtrauern. Wie heißt der passende deutsche Spruch? Jetzt ist Schluss mit lustig.

Klaus Heilbronner

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