Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Kosovo-Albaner feiern in Stockholm - Carl Bildt abwartend

Publicerat måndag 18 februari 2008 kl 14.31
Kosovo-Albaner in Schweden feiern die Unabhängigkeitserklärung

Nach der Unabhängigkeitserklärung Kosovos ist die EU uneins über den Umgang mit der abtrünnigen serbischen Provinz. Schwedens Außenminister Carl Bildt wies erneut auf die Gefahr neuer Gewaltausbrüche auf dem Balkan hin und forderte ein einheitliches Auftreten in der Kosovo-Frage. Derweil feiern die Kosovo-Albaner ihre Unabhängigkeit, auch die, die in Schweden leben.

Auch die in Schweden lebenden Kosovo-Albaner feierten am Wochenende die für sie gute Nachricht aus Pristina. In Stockholm zogen hupende Autokonvois durch die Stadt, es wurde gejubelt, Fahnen wurden geschwenkt. Für die albanische Bevölkerung, auch die im Ausland lebende, ist ein lange gehegter Traum in Erfüllung gegangen. Éine Frau sagt:
„Für mich ist es unmöglich, diese Gefühle in Worte zu fassen. Auf diesen Tag haben wir seit langem gewartet.  Nicht 10 oder 20 Jahre, sondern 500 Jahre haben wir auf diesen Tag gewartet. Dieser Tag bedeutet  Freiheit für uns.“

Die Zukunft sieht sie positiv, wie die meisten anderen der feiernden Kosovo-Albaner auch. Sorgen macht sie sich lediglich über die Wirtschaft in dem kleinen Land, die sicherlich Hilfe brauche, um in Gang zu kommen. Dieser Mann meint: „Das einzige, was mich beunruhigt ist der politische Konflikt zwischen den Führern. Sie sollen an die Zukunft Kosovos denken und an die Wirtschaft und an nichts anderes.“

Carl Bildt abwartend
Die politischen Führer mehrerer EU-Länder haben bereits reagiert und die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo begrüßt. Nur einige Länder haben Bedenken geäußert. Eine völkerrechtliche Anerkennung Kosovos steht aber weiterhin aus. Der schwedische Außenminister Carl Bildt hat sich bisher mit einer deutlichen Stellungnahme zurückgehalten. Er möchte das heute in Brüssel stattfindende Treffen der EU-Außenminister abwarten. Dort soll besprochen werden, wie sich die EU zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo stellen wird. Carl Bildt hofft, dass sich die Außenminister einig werden: „Ich hoffe, dass wir uns auf einer Basis einigen können, die so viele EU-Mitgliedsstaaten wie möglich umfasst. Möglicherweise wird es das eine oder andere Land geben, das so starke Vorbehalte hat, dass eine Einigung schwierig wird. Ich bin dennoch optimistisch, dass es uns gelingen wird.“

Der hastig zusammengerufene UNO-Sicherheitsrat ist gespalten. Russland hat die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo nicht anerkannt und argumentiert, sie widerspreche geltenden UN-Resolutionen. Carl Bildt  bedauert, dass die Unabhängigkeit Kosovos bisher keine Grundlage im Sicherheitsrat hat: „Das ist ein Problem. Es wäre viel besser, wenn die Unabhängigkeitserklärung auf einem Beschluss oder einer Übereinkunft im UNO-Sicherheitsrat basieren würde. Dann wäre die völkerrechtliche Lage klar. Jetzt befinden wir uns in einer völkerrechtlichen Grauzone, auch was die Verantwortung für die internationale Präsenz auf dem Gebiet angeht, etwa was zur UN und was zur EU gehört und wie die Übergänge aussehen sollen.“

Verstärkung der KFOR-Truppen
Carl Bildt meint auch, dass die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo neue Herausforderungen auf dem Balkan bedeute. Es bestehe Anlass zur Sorge, dass es zwischen den albanischen und den serbischen Volksgruppen im Kosovo zu Auseinandersetzungen kommt. Die internationale KFOR-Einsatztruppe hat deshalb ihre Bereitschaft bereits erhöht. Carl Bildt: „Wir befinden uns hier in einer recht schwierigen Situation. Wir müssen vor allem aufpassen, dass sich die Gemüter nicht zu sehr erhitzen und sich die Konflikte nicht verschärfen, und es nicht zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt. Die Situation zu dämpfen, muss jetzt erstes Ziel sein.“

Die Kosovo-Albaner feiern ihre Unabhängigkeit. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die EU und der UNO-Sicherheitsrat zur Unabhängigkeit des Kosovo stellen.

Clarissa Blomqvist 

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".