Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Streik im Gesundheitswesen: Unversöhnliche Positionen

Publicerat tisdag 22 april 2008 kl 12.20
Fordern mehr Geld: Krankenschwestern

Offener Tarifkonflikt im schwedischen Gesundheitswesen: Seit Montag befinden sich 2500 Krankenschwestern und andere Mitarbeiter in einem landesweiten Streik. Ein Streik, der langwierig werden kann: Die Positionen der Tarifpartner sind weit voneinander entfernt.

An die 2500 Krankenschwestern, Röntgenschwestern, Hebammen und biomedizinische Mitarbeiter befinden sich im Ausstand, ob wie von der Gewerkschaft geplant weitere 1000 Mitarbeiter hinzukommen, darüber wird in Kürze entschieden. Die Arbeitgeberseite, also Kommunen und Bezirksverwaltungen, fürchten, dass der Streik auch dieser 1000 Krankenschwestern Leben und Gesundheit der Patienten bedrohen würde. Ein unabhängiger Sonderausschuss ist deshalb zur Klärung der Frage eingeschaltet worden. Nach Beratungen am Montag hat er jetzt seine Empfehlungen an die einzelnen Kommunen weitergegeben.

Beispiel Nachbarländer

Nach ihren Kollegen in Finnland und Dänemark sind nun also auch die schwedischen Krankenschwestern auf die Barrikaden gegangen.

„Ich finde es schlecht, dass die Arbeitgeber ihre Verantwortung nicht früher wahrgenommen und mittels Lohnkuvert deutlich gemacht haben, welch eine wichtige Rolle wir spielen“, sagt eine der Streikenden, Maria Gugliel Meti und nennt damit die zentrale Frage des Streiks: Um die Gehälter geht es, und die sind nach Ansicht der Streikenden entschieden zu niedrig. Sie fordern einen Mindestlohn von umgerechnet 2300 Euro und eine Lohnsteigerung um 15 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Doppelt soviel, wie die Arbeitgeberseite zu zahlen bereit ist.

Ingela Gardner-Sundström, Verhandlungschefin auf der Arbeitgeberseite, hält die Forderungen für völlig überzogen. Auch im übrigen Arbeitsmarkt gebe es dafür kein Verständnis:

„Zumindest haben wir bisher keinerlei Anzeichen dafür gesehen, dass es auf dem übrigen Arbeitsmarkt Verständnis dafür gäbe, dass die Krankenschwestern doppelt so hohe Lohnsteigerungen fordern wie andere.“

Berufung auf Reinfeldt

Doch die Krankenschwestern fühlen sich im Recht. Und auch viele der betroffenen Patienten unterstützen die Forderungen einer Berufsgruppe, die, wie sie finden, für einen höchst verantwortungsvollen Job allzu schlecht bezahlt wird. Berufen können sich die Krankenschwestern nicht zuletzt auf niemand Geringeren als Regierungschef Fredrik Reinfeldt – zumindest indirekt. Im Zuge der neuen, sozialen Profilierung seiner konservativen Moderaten hat sich Reinfeldt nämlich auch bessere Bedingungen für die schlecht bezahlten Mitarbeiter im Gesundheitswesen auf die Fahnen geschrieben. Auf dem Kongress seiner Partei im März berichtete er von Gesprächen mit Krankenschwestern:

„Sie erzählen von schlechten Eingangsgehältern, von einer Lohnentwicklung, die unbefindlich ist. Nach 20, 25 Jahren hat man im Prinzip genauso viel wie am Anfang. Für Schichtarbeit gibt es nur geringe Vergünstigungen, und ob man Kranken- oder Hilfsschwester ist, das macht beim Gehalt nicht viel aus.“
All dies wollen die Krankenschwestern nun ändern. Und sie sind bereit, dafür lange zu kämpfen. Das schon im Normalfall hart belastete schwedische Gesundheitswesen muss sich wohl auf schwere Zeiten einstellen.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".