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Flüchtlingspolitik

Outsourcing: Zeitarbeitsfirmen sollen Flüchtlingen Jobs vermitteln

Publicerat onsdag 30 april 2008 kl 14.29

Den tausenden Flüchtlingen, die jedes Jahr nach Schweden kommen, einen Job zu vermitteln, kann bald Aufgabe von Zeitarbeitsfirmen sein. Einen entsprechenden Vorschlag bereitet die Regierung derzeit vor. Gedacht ist an ein gestaffeltes System: Je fester der vermittelte Arbeitsplatz, umso mehr Provision für den Coach der Zeitarbeitsfirma.

Allein aus dem Irak kommen jährlich tausende Flüchtlinge nach Schweden. Ballungszentrum ist die Stadt Södertälje, 50 Kilometer südlich von Stockholm. Dort, genauso wie in Stadtteilen der Großstädte Stockholm, Malmö und Göteborg, leben die Flüchtlinge oftmals auf engstem Raum zusammen. Statt in den Flüchtlingsauffanglagern zu wohnen, zieht es viele Asylbewerber zu Verwandten oder zumindest zu Landsleuten.

Das ist laut Gesetz auch erlaubt: Demzufolge darf jeder Neuankömmling zumindest zu Anfang frei entscheiden, wo er sich ansiedeln möchte. Ein Gesetz, das schlimme Konsequenzen nach sich zieht, meint Anders Lago, sozialdemokratischer Kommunalrat in Södertälje.

„Das Gesetz führt dazu, dass die Flüchtlinge in Stadtteilen landen, wo schon heute viele Einwanderer wohnen und wo es keine Wohnungen gibt. Es kann nicht sein, dass die Einwohner dieser Stadtteile die Verantwortung für die schwedische Flüchtlingspolitik übernehmen. Vielmehr ist das Aufgabe aller Kommunen, und das sollten Regierung und Reichstag auch so beschließen.“

Ineffektive Arbeitsämter

Wenn sich die Flüchtlinge besser übers Land verteilten, fiele auch die Vermittlung von Jobs leichter, ist Anders Lago überzeugt. Da genügt ein Blick auf eine Stadt wie Södertälje: Wenn dort alle Flüchtlinge eine Arbeit bekommen sollen, müsste die Kleinstadt jährlich tausend neue Jobs schaffen - bei einer Größe von 80.000 Einwohnern ein unmögliches Unterfangen. Dass nun private Akteure in die Jobvermittlung eingebunden werden sollen, begrüßt Lago dennoch. Södertälje arbeitet schon heute erfolgreich mit Zeitarbeitsfirmen zusammen, diese Zusammenarbeit auszubauen sei sinnvoll.

Auch dürfte es einer Privatvermittlung nicht schwer fallen, die verheerende Quote der Arbeitsämter zu übertreffen: Vergangenes Jahr stellte sich heraus, dass jeder Angestellte dort nur eine Festanstellung pro Jahr vermittelt, die der Staat nicht in irgendeiner Form subventionieren muss. Auch Projekte wie die so genannten „Einstiegsjobs“ erwiesen sich als Flop. Zehntausende Einwanderer sollten umgehend einen staatlich bezuschussten Job bekommen. Das magerere Ergebnis nach einem dreiviertel Jahr Laufzeit: 600 vermittelte Stellen.

Der geplante Regierungsvorschlag nun nimmt den Arbeitsämtern sogar noch Arbeit ab. Dazu bekommen die Zeitarbeitsfirmen eine gestaffelte Provision: Zuerst wird der Coach für das arrangierte Anstellungsverhältnis belohnt, nach einer beispielsweise dreijährigen Kontrollphase gibt es noch einen Zuschlag.

”Unwürdig für ein reiches Land”

Doch auch die Zeitarbeitsfirmen werden es nicht leicht haben in den einwanderungsstarken Regionen. Deshalb fordert Kommunalrat Anders Lago nun die Regierung zur Initiative auf: „Ich kenne Beispiele, wo sich fünfzehn Menschen in eine Zweizimmerwohnung quetschen. Vorige Woche haben wir einen Keller entdeckt – ohne Fenster. Da wohnten acht Leute auf Matratzen. Ein solcher Umgang mit Flüchtlingen ist doch unwürdig für ein so reiches Land wie Schweden.“

Integrationsministerin Nyamko Sabuni wollte sich zu dem Vorschlag bisher nicht äußern. Die Regierung will ihn voraussichtlich zum Sommer vorstellen.

Liv Heidbüchel

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