Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
IT-Gesellschaft

Umstrittene Internetauskunft über Ärzte

Publicerat tisdag 15 april 2008 kl 15.45

Jahrzehntelang haben die Schweden sich im Krankheitsfall ohne viel Nachdenken zur nächsten öffentlich betriebenen Poliklinik begeben und geduldig abgewartet, welcher Arzt dort sich ihrer annehmen würde. Seit einigen Jahren herrscht mehr Wahlfreiheit. Man kann sich aussuchen, in welchem Ärztehaus man sich registriert. Aber welchen Arzt soll man wählen?

Mehrere Dienste im Internet veröffentlichen Benotungen und Kommentare über Ärzte. Viele Mediziner reagieren mit sehr gemischten Gefühlen auf diese Patientenzeugnisse, aber möglicherweise müssen sich immer mehr Berufsgruppen daran gewöhnen, nach ihrer Qualifikation beurteilt zu werden.

Madeleine Persson sitzt in der Cafeteria des Sahlgrenschen Krankenhauses in Göteborg und wartet auf das Ergebnis einiger Labortests. Sie würde nicht zögern, im Internet nachzuschauen. Und eine Beurteilung über ihren jeweiligen Arzt würde sie auch schreiben. „Also ich würde nichts schreiben, wenn es sich um einen guten Arzt handelte. Aber wenn dieser Arzt richtig unangenehm wäre oder seine Arbeit eher nachlässig täte, dann würde ich das kommentieren.“

Patientenurteil
Auf der Internetseite Doktorsguiden.se können Patienten schreiben, was sie von ihrem Arzt halten. Die Benotung reicht von eins bis sechs. 33 000 Namen von Ärzten und die öffentlichen Krankenhäuser des Landes sind auf der Seite eingetragen. Über die meisten ist nichts aufgeführt, weder Positives noch Negatives obgleich nach den Angaben des Seitenbetreibers schon mehr als 33 000 Patienten ihr Urteil dort niedergeschrieben haben. Benotet werden da Können des Arztes, seine Fähigkeit zuzuhören und sich in die Situation des Patienten hinein zu versetzen. Es gibt auch ein Feld für eigene Kommentare.

Da steht dann zum Beispiel:
„Ein bisschen unpersönlich und hört nicht so gut zu. Diskutiert nicht gern über Alternativen. Altmodisch. Hat zum Beispiel keinen Computer – aber Ultraschalluntersuchung. Die Krankenakten werden von Hand geführt.“

Umstrittene Methode
Diese Internetseite gibt es seit einem halben Jahr. Seitdem diskutieren Ärzte und Laien ihre Existenzberechtigung und Wirkung. Mehrere Ärzte bezeichnen Doktorsguiden im Gespräch mit dem Schwedischen Rundfunk als unseriös, die Seite verbreite falsche Angaben. So habe ein Schönheitschirurg, der vor einiger Zeit wegen Vergewaltigung von Patientinnen verurteilt wurde, sehr gute Beurteilungen gehabt, bis er von der Liste gestrichen wurde.

Mehrere Ärzte betonen auch, dass eine Benotung kein gerechtes Urteil über die Fähigkeiten, die Kenntnisse eines Arztes sein kann. Per-Olof Hansson ist Arzt am Sahlgrenschen Krankenhaus in Göteborg: „Wir haben ja zum Beispiel drogenabhängige Patienten. Die wollen nicht selten ein Rezept für die entsprechenden Medikamente haben. Wenn sie das von mir nicht bekommen, werden sie wütend und schreiben dann vielleicht, dass ich ein sehr schlechter Arzt bin. Obgleich es eigentlich genau umgekehrt ist. Und dann gehen sie zu einem anderen Arzt, der ihnen das Gewünschte verschreibt, und den finden sie gut.“

Der 22-jährige Philip Nordenström betreibt Doktorsguiden zusammen mit seinem Bruder. Er versichert, dass inzwischen alle Kommentare erst nach genauer Überprüfung veröffentlicht werden. „Alles auf unserer Seite muss vor der Veröffentlichung kontrolliert und genehmigt werden. Es soll ja nichts Beleidigendes oder Anstoβerregendes  dort stehen. Wir wollen konstruktive Kritik.“

Schwer zu beurteilen
Für Außenstehende ist schwer zu beurteilen, wer die Kommentare schreibt. Denn natürlich können die Ärzte sich inkognito auch selbst beurteilen – oder ihre Kollegen. Mitte Februar lagen zum Beispiel alle Ärzte einer bestimmten Poliklinik an der Spitze. Der Chef der Poliklinik hatte die Vorzüge seiner Mediziner mit Akribie dort hervorgehoben, um die Schwachstellen der Webseite zu verdeutlichen. Inzwischen muss man sich einloggen um einen Kommentar zu schreiben.

Der schwedische Ärzteverband hat versucht, juristisch gegen Doktorsguiden vorzugehen. Erfolglos, denn die Betreiber der Seite haben eine entsprechende Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörde, Radio och Teveverket.

Eva Nilsson Bågenholm ist Vorsitzende des schwedischen Ärzteverbands. „Ich sehe die Gefahr, dass Patienten sachlich falsche Beurteilungen über Ärzte schreiben. Ärzte können sich ja auch gezwungen fühlen, Patienten krank zu schreiben oder zum Beispiel Antibiotika zu verordnen, weil sie befürchten, dass ein negatives Urteil im Internet erscheint, wenn sie nicht tun, was die jeweiligen Patienten fordern. 

Ein Arzt, der sich falsch benotet fühlt oder vielleicht nur einfach keine Lust zu einer Beurteilung verspürt, hat kaum Möglichkeiten, von der Liste gestrichen zu werden, betont Doktorsguidens Betreiber: „In den meisten Fällen, kann ein Arzt nichts unternehmen. Aber unser Doktorsguide ist ja nicht die einzige Seite mit solchen Angaben.“

Richtig. Auch der online Auskunftsdienst Eniro und medizinische Internetseiten machen ähnliche Angaben über Ärzte. Eva Nilsson Bågenholm glaubt, dass solche Informationen in Zukunft noch wesentlich häufiger werden.

Patientenwünsche
„Positiv daran ist, dass die Patienten Tatsachen und Informationen, die sie brauchen, irgendwo finden. Wir im medizinischen Bereich müssen dringend darüber informieren, welche Behandlung und welche Ergebnisse die einzelnen Kliniken bieten. Das Wichtigste ist ja, dass die Patienten wissen, dass sie die richtige und angemessene Behandlung bekommen. Am aussagefähigsten sind Seiten, die keine einzelnen Meinungen, sondern die Ergebnisse von Umfragen zusammenstellen.“

Mehrere Patienten, mit denen der Schwedische Rundfunk gesprochen hat, begrüßen solche Dienste: „Ich bekomme ja einen ganz anderen Einblick in die Arbeit der Polikliniken und die Behandlungen überhaupt. Wenn die mich zum Beispiel operieren wollen, da muss ich doch wissen, ob die was von ihrem Handwerk verstehen!“

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".