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Forstwirtschaft

Energiegewinnen mit Baumstümpfen - auf Kosten der Artenvielfalt?

Publicerat fredag 18 april 2008 kl 15.13

Auf der ständigen Suche nach neuen Möglichkeiten zur Energiegewinnung sollen nun auch Baumstümpfe besser genutzt werden. Diese Möglichkeit sieht jedenfalls die Regierung in ihrem kürzlich vorgelegten Gesetzesvorschlag zur Wald- und Forstpolitik. Demnach könnten Baumstümpfe in viel größerem Umfang als bisher ausgegraben und weiterverarbeitet werden. Das gilt besonders für Kahlschläge nach Sturmkatastrophen. Dagegen befürchten Naturschützer, dass der industrielle Gewinn zu Lasten der Artenvielfalt im Wald geht.

Als im Winter vor drei Jahren der Sturm Gudrun über Südschweden hinwegfegte, waren die Waldschäden verheerend: Experten berechneten, dass der Orkan innerhalb kürzester Zeit rund 70 Millionen Kubikmeter Wald fällte. Eine Katastrophe für die Natur und natürlich für viele Waldbesitzer, die über Nacht ihr Kapital verloren. Für sie eröffnet die stetige Nachfrage nach Energie ganz neue Verdienstmöglichkeiten - denn auch noch aus Baustümpfen lässt sich Bioenergie gewinnen.

Etwa zwanzig Kilometer südlich von Växjö arbeitet Christer Lennartsson auf einem Kahlschlag und reißt mit seinem Bagger Baumstümpfe aus: „Der Bagger arbeitet mit extra Druck, pro Stunde komme ich auf 60 bis 80 Baumstümpfe. Jetzt sieht es hier nicht so schön aus, aber in drei Monaten ist hier alles hübsch glatt.”

Für Forstarbeiter Christer Lennartsson sind die Baumstümpfe der Rohstoff der Zukunft - und die einzige Möglichkeit, mehr Biomasse aus dem Wald zu gewinnen. So sieht das auch Sten From vom Forstunternehmen Södra: „Wir haben eben erst mit dieser Technik angefangen. Zwar befassen wir uns damit schon seit den 70er Jahren, aber das ist keine lange Zeit. Wir sehen gute Möglichkeiten, die Baumstümpfe künftig noch effektiver verarbeiten zu können. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Baumstümpfe besser nutzen müssen, wenn das Interesse an Waldmaterialien weiter anhält.”

Biotop Baumstumpf
Dass für Industrie und Politik die Energiegewinnung im Vordergrund steht, versteht auch Gunnar Isaksson vom Zentralamt für Waldwirtschaft. Doch wenn er das Leben in den halbvermoderten Baumstümpfen auf einem Kahlschlag genauer unter die Lupe nimmt, sieht er, dass auch auf andere Interessen Rücksicht genommen werden muss.

„In diesem Tannenbaumstumpf zum Beispiel ist an der Seite ein Loch”, erklärt Ökologe Isaksson. „Das sieht erstmal aus wie von einem gewöhnlichen Borkenkäfer, aber es ist wohl von einem Kardinalkäfer. Der knabbert so einiges kaputt unter der Rinde.”

Die Baumstümpfe sind nicht nur für Insekten wichtig. Auch jede Menge Pilze siedeln sich dort an. Und für die Erde ist es allemal besser, wenn Wurzeln und Stumpf langsam verrotten und zu Nährboden werden, meint Gunnar Isaksson: „Wenn ein Baumstumpf verrottet, wirkt sich das auch positiv auf den pH-Wert aus. Aufforstung oder Wachstum allgemein bedeutet immer Versauerung, aber wenn der Stumpf im Boden bleiben kann, werden die wichtigen Stoffe zurückgeführt, so dass der pH-Wert sinkt.”

Weiterer Vorteil: Die Wurzeln hinterlassen eine aufgelockerte Erde und Kanäle, die den neuen Bäumen das Wachstum erleichtern und besser Wasser befördern.

Geschäft muss Umweltschutz nicht im Wege stehen
Das alles sieht auch Sten From vom Forstunternehmen Södra ein, doch ungenutztes Potential gilt es zu nutzen: „Berechnungen zeigen, dass in den Stümpfen genauso viel Energie steckt wie in Ästen oder Kronen, die wir heute ja schon in großem Umfang nutzen. Natürlich darf der Abbau nicht zu einem Risiko für die biologische Vielfalt oder die Umwelt insgesamt werden. Aber wenn wir darauf Rücksicht nehmen, werden die Baumstümpfe noch ein großes Geschäft.”

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