Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

So viele HIV-Infizierte wie nie - Aufklärungskampagnen greifen nicht

Publicerat torsdag 17 april 2008 kl 12.35

Immer mehr Fälle von HIV werden in Schweden registriert. Allein im vergangenen Jahr waren es 150 neue Fälle – das sind 70 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch die Zahl der AIDS-Erkrankungen ist in die Höhe geschnellt. Dabei sieht ein nationaler Handlungsplan vor, die Zahl der HIV-Fälle bis zum Jahr 2016 zu halbieren. Was die Behörden außerdem beunruhigt, ist die erschreckende Unkenntnis vieler Betroffener: Mehr Erkrankte denn je zuvor ahnten nicht einmal, dass sie sich mit dem HI-Virus infiziert hatten.

Müdigkeit, Appetitlosigkeit und ständig erkältet – das liegt am Job als Kindergärtnerin, dachte Carolina Odera, schließlich macht dort immer irgendeine ansteckende Krankheit die Runde. Acht Jahre lang war Carolina Odera mit dem HI-Virus infiziert, ohne eine geringste Ahnung davon zu haben. Inzwischen ist die Immunschwächekrankheit AIDS ausgebrochen.

„Ich konnte mir nie vorstellen, dass es mich treffen kann. Man denkt doch immer, das betrifft nur die anderen da drüben irgendwo, denn HIV gehört doch nicht nach Schweden. Ich hatte keinerlei Kontakt zu anderen HIV-Infizierten und war vollkommen uninformiert. Ich habe wie unter einer Glasglocke gelebt.“

Beim Zentralverband für Sexualaufklärung blickt man alarmiert auf die gestiegene Zahl HIV-Fälle. „So viele registrierte Infizierte hat es seit dem Auftreten der Krankheit in Schweden noch nicht gegeben“ sagt die Vorsitzende des Zentralverbandes, Åsa Regnér. „Das ist natürlich sehr ernst, und da ist es äußerst wichtig, die Entwicklung genau zu verfolgen. Das betrifft auch die Clamydien-Infektionen.“

Immer mehr Clamydien-Infektionen

Die Clamydien-Infektion gilt in den Industrieländern inzwischen als häufigste Geschlechtskrankheit. Besonders häufig tritt sie bei Jugendlichen auf. Im schlimmsten Fall kann sie bei Mädchen zu Unfruchtbarkeit führen. Die Zahl der Clamydien-Infektionen ist in Schweden im vergangen Jahr ebenso wie die HIV-Infektionen um 70 Prozent gestiegen.

Die Regierung investiert jährlich umgerechnet rund 15 Millionen Euro in Aufklärungskampagnen zum Thema HIV – eine ausreichende Summe, meint Gesundheitsministerin Maria Larsson, denn das Geld sei sinnvoll investiert:

„Außerdem arbeiten wir an einem Handlungsplan zur Clamydien-Infektion, der wiederum positive Auswirkungen auf die HIV-Präventionsarbeit hat. Zum Beispiel enthält der Plan eine Kommunikationsstrategie, wie wir die jungen Menschen besser erreichen können. Dann arbeiten wir an einem Handbuch für die Arztpraxen, damit die die Jugendlichen besser über HIV-Prävention informieren können. Vieles Neues ist also auf den Weg gebracht.“

Aufklärungskampagnen erreichen nicht alle

Åsa Regnér vom Zentralverband für Sexualaufklärung reichen diese Einsätze nicht. Es gehe zu langsam vorwärts und die Ressourcen reichten bei weitem nicht. „Ich vermisse große Aufklärungskampagnen wie zum Ende der 80er Jahre, die die Leute auch wirklich erreichen. Die Kampagnen jetzt tun das ja ganz offensichtlich nicht. Jugendliche wissen zwar, dass es HIV gibt, aber sie fühlen sich nicht direkt betroffen. Dass die Zahl der HIV-Fälle bis 2016 halbiert sein soll, ist ein gutes Ziel. Aber es muss sich auch beim Sexualunterricht etwas tun. Dieser Aspekt ist meiner Meinung nach völlig vernachlässigt.“

Ein Stück weit kommt Gesundheitsministerin Larsson den Wünschen entgegen. Die Ministerin schließt nicht aus, das Budget für Informationskampagnen zu erhöhen.

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".