Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Seuchenschutz

EU eröffnet Notfallzentrum in Stockholm

Publicerat tisdag 4 mars 2008 kl 18.00
SARS in China, Mai 2003

Wenn in Deutschland die Vogelgrippe ausbrechen sollte - dann gehen in Stockholm künftig die Alarmglocken an. Am Dienstag hat die EU hier ein Notfallzentrum zur Seuchenbekämpfung eröffnet. Und Infos zum Händewaschen auf Lager.

Lagebesprechung im Notfallzentrum zur Seuchenbekämpfung. Zehn Mitarbeiter sitzen an einem Holztisch. Hinter ihnen hängen große Monitore. Auf denen laufen CNN, BBC und Euronews. Wenn irgendwo auf der Welt ein Seuche ausbrechen sollte, dann werden die Mitarbeiter hier aktiv.

”Die Medien in Thailand haben heute gemeldet, dass sich dort ein Mann mit H5N1 angesteckt haben soll”, sagt eine von ihnen. ”Die Weltgesundheitsorganisation hat das noch nicht bestätigt. Aber ich fasse diesen Medienbericht zusammen, tippe alles in einen Computer und in ein paar Minuten haben alle meine Kollegen diese Meldung auf dem Tisch.”

Von Stockholm aus die Welt warnen

Die Lage bewachen – und wenn es sein muss: Alarm geben. Genau das ist die Aufgabe des neuen Notfallzentrums. Wenn in Hamburg zum Beispiel ein Mann an dem SARS-Virus erkranken sollte, dann würde Stockholm ziemlich schnell aktiv werden, sagt Zsuzsanna Jakab, Chefin des Notfallzentrums.

”Wir würden das sofort mitkriegen, denn unser Lagezentrum ist rund um die Uhr besetzt. Dann würden wir erst den Ernst der Lage bestimmen und dann sofort das Robert Koch-Institut informieren. Und dann würden wir Deutschland wissenschaftlich beraten.”

Videokonferenz zur Info

Ein SARS-Fall in Deutschland – das wäre allerdings nicht bloß eine nationale Angelegenheit, sagt Zsuzsanna Jakab. Auch die anderen Mitgliedsstaaten der EU müssten schnell Bescheid wissen.

”Wir würden dann eine Videokonferenz starten, um die anderen EU-Länder zu informieren. Unser Job ist es, die Gefahr zu bewerten und die Länder wissenschaftlich zu beraten. Handeln müssen die dann selber – allerdings in Abstimmung mit der Europäischen Kommission.”

”No boundaries” 

Denn die finanziert das Notfallzentrum. Und sie verlangt auch was für ihr Geld: Die einzelnen Mitgliedsstaaten sollen sich vernetzen und besser zusammenarbeiten, wenn wirklich mal was passieren sollte. Wie vor einigen Jahren – da waren in Europa Fälle von SARS aufgetreten. Und die kamen ziemlich überraschend. Das zeige eine neue Gefahr, sagt Miroslav Ouzky, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments.

”Die EU hat keine Grenzen mehr – alle können jetzt überall arbeiten. Aber auch  für Krankheiten und Viren stehen die Grenzen offen. Heute kann man Urlaub machen auf den Fidschi-Inseln und einen Tag später wieder im Büro sitzen. Damit ist die Gefahr, sich mit neuen Viren zu infizieren viel höher als noch vor 100 Jahren.”

Richtig Hände waschen

Ein Frühwarnsystem und eine bessere Zusammenarbeit unter den EU-Ländern – soweit so gut. Doch das Notfallzentrum will auch für die Bürger der EU da sein und Informationen weitergeben, sagt Zsuzsanna Jakab:

”Auf unserer Internetseite gibt’s praktische Tipps, wie man sich gegen die Grippe impfen kann. Und wo in den einzelnen Mitgliedsstaaten das geht. Außerdem erklären wir, wie man sich zum Beispiel richtig die Hände wäscht.”

Übrigens: Die EU hat das Notfallzentrum zur Seuchenbekämpfung heute offiziell eröffnet – obwohl es bereits seit neun Monaten arbeitet. Erst heute hatten die Vertreter der EU Zeit, nach Stockholm zu kommen. Hoffentlich ist die EU schneller, wenn wirklich mal was Ernstes passieren sollte.

Dominik Rzepka

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".