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Die Sami-Schule

Publicerat onsdag 28 maj 2008 kl 16.41
Handarbeit vom (Foto: Kristina Nutti/ SR Sameradion)

In Jokkmokk gibt es eine besondere Schule, das Ausbildungszentrum der Sami. Dort können sie ihre eigene Sprache lernen, das traditionelle Handwerk zu beherrschen und wie man die Rentierzucht betreibt. Gegründet wurde die Schule bereits 1942 und seitdem haben etliche Generationen traditionelles Handwerk und die samische Sprache in Jokkmokk gelernt. Mit diesem Profil ist „Samernas utbildningscentrum“ einzigartig in ganz Sápmi, deshalb kommen die Schüler nicht nur aus Schweden, sondern aus ganz Sameland. Und alle eint das Streben, Tradition und Sprache zurückzuerobern.

Lehrer Mikael Pirak führt in das Handwerkshaus. „Hier wird die samische Handwerkskunst gelehrt, das ist einmal das Nähen der Trachten und von Leder, und dann gibt es die Ausbildung, wo Rentiergeweih und Holz verarbeitet werden“, erklärt Pirak.

Es riecht nach frisch gegerbtem Leder, auf einem Holzbock hängen Fellstücke aus dem Bein des Renes, die werden später zu warmen Lappenschuhen verarbeitet. In den drei Werkstätten nähen die Schüler traditionelle Trachten, Mützen und Schuhe, schnitzen Becher und Messerschäfte. In der Holzwerkstatt bearbeitet die 20-jährige Elena Walkeapää mit dem Hobel einen etwa ein-Meter langen Holzklotz.

„Das wird eine Wiege, aus Fichtenholz, das ist leichter als Birke und nicht so schwer zu tragen. Die Wiege wird später mit Leder ausgekleidet, ich werde sie behalten, für meine Kinder, wenn sie dann kommen.... Handwerk finde ich sehr interessant, deshalb lerne ich hier, Holz und Geweihe zu bearbeiten.“

Nebenan in der Nähstube ist Elisabeth Kråik mit einem traditionellen Kragen aus Filz beschäftigt, ein Bestandteil der südsamischen Tracht. „Es ist ein bisschen knifflig mit den Metallfäden zu sticken, um ein akkurates Muster zu bekommen. So einen Silberkragen trug man früher bei der Hochzeit. Er wurde mit Silber geschmückt. Unserer ging in der Familie irgendwie verloren, deshalb mache ich hier einen neuen, falls meine Tochter heiratet oder ich, der dann von Generation zu Generation vererbt wird.“

Elisabeth Kråik zählt zu den älteren Schülern, doch ihre Erfahrungen werden auch von den Jüngeren geteilt. Dass nämlich Teile der Traditionen, der Sprache verloren gingen. Das kann auch Laila Brandsfjell aus Norwegen bestätigen. Sie ist gerade damit beschäftigt, Fäden aus den Sehnen des Rentieres zu spinnen, eine uralte Technik. „Meine Mutter hat das nicht gemacht, ich glaube, meine Grobmutter konnte das. Sie starb aber, bevor ich geboren wurde. Deshalb will ich das lernen, damit ich das Wissen an meine Kinder weiter geben kann.“

Laila zieht die Sehnen durch die Schneidezähne, so werden sie sauber und geschmeidig. Eklig sei das nicht, versichert sie. Ihren ersten Sehnenfaden hat sie gerade fertig gesponnen, was ihr ein grobes Lob von Lehrerin Lisbeth Kielatis einbringt: „Der ist prima geworden, jetzt zeig ich dir, wie du den aufwickelst, damit du damit nähen kannst. Fäden aus Sehnen passen sich hervorragend dem Material an, wenn man Pelz und Leder näht.“

Was die Schüler nun in der Schule in Jokkmokk lernen, das haben ältere Generationen zuhause gelernt, als die ganze Familie noch mit den Rentierherden durch das Fjäll zog und alle Arbeiten verteilt wurden. Spätestens in den sechziger Jahren sind die letzten Nomaden aber sesshaft geworden. Die Sami begannen mehr und mehr, ein „normales schwedisches“ Leben zu führen.

Deshalb wurde in den siebziger Jahren die Handwerksausbildung in Jokkmokk aufgebaut, wie Lehrer Per-Ola Utsi erklärt. „Ich bin jetzt über sechzig, wir haben zuhause noch das alte Handwerk gelernt. Das ist heute nicht mehr so, weil sich die Gesellschaft verändert hat. Nur vereinzelt wird das Wissen in den Familien noch weitergetragen. Es hat sich gezeigt, dass der Bedarf da ist, sich das Handwerk beizubringen.”

Das Dasein in der modernen Gesellschaft macht es vor allem den Rentierzüchtern nicht leicht. Im Kurs Rentierzucht ermutigt Lehrerin Maj-Britt Kohlemainen ihre Eleven, sich andere Einkünfte zu verschaffen, wie im Tourismus, im Handwerk oder in der Fleischverarbeitung. Denn allein mit den Erträgen der Rentierzucht zu überleben, ist schwer.

Das weiß Züchter Nils-Gustav Andersson, der sicherheitshalber zwei Berufe hat. „Noch geht es gut, aber die Rentierzucht ist unerhört teuer. Deshalb bin ich auch ausgebildeter Elektriker. In den Monaten, wo nichts mit den Rentieren zu tun ist, arbeite ich als Elektriker und im Forst.“

Unterricht in Samisch ist der dritte Teil der Ausbildung. Alle drei samischen Dialekte werden gelehrt. Die Schüler des Kurses in Nordsamisch pauken gerade Verwandtschaftsverhältnisse. Das Lied der Verwandtschaft ist denn auch nicht einfach zu verstehen.

Die samische Sprache hat für die unterschiedlichen Verwandtschaftsverhältnisse jeweils eigene Worte, erklärt Lehrerin Anna-Margith Påve. Das sind nicht nur Cousinen und Onkels und Tanten, sondern: „Siessá, das kann die jüngere oder ältere Schwester meines Papas sein. Mutters Brüder sind Eadno.“

Die älteren Brüder des Vaters und die älteren Schwestern der Mutter bekommen aber je nach Alter eine eigene Bezeichnung. Es klingt kompliziert und ist es auch. Samisch ist keine einfache Sprache, ein Verb zum Beispiel kann in 27 unterschiedlichen Formen gebeugt werden. Vor Olof Marsia liegt also nicht unbedingt eine leichte Aufgabe. Sicher, er will Samisch lernen, seine Muttersprache. Doch lohnt sich die ganze Mühe wirklich?

„Es ist schon wichtig und witzig, Samisch zu lernen. Aber ich bin noch nicht hundertprozentig motiviert. Ich glaube nicht, dass ich das grob anwenden werde, weil ich nicht unbedingt hier oben wohnen will.“

Katja Güth

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