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Immer mehr Jugendliche in Pflegefamilien und Heimen

Publicerat onsdag 27 februari 2008 kl 16.33

Immer mehr Jugendliche können nicht mehr bei ihren Familien wohnen, weil sie dort unter zu großem psychischen Druck stehen. Eine Untersuchung der schwedischen Sozialbehörden zeigt, dass im vergangenen Jahr fast 10.000 Mädchen und Jungen zumindest zeitweise den Familienverband verlassen haben. Während früher die meisten in Heimen landeten, werden sie nunmehr am häufigsten in Gastfamilien untergebracht.

Immer mehr schwedische Jugendliche wohnen bei Pflegefamilien oder im Heim. In den vergangenen sechs Jahren ist die Anzahl der 13- bis 18-Jährigen, die nicht mehr zu Hause wohnen können, um 30 Prozent gestiegen. Im Jahr 2000 waren es 7500 Jugendliche, sechs Jahre später schon 9800. Dies geht aus einem Bericht des Amtes für Gesundheits- und Sozialwesen hervor.  

Ein Grund für die Steigerung ist, dass es heute mehr Jugendliche in dieser Altersgruppe gibt als im Vergleichszeitraum. Ein weiterer Grund ist, dass die betroffenen Jugendlichen heute stärker wahrgenommen werden als zuvor, so Berith Josefsson, die den Bericht zusammengestellt hat: „Wenn Jugendliche der Hilfe bedürfen, dann ist es gut, wenn jemand dies bemerkt. Die Ergebnisse können also als Zeichen verstanden werden, dass die Einsatzbereitschaft des Sozialdienstes gestiegen ist.“

Heute Unterbringung in Pflegefamilien häufiger als im Heim
In den neunziger Jahren wurden viele Jugendliche in die Obhut von öffentlichen Einrichtungen gegeben. Heutzutage kommen sie eher in Pflegefamilien unter. Dass Jugendliche zu lange im Heim wohnen oder gar dort aufwachsen, versucht man heute möglichst zu vermeiden. Denn in Heimen werden die Kinder und Jugendliche betreut, die ernstzunehmende Probleme haben, die der Behandlung bedürfen. Liegt das Problem dagegen nicht bei den Kindern selbst, sondern in den Familien- oder Wohnverhältnissen zu Hause, kommen Pflegefamilien in Frage.

Dass die Unterbringung in Pflegefamilien üblicher geworden ist, hat aber noch andere Gründe, wie Berith Josefsson erklärt. Zum einen sei es deutlich billiger, Jugendliche in Familien unterzubringen. Zum anderen sei die institutionelle Unterbringung in die Kritik geraten. Berith Josefsson: „Es gibt viele Forschungsberichte, die darauf hindeuten, dass die Unterbringung eines Kindes in einer öffentlichen Einrichtung wie zum Beispiel einem Heim nicht die gewünschten Ergebnisse bringt. Aber es ist klar, dass auch das Finanzielle eine gewisse Rolle spielt.“

Der Bericht des Gesundheits- und Sozialamtes hat auch gezeigt, dass Jugendliche, die aus dem Elternhaus genommen werden, überdurchschnittlich oft psychische Probleme und Selbstmordgedanken haben. Wie dieses Ergebnis zu interpretieren ist, bleibt allerdings unklar. Es muss sich nicht unbedingt die Situation der Jugendlichen insgesamt verschlechtert haben. Vielmehr ist zu vermuten, dass es diesen umplatzierten Jugendlichen in ihrem ursprünglichen Zuhause noch schlechter gegangen wäre.

Auch Sozialamt in der Kritik
Unterdessen ist nun auch die Arbeit des Amtes für Gesundheits- und Sozialwesen in die Kritik gekommen. So bemängelt die schwedische Kinderhilfsorganisation „Rädda Barnen“ die Art, in der das Amt die Kinder und Jugendlichen betreut, nachdem diese in Pflegefamilien untergebracht worden sind. In Befragungen hätten die Hälfte der bei Pflegefamilien wohnenden Kinder und Jugendlichen angeben, ihren Sozialarbeiter niemals alleine zu treffen. Nur sechs Prozent hätten das Gefühl, sich wirklich bei einem Mitarbeiter des Amtes aussprechen zu können. Weniger als ein Viertel der befragten Kinder und Jugendlichen meinten, dass das Gesundheits- und Sozialamt überhaupt eine Ahnung davon habe, wie es ihnen in der Pflegefamilie gehe.

Fazit: Positiv ist, wenn das Sozialamt rechtzeitig auf Kinder aufmerksam wird, denen es in ihrem eigenen Zuhause schlecht geht. Wichtig ist aber auch zu prüfen, ob es diesen Kindern dann auch im Heim oder in einer Pflegefamilie wirklich besser geht.

Clarissa Blomqvist

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