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Integration von Migranten:

Keine Befreiung vom Schulunterricht

Publicerat fredag 7 mars 2008 kl 15.00
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Marie Granlund.
Jan Björklund.
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Jan Björklund.

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Ein schöner Spruch, über dessen Wahrheit aber schon so mancher spekuliert hat. Auch in Schweden bezweifeln manche Eltern aus religiösen oder kulturellen Gründen, dass der Lehrstoff  in den Schulen für ihre Kinder immer sinnvoll und richtig ist. Die Folge: Die Kinder, meist solche von Immigranten, bleiben dem angeblich schädlichen Unterricht fern. So war das im vergangenen Jahr zum Beispiel bei jedem vierten Einwanderer-Mädchen. Der Liberalen Volkspartei ist so etwas ein Dorn im Auge.

Schon seit einigen Jahren gehören die Liberalen zu den Fleißigen im Lande, wenn es darum geht, in Integrationsfragen Forderungen an Einwanderer zu stellen. So ging die Partei vor den Parlamentswahlen 2006 mit der Forderung nach Sprachtests für Einwanderer ins Rennen. Eine Forderung, die die anderen bürgerlichen Parteien damals verwerflich fanden. Nun hat Jan Björklund, Bildungsminister und Vorsitzender der Liberalen, in Sachen Schulpolitik erneut eine Forderung aufgestellt, die vor allem auf  Einwanderer zielt: Björklund will Eltern die Möglichkeit entziehen, ihre Kinder aus religiösen oder kulturellen Gründen von Unterrichtsfächern fernzuhalten. Auch tief religiöse Muslime sollen nach seiner Ansicht die Pflicht haben, zum Beispiel am Sportunterricht oder Sexualkunde teilzunehmen. Björklund begründet das so:

„Es ist nicht logisch, dass Mädchen mit Migrationshintergrund von der Pflicht zur Teilnahme am Unterricht befreit werden, nur weil ihre Eltern Teile des Unterrichts nicht gutheißen. In Schweden gibt es eine Schulpflicht, und die gilt nach unserer Ansicht eben auch für Einwandererkinder.“

Die politischen Reaktionen auf den Vorschlag ließen nicht lange auf sich warten. Als habe Björklund in ein Wespennest gestochen, so schwärmten die Kritiker sowohl aus der Regierungskoalition als auch aus den Reihen der Opposition aus. Der Parteivorsitzende der Christdemokraten, Göran Hägglund, hält den Ansatz für völlig unpassend:

„Es ist der falsche Weg, Schülern die Möglichkeit zu nehmen, gewissen Unterrichtsinhalten fernzubleiben. Richtiger wäre es, das Vertrauen zwischen den Eltern und der Schule zu verbessern. Dann könnten die Schüler auch am Unterricht über diese Themen teilnehmen.“

Auch die oppositionellen Sozialdemokraten lehnen den Vorstoß der Liberalen klar ab. Marie Granlund, die im Bildungsausschuss des Reichstages sitzt, erläutert ihre Bedenken so:

„Besonders die betroffenen Mädchen – und um die geht es ja hauptsächlich – könnten dann in einer Zwickmühle zwischen Eltern und Schule landen. Dieses Problem könnten die Schulen selbst durch einen Dialog mit den Eltern wahrscheinlich viel besser lösen.“

Und auch die Konservativen als größte Regierungspartei sind skeptisch, ob der Unterrichtszwang die Probleme der Einwandererkinder in Bildungsfragen lösen könnte. Doch Jan Björklund lässt sich davon genauso wenig irritieren wie von den Bedenken, seine Partei würde sich mit solchen Äußerungen auf zweifelhaftes Terrain begeben.

„Das ist doch alles Quatsch! Wir wollen doch nur darauf achten, dass die Mädchen die gleiche Schulbildung erhalten wie alle anderen. In Schweden gibt es die Schulpflicht, und die gilt auch für Kinder von Einwanderern“, sagt Björklund.

Im Herbst sollen die Liberalen ihren Segen zu den Vorstellungen ihres Vorsitzenden geben. Und dann will Björklund seine Vorschläge auch innerhalb der Regierungskoalition durchbringen. Ob ihm das gelingt, darf angesichts der schwedischen Zurückhaltung der anderen Parteien in dieser Frage bislang noch bezweifelt werden.

Thomas Fenske

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