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Etikettenschwindel bei Omega-3-Produkten

Publicerat måndag 25 februari 2008 kl 11.22

In letzter Zeit sind immer wieder Fälle von umverpacktem und neuetikettiertem Gammelfleisch in schwedischen Supermärkten aufgeflogen. Die Kunden sind verunsichert: kann man noch glauben, was auf der Verpackung steht. Nun ist auch in der Gesundheitsbranche Etikettenschwindel aufgefallen. Wer gerne zu einem der vielen Omega-3-Produkte greift und meint, etwas für seine Gesundheit zu tun, wird oft getäuscht. Nachforschungen der Tageszeitung Svenska Dagbladet haben ergeben, dass bei weitem nicht alle Omega-3-Produkte tatsächlich die gesundheitsförderlichen Fischfette enthalten. 

Omega-3-Fettsäuren fördern die Gesundheit, beugen Herz-Kreislauferkrankungen vor, schützen vor Demenz, heißt es. Stimmt auch, aber nur teilweise. Denn Omega 3 ist nicht gleich Omega 3, Fettsäure ist nicht gleich Fettsäure. Es sind Omega-3-Fettsäuren vom Typ EPA und DHA, die gesundheitsförderlich sind. Sie sind in Fisch enthalten, vor allem den fetten Fischsorten wie Makrele und Hering. Die pflanzliche Omega-3-Fettsäure dagegen, die  Alpha-Linolensäure, kurz ALA, kommt in Raps und Leinsamen vor und hat nicht denselben gesundheitsförderlichen Effekt. Ingrid Undeland ist Forscherin im Bereich der Lebensmittelwissenschaften an der Chalmers Hochschule in Göteborg und erklärt den Unterschied zwischen den verschiedenen Omega-3-Fetten: „EPA und DHA können unmittelbar sehr viele gute Effekte für die Gesundheit des Menschen haben, vor allem für das Herz und die Gefäße. Alpha-Linolensäure, ALA, dagegen hat keine direkte Wirkung wie EPA und DHA, sondern muss erst in unserem Körper umgewandelt werden in die längeren Fettsäuren.“

Pflanzliche Fette weniger wertvoll als Fischfette
Omega 3 ist also ein Sammelbegriff für unterschiedliche Fettsäuren mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Die in Raps und Leinsamen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren haben keine besonderen positiven Wirkungen auf die Gesundheit. Und trotzdem werden die auf ihnen basierenden Produkte ganz bewusst mit dem Omega-3-Stempel vermarktet, so als handele es sich um die wertvolleren fischbasierten Fettsäuren. Nudeln, Brot, Käse, Schinken, Eier: immer mehr Produkte werben mit der Omega-3-Verheissung auf der Verpackung. 

Die Lebensmittelforscherin Ingrid Undeland ärgert diese offensichtlich bewusst in Kauf genommene Täuschung der Kunden: „Das Problem ist, dass man die Unkenntnisse der Menschen ausnutzt. Man schreibt: „beinhaltet Omega 3“. Das ist ja an und für sich noch nicht illegal, denn man macht ja noch keine Gesundheitsbehauptungen. Aber der Grund, warum man dies schreibt, ist ja, dass viele Menschen gehört haben, dass Omega 3 gut für die Gesundheit ist.  Und diese Ergebnisse kommen ja aus der Forschung über aus Fischfett gewonnenem Omega 3. Man reitet auf der Welle, dass Omega 3 gesund ist, sagt aber nicht, welches Omega 3 enthalten ist.“

Unlautere Werbung mit Gesundheitsversprechen
In vielen Fällen geht der Etikettenschwindel aber noch weiter, wie nun die Tageszeitung Svenska Dagbladet aufgedeckt hat. Einige Lebensmittelhersteller, so der Befund, werben auf der Verpackung explizit damit, ihre Produkte enthielten Omega-3 und seien der Gesundheit förderlich, obwohl nur das pflanzliche ALA enthalten ist. So wird versprochen, zwei Teelöffel Rapsöl erfüllten den Tagesbedarf an dem wertvollen Omega-3-Fett oder Vollkornnudeln minderten das Risiko, an Herz- und Kreislaufkrankheiten zu erkranken. Solche falsche Tatsachen vortäuschenden Werbetricks sind unlauter und verstoßen sogar gegen die Regeln der Branchenorganisation, meinen die Kritiker. Zwar dürften Waren mit einer bestimmten Menge an ALA aus Raps oder Leinsamen das Kennzeichen „enthält Omega-3“ tragen. Um behaupten zu dürfen, das Produkt beuge Herz-Kreislaufkrankheiten vor, müsse allerdings eine gewisse Menge an EPA- und DHA-Fetten enthalten sein. Der Zeitung Svenska Dagbladet gegenüber fordert die Gesundheitsministerin Maria Larsson nun eindeutige Etikette. Die sollen es dem Konsumenten ermöglichen, sich im Dschungel der Omega-3-Produkte zurechtzufinden. Auch die Lebensmittelbehörde meint, die EU müsse die Regeln für Kennzeichnungen überarbeiten. Bis dies soweit sei, könnten aber weitere zwei Jahre ins Land ziehen.   

Lieber dreimal in der Woche Fisch
Was kann der Konsument bis dahin tun, um sich vor Mogeleien auf dem Markt der Omega-3-Produkte zu schützen? Genauer hinschauen, rät die Lebensmittelforscherin Ingrid Undeland, und auf der Packungsinformation nachlesen, nicht nur ob Omega-3-Fette enthalten sind, sondern auch welche. Wer seinen Bedarf an wertvollen Omega-3-Fetten decken will, kann aber auch ganz einfach dreimal in der Woche Fisch essen. Und wer partout keinen Fisch mag, muss eben statt eines Heringshappens 311 Scheiben Knäckebrot knabbern, dann hat man ungefähr die gleiche Menge an gesundem Fett aufgenommen. Die Entscheidung liegt beim Konsumenten. Guten Appetit!

Clarissa Blomqvist

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