Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Klimaschutz

Deutsch-schwedische Verständigung: Umweltminister wollen Spritschlucker schützen

Publicerat tisdag 4 mars 2008 kl 14.38

Deutschland macht seinem Namen als Autofahrerland derzeit alle Ehre – in Schweden jedenfalls. Dass nämlich Deutschland die von der EU geplante höhere Besteuerung von großen und damit schwereren Autos ungerecht findet, sorgt in Stockholm für freudige Reaktionen. Umweltminister Carlgren schwebt gar eine gemeinsame Linie mit Deutschland in dieser Angelegenheit vor – vor allem zu Gunsten der eigenen Autoindustrie.

Ein Auto, das mehr als 130 Gram Kohlendioxid pro Kilometer ausstößt, soll den Hersteller künftig kosten – und ihn damit zu mehr Umweltbewusstsein bei der Produktion erziehen. So der Plan der EU-Kommission. In Deutschland und Schweden nun trifft dieser Vorschlag auf wenig Gegenliebe, laufen doch gerade in diesen Ländern besonders große und schwere Autos vom Band. Auch die Hersteller von Kleinwagen – Spanien und Frankreich etwa – müssten stärker in die Pflicht genommen werden, fordert Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren beim EU-Ministertreffen in Brüssel.

„Sicher müssen wir EU-weit den Ausstoß von Treibhausgasen verringern, aber die Verteilung zwischen großen und kleinen Autos sollte anders sein als jetzt. Ich bin gegen Wettbewerbsnachteile für Volvo und Saab – im Übrigen Marken, die bei Umweltfragen insgesamt besser da stehen als andere.“

Carlgren für niedrigere Strafsätze

Carlgren bezieht sich damit auf den ständig wachsenden Anteil so genannter Umweltautos – Wagen, die nicht nur Benzin, sondern auch Bioethanol tanken können. Dass auch die Verbrennung des Biosprits belastend für die Umwelt ist, spielt in der schwedischen Diskussion kaum eine Rolle – und so auch für den Umweltminister nicht. Carlgren sieht vielmehr den Standort gefährdet und schlägt deshalb vor, dass die Strafen für den Bau von Spritschluckern bedeutend geringer ausfallen sollen als bisher von der Kommission vorgesehen.

Doch einen Plan für die Umweltfreundlichkeit schwedischer Neuwagen ab 2020 hat Carlgren noch nicht – und das, wo Schweden bis dahin doch europaweit führend beim CO2-Sparen sein will.

„Dazu soll die Kommission einen Vorschlag machen. Wir sind der Meinung, dass die 130 Gramm pro Kilometer bis einschließlich 2012 gelten sollen und deshalb stehen andere Zahlen für die Zeit danach derzeit nicht zur Debatte.“

Autoschutz schlecht fürs Klima

Viel besorgter ist da schon Mattias Goldmann von der Vereinigung der grünen Autofahrer. Jetzt der Autolobby klein beizugeben und für Ausnahmen bei schweren PKW zu kämpfen, setze das falsche Signal. Ohne Druck auf die Autoindustrie passiere bei der Umstellung auf umweltfreundlichere Modelle rein gar nichts, befürchtet Goldman.

Wenn man jetzt den Herstellern von großen Wagen entgegenkommt, führt das doch dazu, dass wir es insgesamt nicht schaffen, unseren Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Die Autoindustrie betont doch immer, dass es längerfristige Spielregeln geben muss als nur bis zum Jahr 2012. Da ist es selbstverständlich, dass die EU-Kommission und die schwedische Regierung aktiv ein langfristiges Ziel erarbeiten müssen, etwa bis 2020 oder sogar 2025.“

Danach sieht es jedoch bislang nicht aus. Stattdessen hält es Schwedens Umweltminister wie sein starker Partner auf dem europäischen Festland und schreibt sich den Schutz der landeseigenen Automobilbranche auf die Fahnen. Der Klimaschutz hat dabei das Nachsehen.

Liv Heidbüchel 

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".