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Mörder gesteht - Polizei in der Kritik: Mord an 10jährigem Mädchen hätte verhindert werden können

Publicerat måndag 14 april 2008 kl 17.02

Der Mörder der zehnjährigen Engla aus Stjärnsund ist gefasst. Am Sonntagabend war die Beweislast gegen den 42-jährigen Verdächtigen erdrückend geworden. Seit dem Verschwinden des Mädchens am 5. April haben Polizei sowie die Anwohner des Ortes intensiv nach ihr gesucht – ohne Erfolg. Der Mann gab ebenfalls zu, einen weiteren Mord auf dem Gewissen zu haben: 2000 wurde eine 31-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens, die Tat blieb bisher unaufgeklärt. Offenbar lagen der Polizei der Region Dalarna schon länger Hinweise gegen den 42-Jährigen vor. Allerdings soll keiner der Ermittler den Tipps nachgegangen sein.

„Eine Untersuchung soll nun zeigen, ob wir falsche Prioritäten gesetzt haben oder ob es menschliches Versagen war oder etwas anderes“, erklärte ein sichtbar niedergeschlagener Sten-Olov Hellberg, Chef der Landeskripo Dalarna, heute der versammelten Presse. „Es gibt sicher verschiedene Erklärungen, warum niemand näher auf die Tipps geguckt hat, aber zum jetzigen Zeitpunkt habe ich keine gute Erklärung. Für die gesamte Polizei ist das sehr belastend – ein Trauma für uns alle.“

Bereits im November gingen bei der örtlichen Polizei Hinweise ein, wonach der 42-jährige Verdächtige für den Tod der 31-jährigen Frau verantwortlich sein sollte. Die Hinweise verstaubten auf irgendeinem Schreibtisch.

DNA-Analyse überführte den Verdächtigen

Dass der 42-Jährige überhaupt ins Visier der Ermittler geriet, ist wohl dem Zufall zu verdanken. Ein Passant testete die Kamera seines neuen Handys – und fotografierte erst die Zehnjährige auf dem Fahrrad und kurz darauf ein rotes Auto. Nach einer Woche erfolgloser Suche nach der kleinen Engla dann die Ergebnisse der DNA-Analyse: Sie erhärtete den Verdacht, dass der Verdächtige nicht nur vor acht Jahren den Mord an der 31-Jährigen verübte, sondern auch mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hat. Konfrontiert mit der Beweislast, gab der Mann die Morde zu. Der 42-Jährige war schon früher verurteilt: wegen sexueller Belästigung. Nachdem er nun während der Verhöre einen Vergewaltigungsversuch zugab, schließt sein Anwalt nicht aus, dass noch weitere Straftaten ans Tageslicht kommen.

Der Statistik nach zu urteilen, sind Wiederholungstäter relativ selten in Schweden. Etwa zehn Prozent der Mörder morden mehr als einmal.

Das Verschwinden der Zehnjährigen hat die Medien in den vergangenen Tagen wie kein anderes Thema dominiert. Engla war nach dem Fußballtraining am Nachmittag nicht nach Hause gekommen und verschwand, als sie nur noch 500 Meter von zu Hause entfernt war. Besonders unter schwedischen Eltern und Kindern hat dies eine Welle der Unruhe ausgelöst. Doch wie die Kriminalstatistik zeigt, sind Morde an Kindern die absolute Ausnahme – zumal von fremder Hand. Jährlich werden etwa zehn Kinder unter 15 Jahren Opfer tödlicher Gewalt, in den meisten Fällen ist der Täter ein Elternteil oder ein Verwandter.

”Das schlimmste Szenario”

Was die Arbeit der Polizei in Dalarna angeht, sind jedenfalls noch viele Fragen offen. Dass der Mord an der kleinen Engla möglicherweise hätte verhindert werden können, bedrückt auch den Chef der Kripo Dalarna, Sten-Olov Hellberg: „Das wäre natürlich das schlimmste Szenario. Wenn sich herausstellt, dass man zu einem früheren Zeitpunkt etwas hätte unternehmen können, dann müssen wir uns dieser Kritik stellen. Jetzt soll erst einmal die externe Untersuchung der Sache auf den Grund gehen.“

Liv Heidbüchel

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