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Schwedische Fischerei:

Verchrottungsprämien zum Schutz der Meere

Publicerat torsdag 6 mars 2008 kl 17.21
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Die Regierung will das Fischen mit Netzen begrenzen.
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Eskil Erlandsson.

Bei den Berufsfischern geht es stürmisch zu. Die schwedische Regierung bemüht sich, das Fischereigewerbe umweltfreundlicher zu machen und ein Überfischen der Meere zu verhindern. Dazu will sie das Fischen mit Netzen um 30 Prozent begrenzen. Der zuständige Minister, Eskil Erlandsson, plant Verschrottungsprämien für die Kutter und Abfindungen für Fischer, die den Südwester endgültig an den Nagel hängen. Allerdings sind nicht alle Fischer für diese ministeriellen Maßnahmen.

Der heftige Wind peitscht das Meer, auf den Wogen tanzen Schaumkronen. Die Schiffe an den Brücken von Björkö schwanken kräftig.

„Windstärke neun ungefähr”, schätzt Peter Hagberg, er ist Mitbesitzer des Fischtrawlers Gottskär und führt uns herum.

„Hier schütten wir unseren Fang aus Fischen und Krebsen aus, wenn wir die Netze hochziehen. Wir sortieren und nehmen die Fische auch gleich aus. Das hier ist ein Spüler”, sagt er und zeigt auf einen großen Metallbehälter. „Das Wasser kommt mit Druck raus und die Krebse werden damit saubergemacht”, sagt Peter Hagberg. Er ist Berufsfischer von der Insel Björkö in den Schären nördlich vor Göteborg. Den Trawler Gottskär hat er vor drei Jahren zusammen mit seinem Kompagnon gekauft. Ein gut 20 Meter langes Fischerboot Baujahr 1948. Peter Hagberg befindet sich in einer unangenehmen Lage, denn Fischereiminister Eskil Erlandsson hat Verschrottungspläne:

„Wir haben eine Anzahl relativ großer Trawler, die sehr viel Fisch fangen können. Und so viel Fisch gibt es in unseren Meeren nicht mehr. Wir müssen die Flotte verkleinern, damit wir eine bessere Artenvielfalt in den umgebenden Meeren erreichen”, sagt der Minister.

Fischer Hagberg allerdings sieht keinen Mangel an Fisch:

„Man hat den Eindruck, dass unsere Beobachtungen auf dem Meer nicht ernst genommen werden. Das find ich sehr schade. Wir gehören schließlich zu einer Berufsgruppe, die sich ständig dort bewegt, wo die angebliche Krise ist. Wir sehen Tendenzen früh - genauso früh wie die Wissenschaftler. Ich merke täglich, wenn wir zum Fischen im Skagerrak und im Kattegatt sind, dass es wesentlich mehr Fisch gibt als vor zehn Jahren. Aber nicht überall. Hier in den Schären und an der Küste ist es eindeutig schlechter als früher.”

Marinebiologen betonen, dass es im Vergleich zu den Achtzigerjahren wesentlich weniger Fisch im Meer gibt. Nach ihrer Ansicht ist vor allem der Dorsch in Ostsee, Skagerrak und Kattegatt zu stark gefischt worden. Aber auch andere Arten.

Die schwedische Regierung verlässt sich mehr auf die Wissenschaftler und stellt für die kommenden sechs Jahre umgerechnet rund 20 Millionen Euro bereit, um ein Überfischen zu verhindern.

In der winzigen Kombüse kocht Fischer Hagberg pechschwarzen Kaffee. Er und sein Teilhaber fischen hauptsächlich Meereskrebse. Nebenbei nehmen sie auch ein paar Dorsche mit. Aber ihre kleine Quote ist meist schon mit dem ersten Heraufziehen der Netze gefüllt.

„Den Dorsch und anderen Fisch, den wir anschließend herausholen, den müssen wir wieder über Bord werfen. Dabei sterben die Fische ja! Das ist eine furchtbare Verschwendung. Woanders verhungern die Menschen und wir werfen Tonnen von totem Fisch über Bord!”

Familie Hagberg lebt seit mehreren Generationen von der Fischerei. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Berufsbild stark geändert. In den Vierziger- und Fünfzigerjahren hatte man nicht dieselben Gerätschaften wie heute. Damals arbeiteten sechs oder sieben Mann auf einem Kutter, den heute zwei Personen bedienen. Unter anderem wurden die Netze mit Muskelkraft hochgezogen.

Müllfischen als Alternative

Zurzeit gibt es in Schweden ungefähr 1 500 Fischereifahrzeuge. Fischer, die nicht nur ihr Fahrzeug verschrotten sondern ihren Beruf ganz aufgeben, können eine zusätzliche Abfindung erwarten, über die Größe ist bisher nichts Genaues bekannt. Auch der Berufsverband der Fischer glaubt an eine Verkleinerung der Flotte. Aber Peter Hagberg reizen die Alternativen nicht:

„Daran bin ich nicht interessiert. Ich bin 30. Ich will meinen Beruf nicht hergeben. Das ist ein interessanter und abwechslungsreicher Beruf. Ich will kein Geld dafür aufzuhören.”

Mit dieser unsicheren Zukunftsperspektive könnte vielleicht eine Idee des Umweltexperten der Seefahrtsbehörde ein Ausweg ist. Stefan Lemieszewski schlägt ”Fishing for litter” vor, Müllfischen. Den Abfall, den die Fischer unbeabsichtigt mit ihren Netzen aus dem Meer holen - meist Gegenstände aus Kunststoff oder deren Reste - sollen sie nicht mehr zurück ins Meer werfen sondern gegen Entgelt im Hafen abliefern.

„Diese Probleme, die dieser Abfall im Meer mit sich führt, wird dadurch langfristig kleiner. Plastiktüten, Kunststoffbecher usw. will ja keiner haben und nach einem Sturm sind teure Aufräumarbeiten an der Küste und den Stränden nötig. Die bräuchten wir dann nicht so häufig. Diese Kunststoffe sind ja nicht abbaubar und viele Meerestiere verenden, weil sie so etwas fressen oder einatmen und gehen dann elend zugrunde”, erklärt Umweltexperte Lemieszewski das Problem.

Das maritime Müllmodell wird bereits in Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark erfolgreich praktiziert. Nach dem schwedischen Vorschlag würden die Gemeinden den Fischern diese Müllabfuhr regelrecht vergüten. Mag sein, dass Müllfischen als Nebenerwerb die Existenz mancher Fischer retten kann. Noch handelt es sich um ein Gedankenspiel und Peter Hagberg blickt skeptisch in die Zukunft:

„Wegen der Fischereipolitik, die heute gang und gäbe ist. Ich hoffe, dass ich auch in 20 Jahren noch dabei bin. Es kommt ganz darauf an, inwieweit man noch Fischen darf. Solange es sich lohnt, mache ich weiter.”

Sybille Neveling

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