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Kernkraftdebatte

Schweden beunruhigt über finnische Pläne für Atomkraftwerk an der Ostsee

Publicerat tisdag 29 april 2008 kl 09.53

Energieprobleme, Klimawandel, zuverlässige Lieferungen: An der schwedischen Ostseeküste sind die Anwohner beunruhigt über Pläne des Nachbarn Finnland auf der anderen Seite der Ostsee ein Atomkraftwerk zu bauen. Noch ist nichts entschieden, doch der Protest gegen die finnischen Pläne lässt nicht auf sich warten. Am Tschernobyltag zogen 300 Demonstranten durch die finnische Stadt Kemi, denn in der Nähe von Kemi ist einer von vier geplanten Standorten.

Das Eis im kleinen Bootshafen Karsikko taut allmählich. In Sichtweite liegen ein paar kleine Inseln mit Wochenendhäuschen. Mara Immowizin will mit Mann und Katze zu ihrem Häuschen, noch können sie mit dem Schlitten übers Eis. Dass genau hier am Ufer des Bottnischen Meeresbusens ein Kernkraftwerk gebaut werden soll, passt Mara Immowizin gar nicht: ”Ich bin absolut dagegen. Vor allem wegen der Strahlung.”

15 Kilometer entfernt hat das Unternehmen Fennovoima ein Büro eingereichtet. Zweimal in der Woche sitzt Sauli Herva inmitten all der Karten, die an den Wänden hängen und verteilt Infomaterial. Fennovoima ist ein extra für den Bau des Kernkraftwerkes gegründetes Unternehmen. Eigner sind andere Stromkonzerne, wie E.On und Industrieunternehmen. In vier finnischen Kommunen längs der Ostseeküste hat Fennovoima Grundstücke gekauft. Ein Verfahren läuft, das die Folgen für die Umwelt ermitteln soll.

”Die meisten Leute, die hierher kommen, haben sehr detaillierte Fragen, erklärt Informationsbeauftragte Herva. ”Was wird aus meinem Ferienhaus, wo ist der geplante Standort, solche Sachen. Diejenigen, die mehr globale Fragen haben, tauchen hier nicht auf.”

Atomkraft zur Klimarettung

Solche Fragen also nach dem Sinn und Schaden der Atomkraft. Schweden hat zwar bereits vor 27 Jahren den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen. Doch mit der anhaltenden Klimadebatte rückt der in immer weitere Ferne. Und Finnland setzt seit Jahren auf den Ausbau der Atomenergie. Ein fünftes Kernkraftwerk wird gerade gebaut, auf der Schäreninsel Oulkiluoto vor Helsinki. Um den sechsten Reaktor hat das Wettrennen gerade begonnen.

Der Bedarf der Industrie nach mehr Strom fordert einen sechsten Atommeiler, wie Fennovoimas Manager erklärt: ”Finnland braucht zum einen mehr Atomstrom weil die Stromproduktion für den tatsächlichen Verbrauch nicht ausreicht. Wir importieren Strom aus Skandinavien und Russland. Und zum anderen müssen wir den Ausstoß an Kohlendioxid verringern, dazu ist die Kernkraft gut geeignet.”

”Kernkraft löst nicht alle Probleme”

Atomstrom als kohlendioxidfreie Alternative zur Energiegewinnung. Die Forderung nach mehr Kernkraft stößt erwartungsgemäß bei den Grünen auf starke Zweifel. Annika Eriksson, Vorsitzende der Umweltpartei in Norrbotten, macht da keine Ausnahme: ”Jetzt haben wir die Chance, eine andere Richtung einzuschlagen und erneuerbare Energien zu nutzen. Da sollte man nicht, wie in Finnland, an der Atomkraft festhalten. Die Kernkraft ist keine erneuerbare Energiequelle. Das Uran wird nicht ewig reichen, die Endlagerung ist nicht geklärt. Es ist kurzsichtig zu glauben, dass man mit der Kernkraft zuverlässig alle Energieprobleme lösen kann.”

Die Grünen haben ein Netzwerk gegründet, gegen die Kernkraft und gegen Uranbohrungen. Denn je mehr Kernkraftwerke ans Netz gehen, desto mehr Rohstoffe sind nötig. In Schweden sind bereits über 100 Genehmigungen für Untersuchungen von Uranvorkommen erteilt worden. Die Grünen appellieren, Strom zu sparen statt immer mehr zu verbrauchen.

”Als erstes sollte Strom nicht dafür eingesetzt werden, um Häuser zu heizen. Fast die Hälfte des Stromes kann man für energieintensive Branchen einsetzen, wenn man nicht Häuser mit Strom beheizt.”

Direkt an der finnischen Grenze liegt Haparanda. Die Stadt expandiert in einem enormen Tempo nach der IKEA-Ansiedlung. Haparandas Kommunalrat Sven-Erik Bucht würde den Bau eines Kernkraftwerkes nur begrüßen: ”Wenn wir die Industrie hier oben ausbauen wollen, egal ob auf finnischer oder schwedischer Seite, so brauchen wir mehr Energie. Ohne ausreichende Energie kein Ausbau der Industrie, ohne dies keine weiteren Jobs. Wir sitzen ja auf einer Goldgrube hier oben: wir haben viele Bodenschätze, Eisenerz, Wald, Gas, und Uran auch.”

Traditionell kritische Nachbarn

Noch ist nichts entschieden, an allen vier möglichen Standorten entlang der finnischen Ostseeküste werden gerade Voraussetzungen für eine Ansiedlung geprüft. Die Unruhe über die Atompläne der Nachbarn ist übrigens nicht neu. Als Schweden das Atomkraftwerk in Barsebäck baute, waren die dänischen Nachbarn die heftigsten Gegner.

Katja Güth

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