Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Zustände in Betreuungsheimen mangelhaft - Regierung will besser kontrollieren

Publicerat onsdag 16 april 2008 kl 13.47
"Kinder brauchen besseren Schutz": Gesundheitsministerin Maria Larsson

Die Zustände in Schwedens Betreuungsheimen für Jugendliche lassen teilweise zu wünschen übrig. Zu diesem Schluss kommt die erste landesweite Untersuchung der Betreuungsheime. Abgeschlossen wird das Projekt erst im kommenden Jahr, doch schon der erste Teilbericht stellt den Heimen kein gutes Zeugnis aus.

Sexuelle Übergriffe, Sicherheitsmängel und ein Unwille, die betroffenen Kinder an den Behandlungsplänen zu beteiligen – das sind nur einige der Kritikpunkte, die Mitarbeiter des Zentralamtes für Gesundheits- und Sozialwesen in ihrem ersten Bericht nennen. 420 Betreuungsheime gibt es in Schweden, 80 Prozent arbeiten in privater Regie. In den „Wohn- oder Pflegeheimen“, wie die Heime in Schweden heißen, sind rund 5.600 Kinder untergebracht.

Darunter sind Kinder, die von ihren Eltern vernachlässigt werden oder Jugendliche, die Probleme mit Drogen haben oder straffällig geworden sind. Doch offenkundig hilft das Personal dieser Heime den Kindern nicht immer ausreichend. Diesen Eindruck vermittelt Natalie, die bis vor einem Jahr selbst in einem Heim wohnte:

„Ich kenne Leute, die sich im Heim zum Beispiel die Arme aufgeritzt haben und so, und da haben die Angestellten überhaupt nichts gemerkt. Ich fand es auch schlimm, da zu wohnen. Man ist schnell deprimiert und so.“

156 Heime hat das Amt für Gesundheits- und Sozialwesen bisher untersucht. Nur zwölf davon kamen ohne jegliche Anmerkung davon. Der überwiegende Teil muss nachbessern. Die meisten Mängel waren zum Glück nicht schwer. Allerdings kamen auch Misshandlungsfälle ans Tageslicht, darunter sexuelle Übergriffe gegen Mädchen – zwar nicht von Seiten des Personals, aber doch unter der wenig aufmerksamen Beobachtung des Personals. Gutachterin Ann Johansson: „Das ist natürlich sehr ernst und das muss auch dem Heimpersonal klar werden. Die Heime müssen Risikoanalysen durchführen und zusehen, dass solche Dinge gar nicht erst geschehen.“

”Niemand hört den Kindern zu”

Was die Gutachter am häufigsten bemängelten, sind grobe Versäumnisse bei der Dokumentation der Arbeit und der Beteiligung der Jugendlichen an den Behandlungsplänen. Dabei gibt es gesetzlich festgelegte Kriterien, wonach die betroffenen Kinder ein gewisses Mitspracherecht haben. Mehr als die Hälfte der bisher untersuchten Betreuungsheime halten sich nicht an diese Kriterien. Mit diesem traurigen Ergebnis sei zu rechnen gewesen, sagt Anna Frenning vom Kinderschutzbund „Rädda Barnen“:

„Genau das sagen Kinder immer, wenn man sie fragt. Sie sagen, die Erwachsenen bestimmen alles über ihre Köpfe hinweg, sie fragen uns nicht und wenn sie fragen, hören sie nicht zu, was wir antworten. Das ist ja das Empörende! Gut, dass das nun allen durch diese landesweite Kontrolle klar wird.“

Regierung will nachbessern

Das Amt für Gesundheits- und Sozialwesen hat seinen Teilbericht am Mittwoch der Regierung vorgelegt. Gesundheitsministerin Maria Larsson versprach, von politischer Seite nachzubessern: „Wir wollen dafür sorgen, dass Kinder, denen Unrecht getan wurde, zu Wort kommen und dass ihre Aussagen den nachfolgenden Beschlüssen zugrunde liegen“, sagte die christdemokratische Ministerin im Schwedischen Rundfunk. „Wir bemühen uns, die Überwachung der Heime zu verstärken.“ Ein Regierungsvorschlag sieht vor, dass die Heime künftig auch unangemeldet besucht werden sollen.

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".