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Einbürgerung

Bei guten Sprachkenntnissen schwedischen Pass schon nach zwei Jahren

Publicerat fredag 13 juni 2008 kl 14.16
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Sie haben die schwedische Staatsbürgerschaft schon: Neubürgerempfang im Stockholmer Rathaus
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Stellt Ansprüche an Einwanderer: Bildungsminister Björklund

Die schwedische Staatsbürgerschaft können Einwanderer normalerweise nach fünf Jahren bekommen. Dieser Zeitraum könnte sich allerdings erheblich verkürzen, denn ein diese Woche unterbreiteter Vorschlag hält sogar nur zwei Jahre Wartezeit für ausreichend. Voraussetzung: Gute Schwedischkenntnisse. Ein Vorschlag, der auf geteiltes Echo stößt.

Selbstverständlich sollte man sich dort, wo man lebt, auch verständigen können. Dieser Meinung ist Juan Filipe. Geboren ist er in Mexiko, seit 32 Jahren lebt er in Schweden.

„Man muss sich vernünftig ausdrücken können, man sollte keine Schwierigkeiten haben, so mit den Leuten zu reden, wie man möchte. Man darf auch nicht auf Hilfe oder einen Übersetzer angewiesen sein, das kostet die Gesellschaft nur Geld. Ohne Sprache kommt man nicht weiter.“

”Sprachkenntnisse ein Muss”

Die Liberale Volkspartei mit Bildungsminister Jan Björklund an der Spitze fordert seit Langem Sprachtests, bevor Einwanderer überhaupt die schwedische Staatsbürgerschaft bekommen können. Die von der Regierung in Auftrag gegebene Studie weise durchaus in die richtige Richtung, so Björklund im Schwedischen Rundfunk. Allerdings sollten die Ansprüche noch weiter steigen:

„Wer Schwede werden will, sollte früher oder später ein Minimum an Schwedisch lernen. Wer diese Bedingung nicht erfüllt, erhält auch nicht die Staatsbürgerschaft. Das muss man auch so deutlich sagen dürfen.“

Ansprüche zu stellen, ist sicher richtig, findet auch Inger Schönning, die seit 30 Jahren Schwedisch für Einwanderer unterrichtet. Doch die Lehrerin weiß auch aus Erfahrung, dass längst nicht jeder die Möglichkeit hat, innerhalb von nur wenigen Jahren sicher im Schwedischen zu werden. Denn Voraussetzung dafür ist nicht zuletzt eine gute Ausbildung, betont Inger Schönning gegenüber Radio Schweden.

„Eine der größten Einwanderergruppen sind die Somalier, und die sind in den meisten Fällen alles andere als gut ausgebildet. In dem Land herrscht Anarchie, es gibt keine Infrastruktur mit funktionierenden Schulen. Viele Flüchtlinge, besonders die Frauen, sind Analphabeten. Dass sie innerhalb von zwei, drei oder auch fünf Jahren sprechen und vor allem schreiben lernen sollen, ist ausgeschlossen.“

Nach Krieg und Flucht andere Sorgen als gute Noten

Inger Schönning hält obligatorische Sprachtests deshalb für unangemessen, um die schwedische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Denn unzählige Betroffene würden dann niemals einen Pass bekommen. Jahrzehntelang hat die Lehrerin mit den schwächsten Schülern gearbeitet, mit denjenigen, die über die schlechtesten Vorkenntnisse verfügen und mit denen, die andere Sorgen als gute Sprachkenntnisse haben.

„Etliche fliehen vor den Problemen in ihrer Heimat, aber trotzdem kreist das Leben auch in Schweden weiter um diese Sorgen. Man denkt an seinen Mann und seine Kinder, die getötet oder entführt oder verstümmelt worden sind. Viele haben Krieg, Elend, Misshandel durchgemacht, Frauen sind vergewaltigt worden. Wer all diese Traumata in sich trägt, denkt nicht darüber nach, wie man effektiv eine neue Sprache lernen kann.“

Viele können gar nicht aufs Jetzt fokussieren, weil sie zu viel hier drinnen tragen, erzählt Lehrerin Inger Schönning, und zeigt auf ihr Herz.

”Kein Bonus auf Kosten jetziger Bedingungen”

Anders sähe es dagegen bei den Einwanderern aus, die nicht vor Angst und Terror geflohen seien. Wenn sie schon nach zwei Jahren mit Hilfe der Staatsbürgerschaft die Möglichkeit zur schnelleren Integration in die schwedische Gesellschaft bekommen könnten, so sei das nur gut: „Nicht alle sind traumatisiert. Viele kommen zum Beispiel hierher, um zu heiraten, und da ist es klar, dass es einen Anreiz geben muss, sich schnell in Schweden zu etablieren. Solange man die jetzigen Bedingungen für einen schwedischen Pass nicht verschlechtert, finde ich einen Bonus gut.“

Die Liberalen stehen innerhalb der bürgerlichen Koalitionsregierung mit ihrer Forderung nach Sprachkenntnissen für die Einbürgerung noch allein. Bei der Einführung eines Bonus für besonders ehrgeizige Einwanderer können Björklund und seine Partei allerdings sicher mit breiter Unterstützung bei ihren Partnern rechnen.

Liv Heidbüchel

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