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WIRTSCHAFT

Neue Hoffnung für Pajala

Publicerat tisdag 2 september 2008 kl 09.43
Noch führen die meisten Wege weg aus Pajala, ein neues Bergwerk soll das verändern

Der schwedische Arbeitsmarkt schwächelt, doch die nördlichste schwedische Provinz Norrbotten trotzt diesem Trend. Und auch die Kleinstadt Pajala, lange Zeit jener Ort mit der höchsten Arbeitslosigkeit Schwedens, mausert sich bedeutend. Drei neue Eisenerz-Bergwerke sollen in der Gegend aufgebaut werden, schon macht das Wort „Arbeitskräftemangel” die Runde. Und so war denn auch Migrationsminister Tobias Billström in Pajala, um für sein neues Gesetz zur Arbeitskraftmigration zu werben.

Das Unternehmen MikroMakarna darf als Vorzeigeunternehmen bezeichnet werden, der größte private Arbeitgeber Pajalas, hier wird Hochtechnologie produziert. Das zeigt die kommunale Leitung gerne dem Besuch aus Stockholm und der Migrationsminister sieht beeindruckt aus, was die russische Mitarbeiterin Viktoria Darjuschina zustande bringt.

„Hier haben wir eine Mitarbeiterin aus Murmansk, die hierher gezogen ist, und in Schweden angefangen hat, Kinder zu machen,” erklärt Geschäftsführer Bengt Storvall mit einem Schmunzeln.

Der etwas vorgeführten Viktoria Darjuschina ist der Rummel um ihre Person sichtlich unangenehm. Sie montiert per Hand winzige Schaltkreise auf eine Leiterplatte, drei Stück am Tag. Das Unternehmen lässt auch in Murmansk produzieren, vier Mitarbeiter aus Russland arbeiten inzwischen in Pajala. Ein Vorbild, wenn es nach den Verantwortlichen der Kommune und der künftigen Eisenerzgruben geht, denn die brauchen viel Personal, wie Unternehmenssprecher Jonas Lundström erklärt.

„Wenn wir drei Gruben eröffnen, brauchen wir einen gut durchdachten Personalplan. Wir wollen ja nicht alle Arbeitskräfte der Gegend für uns beanspruchen. Die Bergbauindustrie floriert global, für alle Unternehmen weltweit ist es schwer, geeignetes Personal zu finden.”

Blick über die Grenzen

Das Unternehmen will Personal auch in Finnland rekrutieren, und blickt auch ins nahegelegene Russland. Da kommt die von der bürgerlichen Regierung verabschiedete Reform der Arbeitskraftzuwanderung geradezu recht. Minister Tobias Billström erklärt, dass Unternehmen künftig einfacher Personal aus Nicht-EU-Ländern einstellen können:

„Wir werden weitgehende Veränderungen einführen. Die Geltungsdauer für Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung wird ausgedehnt, man darf vier Jahre bleiben und hat danach die Möglichkeit, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen und anschließend die schwedische Staatsbürgerschaft.”

Schweden will die Arbeitskrafteinwanderung deutlich erleichtern, weil in bestimmten Bereichen ein Mangel an Arbeitskräften abzusehen ist, in der Altenpflege zum Beispiel. Denn immer mehr Menschen werden Pflege im Alter benötigen. In Pajala jedoch geht es zunächst um Personal für den Eisenerz-Abbau.

Eine der drei geplanten Gruben steht natürlich auch auf dem Programm des Ministerbesuchs.

Zuwachs bei den Seen

„Das ist Pajalas neuester See, Lake Big Sahavaara,” erklärt Kommunalrat Bengt Niska stolz. Die etwas größere Pfütze ist nach den Probebohrungen im Wald entstanden, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Pajala. Jonas Lundström von Northland Resources erklärt der Delegation:

„Hier entsteht Grube 2 oder 3. Aus dem Konzentrat dieser Förderung wollen wir Pellets machen. Hier haben wir Proben von insgesamt 2.000 Tonnen entnommen, die in Deutschland und Kanada untersucht wurden. Ein holländisches Unternehmen hat davon Pellets produziert und als qualitativ hochwertig bezeichnet.”

Wenn alle Genehmigungen vorliegen, soll die erste Grube bereits 2010 ihren Betrieb aufnehmen. Für alle drei Gruben und die verarbeitende Industrie sind 2.000 Arbeitskräfte notwendig. Doch mit all der nötigen Infrastruktur, neuen Straßen, neuen Wohnungen zum Beispiel könnten mindestens noch mal 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen. In Pajala wohnen derzeit 6.800 Menschen, davon sind 119 ohne Arbeit. Viele pendeln nach Kiruna oder Gällivare und arbeiten in den Gruben dort, wie Kristina Lassilantti Lampas Mann:

„Es wäre ja schön, würde er hier arbeiten können. Wir werden sehen, jedenfalls nach all den Jahren des Niedergangs, mit der Abwanderung fällt es schwer, das alles zu begreifen. Aber es scheint ja aufwärts zu gehen, und das ist doch gut.”

Die Jungen wandern ab

Ihre Tochter Emma will trotzdem nicht in Pajala bleiben.

„Nee, ich werde wohl wegziehen. Dahin, wo mehr Menschen wohnen.”

Der Glaube an eine Zunkunft scheint bei den Einwohnern noch nicht ganz angekommen zu sein. Für den Migrationsminister jedoch sind Ab- und Zuwanderung ein natürlicher Teil der Gesellschaft.

„Wir sehen das doch überall in der Welt, dass junge Leute ihre Heimat verlassen, im Ausland arbeiten und dann zurückkehren.”

Und in Pajala wohnen ja vielleicht auch bald viel mehr Menschen als jetzt. Das kleine verschlafene Provinzstädtchen scheint auf dem Weg, eine kleine pulsierende Metropole zu werden, mitten im Wald, umgeben von Sümpfen.

Katja Güth

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