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Asylbewerber - von ihren Anwälten verlassen?

Publicerat onsdag 16 april 2008 kl 14.50
Eine der Kritikerinnen, Madelaine Seidlitz von Amnesty International

Wer sich auf seinen Anwalt verlässt, der ist verlassen – so sieht es für viele Asylsuchende in Schweden aus. Allzu viele von ihnen bekommen vom Einwanderungsamt einen Anwalt zugeteilt, der sie nur schlecht vertritt. Dennoch erhalten diese Anwälte von dem Amt weiterhin Aufträge.

„Sie betonen immer, wir können an einem Fall nicht so lange arbeiten – schlieβlich werden wir nur für so und so viele Stunden bezahlt“, sagt Mohammed, der eigentlich anders heiβt und schlechte Erfahrungen mit Anwälten hat machen müssen.

Dabei ist der Grundgedanke gut: Wer  aus seinem Heimatland geflohen und neu in Schweden ist, dem fällt es nicht so leicht, sich im schwedischen Asylrecht zurecht zu finden. Daher bekommt jeder Asylsuchende einen öffentlichen Anwalt zur Seite gestellt, der dabei helfen soll, die Lebensgeschichte des Asylsuchenden richtig darzustellen. Diese Darstellung geht schriftlich ans Einwanderungsamt; allerdings aber oft in einer Qualität, die zu wünschen übrig lässt. Anne-Britt Andersson vom Einwanderungsamt in Flen berichtet von einem Anwalt, der sich für einen Asylsuchenden aus Iran gerade mal eine knappe Seite abringen konnte.

“Wenn jemand sein Land verlassen muss, dann sind die dahinter liegenden Ursachen selten so knapp und einfach, dass sie auf einer Seite beschrieben werden könnten“, sagt Anne-Britt Andersson. Anders Sundqvist, Jurist in einem Beratungsbüro für Asylsuchende, stimmt ihr zu:
“Oft handelt es ich um sehr kurze Schriftstücke. Das einzige, was der Verfasser getan hat, ist es in diesen Fällen, den bericht des Asylsuchenden unkritisch niederzuschreiben.“

Wenn diese Praxis inzwischen sogar von Mitarbeitern des Amtes selbst kritisiert wird – warum ist bislang nichts passiert? Sind sozusagen auch schlechte, unengagierte Anwälte für Asylbewerber immer noch gut genug? Stefan Råhlander, Experte beim Einwanderungsamt, sagt auf Anfrage von Radio Schweden:

„Es hat Fälle gegeben, wo Anwälte aufs Gröbste ihre Pflichten vernachlässigt oder anderweitig unpassend aufgetreten sind. In diesen Fällen wurden die Anwälte dann nicht mehr beschäftigt.“ Auf die rote Liste des Amtes kam und kommt bisher also nur, wer sich Schweres zuschulden kommen lässt. Doch das soll sich ändern, so gelobt es jedenfalls das Einwanderungsamt. Man will besser beim Aussortieren der ungeeigneten, unengagierten Anwälte werden.

Dass dies absolut notwendig ist, betont auch Medelaine Seidlitz, Juristin bei Amnesty International. Ein guter oder schlechter Anwalt, so Seidlitz, könne den Unterschied zwischen Asylbewilligung und Abschiebung bedeuten: „Definitiv haben die Anwälte Bedeutung für den Asylprozess und die Chancen des Einzelnen“, betont sie.

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