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Traditionell und modern: Samisches Design

Publicerat tisdag 19 februari 2008 kl 15.36

Samisches Handwerk, Design und Kunst sind überaus vielfältig. Das sind die traditionellen Kåsor, die typischen Trinkgefässe mit einfachem Griff aus Holz. Das sind Messer, Gürtel, Pelzkleidung und Silberschmuck. Nun machen aber junge Designer und Künstler von sich reden, die sich die Tradition zunutze machen und neue Kreationen schaffen.

Der rote Teppich ist ausgerollt, links und rechts sind Stühle aufgereiht, es hat ein bisschen was von Mailand oder Paris, doch es ist Jokkmokk. Das Zentrum samischen Kunstschaffens; nur ein paar Meter weiter liegt ”Samernas Utbildningscentrum”, die samische Volkshochschule, die vor allem für ihre künstlerische Ausbildung bekannt ist. Und die haben die meisten jungen samischen Designer absolviert.

So wie Erica Huuva, deren Silberschmuck gerade von den schlicht-schwarz gekleideten Models auf dem Laufsteg präsentiert wird. Ohrringe und Ketten und etwa zehn Zentimeter große Silberbroschen, die auf den Hosentaschen drapiert sind. Sie ähneln einer in Silber erstarrten Blüte.

”Während der Ausbildung habe ich einen Schnupperkurs in Silberschmiede gemacht. Ich habe ein Fährten-Armband gemacht. Also, eine Art Amulett mit ausgesägten  Spuren von Tieren. Das habe ich auf einer Ausstellung präsentiert und nur lobende Worte gehört. Ein Kollege hat mich ermuntert, weiter mit Silber zu arbeiten. Deshalb habe ich weiter gemacht mit der Ausbildung zur Silberschmiedin.”

Samische Mythologie auf Armbändern

Erica Huuvas Armbänder mit Bären- und Wolfstatzen sind inzwischen in gut sortierten Geschäften zu haben, und zwar nicht nur in Nordschweden. 20 Händler aus dem ganzen Land verkaufen ihren Schmuck, den sie alleine zuhause in ihrer Werkstatt im Dorf Idivuoma schmiedet. Die Motive kommen aus dem samischen Leben und der samischen Mythologie, die Form modern und schnörkellos. Mit 27 Jahren hat sie sich bereits einen Namen gemacht, und kann gut von ihrem Schaffen leben.

Die nächste Ehrung ließ nicht lange auf sich warten: sie wurde mit dem renommierten Asa-Kitok-Stipendium bedacht. Von den 2.500 Euro Preisgeld will sie ihr Handwerk weiterentwickeln. In einem Jahr muss sie das in der Preis-Ausstellung nachweisen. 

”Ich fühle mich sehr geehrt und bin total stolz darauf. Ich freue mich schon auf das kommende Jahr, das wird spannend. Ich werde eine Inspirationsreise machen. Nach Stockholm, wo ich mir im Nordischen Museum einiges  ansehen will, um auf neue Ideen zu kommen. Und in Arjeplog will ich mich von alten samischen Silberschätzen inspirieren lassen.”

Sonne oder Brosche?

Die Models der Designshow versuchen, so elegant wie möglich die Acrylbilder von Ulrika Tapio-Blind zu präsentieren. Die 40-jährige Künstlerin aus Karesuando malt, illustriert Bücher und entwirft Stoffe für Gardinen. Ihre Werke zieren das samische Parlament Sametinget in Kiruna, das Sami-Museum Ájtte in Jokkmokk oder das Arbeitsamt in Luleå.

Auch Ulrika Tapio-Blind bezieht ihre Inspiration aus der Welt der samischen Mythen. Doch mit den weitläufig bekannten detailgetreuen Schilderungen samischen Alltags haben ihre expressionistischen Bilder in kräftigem Gelb, Orange und Blau nichts zu tun.

”Dieses hier kann die Sonne sein, die Sonne hat ja eine bestimmende Rolle in der samischen Mythologie. Es kann aber auch eine Brosche sein, deshalb habe ich es Sonnenbrosche genannt.”

Die Sonnenbrosche ist ein Kreis in Orange. Dann zeigt Ulrika Tapio-Blind noch ein stilisiertes Ren in leuchtendem Blau und eine Komsekula ebenfalls in Blau. Komsekula, das ist eine Kugel aus Silber, die Kindern zum Schutz vor dem Bösen in die Wiege gelegt wurde.

”Ich will durch meine Bilder etwas erzählen. Ich will aber auch beim Betrachter eigene Assoziationen wecken. Ist ein Bild zu deutlich, wird es für den Betrachter schwer, etwas Eigenes zu entdecken.”

Weltauffassung eines Menschen in einer Trommel

Zur samischen Mythologie und Kunst, aber auch zum Alltagsleben gehört natürlich der Jojk, der die Dinge singt. Das Gebirge, die Seen, auch Messer. Die typischen Samemesser sind geschützt durch den reich verzierten Schaft aus Rentiergeweih. Fredrik Prost hat sie gemacht. Messer sind für den 27-Jährigen aber nur Nebenerwerb, um seine Passion zu finanzieren. Fredrik Prost übt sich am schwierigsten Gegenstand der samischen Mythologie: der Trommel. Mit dem gebogenen Rahmen aus Birkenholz, gespannten Leder aus Renkalbfell. Und mit den Symbolen für die samischen Götter. Durch die Trommel konnte der Nåjde, der Schamane, mit den Seelen der Verstorbenen in Kontakt kommen.

”Ich habe bisher drei Trommeln gefertigt, aber nur eine verkauft. Ich verkaufe die nur ungern. Wenn, dann nur an jemanden, der den Wert einer Trommel schätzen kann. Einer Trommel, speziell einer alten, wohnt schließlich die Weltauffassung eines Menschen inne, und dessen Spiritualität.”

Die Designshow am roten Teppich in Jokkmokk hat neben Silberschmuck, Messern und Bildern auch andere Beispiele für neues samisches Design gezeigt: Filzmützen, Kissenbezüge, Tabletts, Schüsseln. Und all die frisch designten Dinge sollen künftig nicht nur auf den Märkten oder ausgesuchten Geschäften angeboten werden, sondern auch im Internet.

Katja Güth

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