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Treibstoff

Dieselersatz aus der Nachbarschaft: Piteå will Papierproduktion besser nutzen

Publicerat tisdag 3 juni 2008 kl 09.52

Um den Klimawandel nicht weiter zu beschleunigen, muss der Kohlendioxidausstoß gebremst werden. Die EU-Abgasrichtlinie schlägt vor, die Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Es gibt inzwischen mehrere Möglichkeiten, um herkömmliche fossile Brennstoffe wie Benzin und Diesel zu ersetzen, und auch wenn vor allem über Ethanol berichtet wird, so gibt es noch andere Alternativen. In Piteå wird bereits seit einiger Zeit daran geforscht, Dimethylether als Dieselersatz zu verwenden. Im nächsten Jahr soll die Anlage des Unternehmens ihren ersten DME-Sprit liefern.

Die beiden großen Schornsteine der Papierfabrik sind gewissermaßen das Wahrzeichen der nordschwedischen Küstenstadt Piteå und bereits von weitem zu sehen. Unablässig schicken sie ihren weißen Rauch in den Himmel. Direkt neben der großen Fabrik steht eine kleinere: die Pilotanlage von Chemrec. Das Unternehmen testet dort, wie ein möglicher Brennstoff der Zukunft gewonnen werden kann. Chemrec zapft dafür ein Nebenprodukt der Papierproduktion ab, wie Niederlassungsleiter Peter Sikström erzählt.

”Da drüben stellt Smurfit Kappa Zellstoff her,” Peter Sikström zeigt auf die benachbarte Fabrik und die beiden Rohre, die dorthin führen. ”Dabei entsteht Schwarzlauge. Wir zweigen ein Prozent der Schwarzlauge für unsere Anlage ab.”

Veränderlicher Kraftstoff

Die Pilotanlage hat mehrere Reaktoren, die mit Rohren verbunden sind. Hier soll aus der Schwarzlauge schließlich der Brennstoff Dimethylether gewonnen werden. Ein komplizierter Prozess in mehreren Schritten. Im ersten Schritt wird die Schwarzlauge erhitzt, es entsteht eine Schlacke, die mit Wasser verdünnt wird. Diese Grünlauge wiederum wird zurückgeleitet zur Papierfabrik und dort für den Bleichungsprozess genutzt. Das dabei entstehende Restprodukt, ein Gas, ist der Rohstoff für die Treibstoffproduktion.

”Wenn wir die Anlage gebaut haben, wird hier das Gas veredelt. Wasserstoff und Kohlenmonoxid werden abgespalten, im nächsten Schritt Kohlendioxid. Dabei entsteht der Kraftstoff, der unter Druck flüssig ist, aber wenn er an die Luft kommt, verhält er sich wie ein Gas.”

”Ein ziemlich sauberer Treibstoff”

Dimethylether (DME) wird heute bereits als Treibgas in Sprayflaschen eingesetzt. Nach Schätzungen des Unternehmens können aus 20 Tonnen Schwarzlauge täglich fünf Tonnen DME hergestellt werden.

”Als Treibgas für Sprayflaschen ist Dimethylether bereits gut erforscht. Nach bisherigen Kenntnissen ist es nicht umweltschädlich. Als Treibstoff ist DME für Dieselmotoren geeignet, die müssen jedoch erst angepasst werden. DME ist ein ziemlich sauberer Treibstoff, man braucht keinen Katalysator oder Rußfilter.”

DME-Diesel ist nur eine Möglichkeit von mehreren anderen alternativen Kraftstoffen als Diesel oder Benzinersatz. Rapsmethylether oder Ethanol sind andere. Theoretisch kann auch Holz als Rohstoff für die Ethanolproduktion angewandt werden. In Piteå hat man sich jedoch der Veredlung von Schwarzlauge als Nebenprodukt der Zellstoffproduktion verschrieben. Damit ist die DME-Produktion auch nur dort möglich, wo Zellstoff hergestellt wird.

Vision: DME für ein Viertel des Bedarfs

Das Potential ist also begrenzt. Dennoch sieht Peter Sikström von Chemrec gute Möglichkeiten: ”Es wird lokale Lösungen auf der ganzen Welt geben, um fossile Treibstoffe zu ersetzen. DME wird eine geeignete Lösung für Schweden sein, weil wir viel Forstwirtschaft und Papierproduktion haben. Theoretisch können wir mit dem Diesel aus den Nebenprodukten der gesamten schwedischen Papierproduktion ein Viertel des Gesamtverbrauchs an Benzin und Diesel ersetzen.”

Im nächsten Jahr soll die Treibstoff-Anlage in Betrieb gehen. Bisher wird im Testbetrieb am Herstellungsprozess gefeilt. Volvo ist am Unternehmen beteiligt und arbeitet an der Entwicklung geeigneter Motoren. Geht alles nach Plan, so sollen Ende des nächsten Jahres die ersten LKW und Busse mit DME fahren.

Katja Güth

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