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Schwindel bei Qualitätskontrollen

Gammelfleisch-Skandal weitet sich aus

Publicerat torsdag 21 februari 2008 kl 17.07
Nicht garantiert taufrisch: Schwedisches Hackfleisch (Foto: Claudio Bresciani/Scanpix)

Schwedisches Fleisch ist grundsätzlich gutes Fleisch. Von diesem lange gehegten Glauben haben sich viele Schweden spätestens nach dem Gammelfleisch-Skandal Ende letzten Jahres verabschieden müssen. Damals war ruchbar geworden, dass mehrere Filialen der Supermarktkette ICA altes Fleisch umverpackt und als frisch verkauft hatten. Nun geht der Skandal in die nächste Runde: Die Konzernleitung wusste offenbar mehr, als sie bisher zugegeben hat.

Im Dezember hatte das Schwedische Fernsehen die unsauberen Methoden einiger ICA-Händler aufgedeckt. Eine Woge der Empörung ging durchs Land, und am allermeisten empört war Kenneth Bengtsson, seines Zeichens Konzernchef von ICA.

Schwindel bei Qualitätskontrollen

„Dies ist ein Schock für uns alle”, sprach der Konzernchef mit ernster Miene und versicherte mehrfach und nachdrücklich, von dem Etiketten-Schwindel nicht das Geringste gewusst zu haben. Inzwischen scheint klar: Bengstssons Aussage ist ebenso wenig zu trauen wie dem Datum auf ICA-Fleisch. Schon lange vor der Fernseh-Enthüllung nämlich hatte es innerhalb des Konzerns mehrfach Betrügereien gegeben, die bei Qualitätskontrollen aufgedeckt wurden.

„Im Lauf der Jahre gab es einige Fälle, wo Filialen beim Umgang mit Fleisch Fehler gemacht haben”, räumte ICA-Qualitätschef Mats Ovegård jetzt im Schwedischen Fernsehen ein. Er sah sich zu dem Geständnis gezwungen, nachdem sein Amtsvorgänger in den Medien Klartext gesprochen hatte: Von zahlreichen Betrugsfällen war da die Rede, von Betrugsfällen, die bei betriebsinternen Kontrollen ausgemacht und der Konzernleitung sehr wohl mitgeteilt worden seien.

Systematischen Umverpackung

Zudem ergaben die Recherchen des Schwedischen Fernsehens: In den vergangenen Jahren haben kommunale Lebensmittel-Inspektoren in sämtlichen groβen Lebensmittelketten - so auch bei ICA - an die 30 Fälle von Datums-Schummel bei Fleisch festgestellt.

Und von all dem will die ICA-Leitung nichts gewusst haben? Konzernchef Bengtsson verlegt sich inzwischen aufs Schweigen und schickt seinen Qualitätschef Ovegård vor, um zu retten, was zu retten ist: „Von einer systematischen Umverpackung haben wir nie etwas gewusst”, so Ovegård. Sprich: Sicher, es hat Einzelfälle gegeben, aber das waren hässliche Ausrutscher und nicht etwa System, wie es die Recherchen des Schwedischen Fernsehens nahe legen. Demnach sollen Filialleiter ihren Mitarbeitern gar Kurse im Falsch-Packen gegeben haben.

Ganz offenkundig jedenfalls ist auch im Staate Schweden in Sachen Fleischverpackung so manches faul, um nicht zu sagen oberfaul. Seitens der Regierung mutmaβt man, dass es sich bei den aufgedeckten Fällen lediglich um die Spitze des Gammelfleisch-Berges handeln könnte.

Gesetzgebung

Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson erwägt nun Konsequenzen: „Wir denken darüber nach, den Beschluss der vorigen Regierung rückgängig zu machen, die Strafen für Lebensmittelbetrug zu senken. Im Moment steht darauf kein Gefängnis mehr, aber vielleicht sollte man diese Art der Strafe ja wieder einführen.”

Anne Rentzsch

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