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Schulpolitik

Privatschulen locken mehr Schüler - zur Sorge der öffentlichen Schulen

Publicerat måndag 14 april 2008 kl 12.05
Lebensmittelpunkt Schule: entscheidet über Bildung und das soziale Umfeld

Immer mehr schwedische Eltern schicken ihre Kinder auf sogenannte freie oder unabhängige Schulen. Dies zeigt eine Untersuchung des Zentralamts für Schule und Erwachsenenbildung. Fast zehn Prozent der Erst- bis Neuntklässler besuchen keine öffentlichen Bildungsstätten. Das hat große Auswirkungen auf die Arbeit der öffentlichen Schulen. Im nordschwedischen Sundsvall haben die Stadtväter eine Schule ganz zugemacht und bei einer weiteren mehrere Klassen geschlossen.

Der Unterricht an der Skönsberg Schule in Sundsvall klingt aus. Sie ist eine öffentliche Schule in einem Stadtteil mit vielen Einwanderern. Die Gebäude sind abgenutzt und im Herbst werden die Klassen sieben bis neun zugemacht. Die Betroffenen müssen die Schule wechseln.

Annika Sundström ist die Mutter eines dieser Schüler. Die öffentlichen Schulen hätten schon vor langer Zeit anfangen sollen mit den Privaten zu konkurrieren, kritisiert sie: „Ich finde die öffentlichen Schulen hätten wagen sollen, ein bisschen professionell und gar kommerziell zu sein und sich zu profilieren. Ich verstehe nicht, dass man seitens der Stadt diese Entwicklung nicht gesehen und ihr beizeiten entgegengesteuert hat.”

Öffentliche Schulen haben geschlafen
Martin Johansson ist sozialdemokratischer Vorsitzender des Kinder- und Jugendausschusses in Sundsvall. Die öffentlichen Schulen hätten versäumt, sich aktiv um Schüler zu bemühen, gesteht er ein: „Das haben unsere Schulen verschlafen. Ihnen ist viel zu spät aufgegangen, dass sie etwas tun müssen.”

Sally Ågebrand, Kevin Noen und Nea Nordfeld gehören zu denen, die an eine andere Schule wechseln müssen.

„Das finden alle schlecht. Aber man kann ja nichts machen. Wenn man in allen Fächern genau zum Abschlussjahr neue Lehrer bekommt, dann werden die Noten bestimmt schlechter.”

„Die sparen Geld, indem sie das Schulgebäude nicht renovieren. Aber klar, wir sind jetzt ja auch weniger Schüler.”

„Die privaten Schulen haben ja Themenschwerpunkte und das zieht mehr Schüler an, als der unspezifische Unterricht hier an der Skönsberg Schule. Die öffentlichen Schulen sollten mehr Werbung für sich machen. Und interessante Fächerkombinationen anbieten. Damit man auch wirklich dort auf die Schule gehen will.”

In Schweden sind die Gemeinden für den Schulbetrieb zuständig. Der Lehrplan wird landesweit geregelt. Seit 1992 erhalten anerkannte unabhängige Schulen Zuschüsse von der Heimatgemeinde des jeweiligen Schülers. Bei diesen Lehranstalten handelt es sich häufig um konfessionelle oder andere Schulen mit einer besonderen pädagogischen Ausrichtung wie Montessori- und Waldorfpädagogik. Mindestens 20 Schüler sind nötig.

Und die zu erreichen ist oft kein Problem. Der Anteil Schüler solcher Schulen ist in den vergangenen fünf Jahren landesweit um fast 50 Prozent gestiegen. Aber diese Tendenz ist nicht gleichmäßig auf das ganze Land verteilt: Die meisten freien Schulen befinden sich in den Großstädten. In vielen dünn besiedelten Landesteilen besuchen fast alle Schüler öffentliche Lehranstalten.

Annette Hällfors vom Zentralamt für Schule registriert Anträge auf Neugründungen: „In diesem Jahr gehen besonders viele Anträge für Grundschulen ein. Das ist neu. Unsere Behörde legt Wert darauf, dass in jeder Kommune mindestens eine öffentliche Grundschule vorhanden ist. Man soll überall eine öffentliche Schule besuchen können.”

Das bedeutet natürlich auch, dass diese Schule genügend Schüler haben muss um einen normalen Betrieb aufrecht zu erhalten, erläutert Hällfors weiter. Wenn das nicht mehr gewährleistet ist, genehmigt ihre Behörde in der entsprechenden Gemeinde keine weitern freien Schulen. Die Gemeinde ist immer verpflichtet, dafür zu sorgen, dass allen Schülern auch ein Platz zur Verfügung steht. Und was geschieht im umgekehrten Fall, wenn eine freie Schule plötzlich den Betrieb einstellt?

„Ja, dann ist die Gemeinde gezwungen die nötigen Plätze bereitzustellen.”

Längere Umstellungsfristen gefordert
Eben diese Tatsache stört Martin Johansson, den sozialdemokratischen Vorsitzenden der Kinder- und Jugendausschusses in Sundsvall. Ihm sind die Umstellungsfristen zu kurz.

„Es geht nicht, dass man - so wie jetzt - im Frühling einen Antrag stellt und dann im Herbst schon seine freie Schule eröffnen kann. Da haben die öffentlichen Schulen und die Gemeinde zu wenig Zeit, Betrieb und Organisation umzustellen. Wir müssen beliebte öffentliche Schulen schließen, weil sie nicht genügend Schüler haben. Aber die Schüler, die diese Schule gewählt haben, haben ja auch Rechte. Das jetzige System funktioniert nicht, das muss anders werden!”

Martin Johansson befürchtet, dass mehr freie Schulen zu weniger Chancengleichheit und mehr Spaltung in der schwedischen Gesellschaft führen.

„Mit einer freien Schule wählen Eltern ja gleichzeitig auch, welche Schulfreunde ihre Kinder haben sollen, welchen Menschen sie selbst auf den Elternabenden begegnen, und da wählen die meisten Menschen, die ihnen selbst ähnlich sind. Das ist zwar nicht neu, aber es ist beunruhigend, und es wird die schwedische Gesellschaft fühlbar verändern.”

Sybille Neveling

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