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Mietkündigung

Familien mit Kindern landen auf der Straße

Publicerat onsdag 5 mars 2008 kl 17.32

Die Eltern zahlen ihre Miete nicht - und die Kinder müssen es mitausbaden. In Schweden haben allein im Januar 66 Kinder ihre Wohnungen verloren, weil ihre Eltern Schulden hatten bei ihren Hausverwaltungen. Besonders krass war ein Fall in Uppsala. 

Es ist der 14. Februar 2008. Hassan Said verbarrikadiert sich mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in deren Wohnung in Uppsala. In diese stürmen zehn Polizeibeamte. Sie wollen die Wohnung räumen, denn die Familie hat Mietschulden. Für eines der Kinder, den 16-jährigen Mohammed, ein einschneidendes Erlebnis.

”Das war schlimm für uns. Meine Mama hat das schwer mitgenommen. Es wurde ganz ruhig in der Wohnung. Wir waren panisch. Wir wussten ja nicht genau, was passiert. Wir hatten Angst und seitdem geht es meinen Geschwistern schlecht.”

Polizeieinsatz wegen 300 Euro Mietschulden

Die Polizei hat ihren Einsatz abgebrochen – weil sie das Wohl der Kinder nicht gefährden wollte. Diese sind zwischen 9 und 18 Jahre alt.

Noch wohnt die Familie in der alten Wohnung. Schulden hat sie immer noch: umgerechnet rund 300 Euro – die halbe Miete aus dem August vergangenen Jahres. Dass er wegen so eines Betrages aus der Wohnung geschmissen werden sollte sei ein Skandal, findet Vater Hassan Said.

Ohne Vorwarnung?

”Ich lebe seit über 20 Jahren in Schweden, ich fühle mich schwedisch. Meine Kinder haben die schwedische Staatsangehörigkeit”, sagt er. ”Wir werden behandelt wie Flüchtlinge: Wir  sollen unsere Wohnung verlassen – obwohl die Kinder hier geboren wurden und hier zur Schule gehen. Das bedeutet uns viel.”

Hassan Said ist sauer auf seinen Vermieter, die Staatliche Wohnungsbaugesellschaft Uppsalahem. Diese hätten ihre Räumungsaktion nicht einmal angekündigt. ”Wir haben nie etwas Offizielles von denen bekommen, keine Warnung, kein Brief. Ich glaube, die 300 Euro Mietschulden waren nur ein Vorwand, um uns hier rauszukriegen.”

Vermieter widerspricht

Dieser Darstellung widerspricht Uppsalahem. Selbstverständlich habe man Hassan Said gewarnt, sagt Åsa Hedenberg, Chefin von Uppsalahem: ”Das können wir auch beweisen. Ein Gerichtsvollzieher hat die Familie persönlich gewarnt. Wir haben uns das schriftlich bestätigen lassen. Die Familie wusste ebenso wie das Sozialamt, dass diese Schulden bezahlt werden müssen.”

Åsa Hedenberg bedauert den Polizeieinsatz und dass es so weit kommen musste. Die Schuld dafür sieht sie aber allein bei der Familie Said: ”Die Familie hätte die Wohnung schon vor dem 14. Februar verlassen sollen”, sagt sie. ”Die Kinder hätten sich nicht in der Wohnung befinden dürfen. Das Sozialamt hatte der Familie bereits eine andere Wohnung zur Verfügung gestellt. Dort hätten die Saids einziehen können.”

Zwei Zimmer für fünf Kinder? 

Das allerdings wollte die Familie nicht. Die Wohnung sei habe nur 2 Zimmer gehabt. Das sei nicht akzeptabel für eine Familie mit 5 Kindern, sagt der 16-jährige Mohammed. Er ist empört über seinen Vermieter Uppsalahem.

Wir wollen Gerechtigkeit. Uppsalahem soll sich entschuldigen. Und dann wollen wir fair behandelt warden: Wenn die uns in unserer jetzigen Wohnung nicht mehr haben will, dann muss uns das Sozialamt einen Ersatz besorgen: Ein Haus, in dem wir uns wohlfühlen. Keine 2-Zimmer-Wohnung in der Stadt.

Und dass das bald passieren wird – damit rechnet die Familie Said fest: In ihrer Küche stapeln sich schon die Umzugskartons. Sie sitzt bereits auf gepackten Koffern.

Dominik Rzepka

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