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Neues Stadion der Superlative

Publicerat fredag 13 juni 2008 kl 14.26

Ganz gleich, wie sich Schwedens Fuβballer bei der EM schlagen -das schwedische Interesse am Fuβball dürfte in der kommenden Zeit wohl nicht erlahmen. Dafür sorgt ein Bauprojekt der Superlative: das neue Nationalstadion, dessen Einweihung für 2012 geplant ist. Die Arena in Solna bei Stockholm soll die gröβte und modernste in ganz Skandinavien werden und den Kult um König Fuβball auf eine neue Stufe heben.

Gerade mal eine Viertelstunde U-Bahnfahrt von Stockholm City entfernt liegt Solna, das mit dem neuen Nationalstadion weit über Schwedens Grenzen hinaus Ausrufezeichen setzen will. Vorerst blickt man aus dem gläsernen Büroturm des Arena-Projekts noch auf die riesige, freie Baufläche, für die man ein altes Industriegebiet eingeebnet hat. Aber schon bald, im kommenden Jahr, ist Grundsteinlegung für das Stadion. Es wird nach seinem Hauptsponsor den Namen Swedbank-Arena tragen und das altgediente, 1938 eingeweihte Råsunda-Stadion ersetzen.

„Das alte Stadion ist zu klein”, sagt Bau-Stadtrat Anders Ekegren. „Seine Besucherkapazität von rund 35.000 reicht auf die Dauer für Fuβball nicht aus. Auβerdem bleiben viele Wünsche offen, was Dinge wie Verköstigung, Toiletten und Möglichkeiten zur Evakuierung angeht.”

Ein Stadion für alle

In der neuen Sportstätte sollen bis zu 67.000 Besucher Platz finden. Sie wird beheizbar und mit einem Schiebedach ausgestattet sein, kann also auch im Winter genutzt werden und überhaupt sämtlichen Wetterkapriolen ein Schnippchen schlagen. Und sie soll auch andere als die traditionellen Besucher locken, betont Sune Reinhold, Chef des Arena-Projekts und gleichzeitig Vorsitzender der Stockholmer Sektion des Schwedischen Fuβballverbandes.

„Damit ein Stadion wirklich attraktiv wird, muss die ganze Familie finden, dass ein Besuch sich lohnt. Das Stadion muss also auch an die Bedürfnisse von Frauen und Kindern angepasst sein, nicht nur an die von Männern mittleren Alters, die ja das Gros des Fuβballpublikums stellen.”

Das bedeutet unter anderem ein gröβeres und attraktiveres gastronomisches Angebot, es bedeutet, dass man umfangreich in sanitäre Einrichtungen investiert und die Sicherheit der Besucher stärker in den Mittelpunkt rückt - zum Beispiel, indem man schon separate Eingangschleusen von der Bahnanbindung zum Stadion schafft, sodass möglicherweise aggressive Fan-Gemeinschaften voneinander separiert werden können. Und nicht zuletzt manifestiert sich die stärkere Hinwendung zum Fußball als Familien-Happening auch in einer weiteren Investition: Mit dem „Mall of Scandinavia” soll im Anschluss an das Stadion auf einer Fläche von 100 000 Quadratmetern das größte skandinavische Shopping-Center entstehen.

Die neue ”Arena-Stadt”

Umgerechnet rund 200 Millionen Euro soll die neue Swedbank-Arena kosten. Damit stellt sie sogar Investitions- Superschwergewichte wie die Öresundverbindung zwischen Malmö und Kopenhagen in den Schatten. Anfangs sei ja der Gedanke gewesen, einfach nur das alte Stadion um- und auszubauen, sagt Bau-Stadtrat Anders Ekegren. Doch schon bald habe sich gezeigt, dass das Ergebnis letztlich Flickwerk sein würde.

„Daraufhin haben wir uns nach einem neuen Bauplatz umgesehen. Auf dem jetzt aktuellen Gelände hatten wir ursprünglich nur Wohnungen und Büros bauen wollen. Nun entschieden wir: Wir denken gänzlich um. Das Gelände passt nicht nur hervorragend für ein Stadion; wir werden hier einen vollständig neuen Stadtteil errichten.”

Die Arena also als Hauptattraktion eines neuen Stadtviertels, das die Anziehungskraft der Sportstätte weiter verstärken soll. Neben dem Shopping-Center soll die so genannte Arenastadt, die schrittweise in den kommenden 15 Jahren entstehen soll, auch ein Hotel erhalten, 2000 Wohnungen sowie Bürogebäude mit 12.000 Arbeitsplätzen. Das neue Stadion will nicht nur mit Sport und Unterhaltung, sondern auch als Vorreiter in Sachen Umwelt punkten. Wenn die Arena fertig ist, sollen sich dank bestehender und neu gebauter Verbindungswege, wie zum Beispiel der in Bau befindlichen Schienenverbindung zwischen Solna und Hammarby Sjöstad, 90 Prozent aller Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Sportereignis begeben können.

Klimaschutz im Blickpunkt

”Auβerdem arbeiten wir intensiv mit dem Aspekt der Energierückgewinnung”, berichtet Anders Ekegren. „Wir wollen, dass das Stadion so energieeffektiv wie möglich wird. Unter anderem werden Solarzellen zum Einsatz kommen, und wir können uns hier in Solna auf einen sehr guten Fernwärme-Standard stützen. Wir planen auch, die groβen Mengen an Lebensmittel-Abfällen, die ja in einem solchen Stadion anfallen, zu recyceln. Daraus soll Gas zum Antrieb von Autos in Solna gewonnen werden.”

Und bei weitem nicht nur um Fußball soll es in der Arena gehen. Die Überdachung und Erwärmung eröffnet eine Menge Möglichkeiten. Laut Plan kann die Arena zum Beispiel auch schnell zum Eisstadion umgerüstet werden und Schauplatz von Eishockey-Matches werden, und darüber hinaus soll sie Schauplatz großer Veranstaltungen wie Konzerten von Weltstars sein. Das Kalkül von 70 Groβveranstaltungen im Jahr ist von Stadien-Experten als allzu optimistisch belächelt worden. Schlieβlich habe es das Arena-Projekt bisher noch nicht einmal geschafft, eine Fuβballmannschaft mit Heimspielen an das Stadion zu binden, betonten die Experten und hatten dabei speziell den Stockholmer Star-Ligisten AIK im Auge. Sune Reinhold kontert:

„Unser Kalkül ist sehr wohl realistisch. Wir haben ein Abkommen mit dem Schwedischen Fuβballverband über Länderspiele, und was AIK betrifft, kann ich darüber informieren, dass wir uns in der Endphase der Verhandlungen über ihre Heimspiele befinden. Wir haben Abkommen mit einer Reihe groβer Event-Veranstalter. Wenn ich also sage, ich gehe von 70 Veranstaltungen pro Jahr aus, dann ist das nicht aus der Luft gegriffen.”

Anne Rentzsch

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