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Frauen ganz hoch oben

Publicerat fredag 18 april 2008 kl 17.03
Nicht nur was für starke Männer...

In einem Land, das sich die Gleichberechtigung auf die Fahnen geschrieben hat, erobern Frauen wie selbstverständlich immer mehr gestandene Männerbastionen. Sie rücken auf in die Vorstände der Unternehmen, leiten staatliche Behörden, sind Minister. Und selbst in den nach wie vor männlich dominierten Gewerken der ländlichen Gebiete spielen Frauen immer mehr eine ernst zu nehmende Rolle. Jetzt schicken sie sich gar an, dem Mann der Provinz sein liebstes Fahrzeug streitig zu machen: den Traktor. Auf besonderen Wunsch traktorbesessener Frauen hat die Landwirtschaftsschule Grans im nordschwedischen Piteå Traktorkurse für Frauen im Programm.  

Auf einem Parkplatz der Landwirtschaftsschule tuckern neun Traktoren. Auf den erhöhten Sitzen thronen jeweils neun Fahrerinnen. Lässig, erwartungsfroh und ein wenig angespannt. Zwei Tage intensiven Übens haben sie vor sich. Zwei Kursinstrukteure erklären den Kursteilnehmerinnen wie ein Trecker so funktioniert.

Instrukteur Tomas Norrsjö zeigt Marike Keuning den Hauptschalter und erläutert die Funktion der anderen Schalter und Hebel. Die gebürtige Holländerin hat grobes Interesse daran, das Traktorfahren zu lernen: „Ich will auf einem ökologischen Bauernhof anfangen zu arbeiten, da muss ich Traktor fahren können. Meine künftige Chefin ist auch hier. Es ist sehr nützlich, das zu können. Je mehr man kann, desto besser.”

Die erste Lektion des Kurses: Schnee schieben. Marike übt das in ihrem 60-PS-Kurstraktor, während ein paar Meter weiter Lena Bentzien schon eifrig Schnee geschoben hat, und zwar mit einem 80-PS-starken Radlader. Solche Maschinen sind auberordentlich beliebt bei den Männern der Landwirtschafts- und Fuhrbetriebe.

“Ich werde keine grobe Schneeschieberin,” meint Lena Bentzien. “Ich würde lieber Heuballen transportieren.”

Denn Heuballen-Transportieren ist für die Landwirtin wichtiger. Deshalb nimmt sie am Traktorkurs teil: 

“Wir haben ja einen Hof und hatten früher auch Milchkühe. Mein Mann hat aber Probleme mit dem Rücken bekommen...da muss ich ran, wenn wir den Betrieb halten wollen.” 

Aber bevor Lena Bentzien die in weibe Plastikfolie verschweibten Übungs-Heuballen hin- und her transportiert, muss die Gerätschaft gewechselt werden, auch das gehört dazu. Die Schneeschiebevorrichtung muss also abgekoppelt und der Greifarm für den Heuballentransport angekoppelt werden. Das geht auch ganz gut, nur dass sich die Hydraulikschläuche nicht einstecken lassen. Da muss selbst Kursinstrukteur Tomas passen. Er ruft seinen Kollegen Sune Wikman. Der kann alles über Traktoren:

“Ja, vierzig Jahre Fahrpraxis hab’ich schon. Mit sieben, acht bin ich das erste Mal Traktor gefahren.” 

Sune koppelt den Greifarm wird ab- und wieder an, die Schläuche passen wie sie sollen. Lena Bentzien kann mit den Heuballen üben. Fast allein unter Frauen, ohne ihre Männer, die doch eh alles können oder nicht erklären können. Einfach selbst zu probieren, das ist Ziel der Übung und Inhalt des Kurses.

“Manchmal hält man selbst an der traditionellen Rollenverteilung fest und freut sich, dass ein Mann kommt und hilft. Aber man kann vieles praktisch selbst.”  

Das kann auch Helene Lundberg bezeugen, die ihrem Mann ab und zu bei den Forstarbeiten im Wald hilft.

“Ich will noch mehr lernen und zwar nicht von meinem Mann. Der kann nämlich nicht gut erklären, wie man was macht. Hier im Kurs mit zwei richtigen Lehrern ist das viel besser.” 

Alle Frauen hat ziemlich bald der Ehrgeiz gepackt, nicht nur hin- und herfahren wollen sie üben, sondern auch Schnee abladen, mit Hänger fahren, den Hänger abladen. Und die Kursleiter stacheln den Ehrgeiz noch weiter an.

“Und jetzt die Ballen schön stapeln, sonst fällste durch!” ermuntert Sune Wikström Lena Bentzien. Nichts leichter als das, konzentriert schaltet und waltet sie mit den Hebeln des Radladers und schwupps baut sie einen kleinen Turm aus Heuballen. Und leitet vielleicht den nächsten Traktorkurs für Frauen.

Katja Güth

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