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GESUNDHEIT

Polikliniken für Einwanderer?

Publicerat tisdag 9 september 2008 kl 10.37
Bald Extra-Kliniken für Einwanderer?

Was hat Religion mit Gesundheit zu tun? In Stockholm hat diese Frage mit der Einführung neuer Regeln eine neue Dimension bekommen. Vårdval Stockholm, übersetzt etwa: Behandlungs-Wahl Stockholm, heißt das kürzlich eingeführte System für mehr Flexibilität im Gesundheitswesen. Die Polikliniken bekommen demnach öffentliche Mittel entsprechend der Patientenzahl zugewiesen und müssen also Patienten locken. Als wichtige Zielgruppe dieser Werbung gelten nicht zuletzt Einwanderer. Schon gibt es erste Initiativen zur Gründung von Ärztehäusern, die sich an bestimmte religiöse oder ethnische Gruppen richten. Darunter: die Vereinigung Favos. Sie will zunächst eine Poliklinik eröffnen und sich auf längere Sicht auf Frauenheilkunde spezialisieren.

In einem gelben Holzhaus im Stockholmer Vorort Telefonplan bereitet die Vereinigung „Favos” mit Hochdruck die Eröffnung ihrer ersten Poliklinik vor. Der Name „Favos“ steht für die Stichworte Familie - Gesundheit - Auffangnetz.

Chef ist Adam Halimonson, Gynäkologe und Muslim. „Das Gesundheitswesen hat im Grunde nicht mit Religion zu tun”, sagt er, „ebensowenig wie mit Politik oder ethnischer Zugehörigkeit. Es geht darum, Menschen zu behandeln, sie gesund zu machen. Ganz gleich, ob Chinesen herkommen, Griechen oder Araber: Wir wollen ihnen helfen und versuchen, sie zu verstehen. Es sind meine Patienten, das ist das Wichtige.“

Warum dann aber die besondere Ausrichtung auf Einwanderer? Für dieses Ziel haben Adam Halimonson und seine Kollegen jedenfalls harte Kritik einstecken müssen. Gesonderte Kliniken für eine ganz bestimmte Bevölkerungsgruppe - trägt das nicht dazu bei, die bereits bestehende Kluft zwischen Menschen noch tiefer zu machen? 

Zu den Gründungsmitgliedern von „Favos“ gehört Mahmoud Aldebe, Vorsitzender des Muslimischen Verbandes Schwedens. Vor zwei Jahren erlangte Aldebe zweifelhafte Berühmtheit ob seiner Forderung, für Schwedens Muslime gesonderte Sharia-Gesetze einzuführen.

Nun also stehen erst mal gesonderte Gesundheitsreinrichtungen auf dem Programm. „Ausgangspunkt für das Profil von ‚Favos’ war, dass sich viele eingewanderte Frauen im schwedischen Gesundheitswesen nicht gut aufgehoben fühlen”, sagt Aldebe. „Es fällt ihnen schwer, einen Arzt zu finden, der sie angemessen behandelt und versteht. Hier wollen wir eine Lücke im Bedarf schließen.” 

Das klingt einleuchtend. Denkbar wäre allerdings auch, dass es in einer muslimisch geprägten Einrichtung nicht nur um den Bedarf bei den Frauen selbst gehen könnte, sondern vor allem darum, zumal junge Frauen in die sexuellen Schranken zu weisen. Doch dies bestreitet Aldebe ganz entschieden. Und ohnehin stehe noch viel Arbeit bevor, bis Wirklichkeit aus der Vision werden könne – ein großes, auf Frauenheilkunde spezialisiertes Gesundheitszentrum. 

Nach muslimischen Kindergärten und Schulen nun also auch auf Muslime ausgerichtete Gesundheitseinrichtungen. Hilfe für die Einwanderer oder ein Mittel, die schon weit verbreitete Isolierung noch mehr voranzutreiben?

Bei den Politikern der bürgerlichen Koalition, die die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht haben, mag man mögliche negative Folgen einer solchen Entwicklung nicht allzu stark betonen. Stattdessen eröffne das neue System vor allem neue Möglichkeiten, sagt Gustaf Andersson, Mitglied der Zentrumspartei und im Stadtparlament für die Umsetzung der Reform zuständig.

„Jeder, der eine Poliklinik eröffnen will, muss eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllen. Entscheidend ist, dass es sich um seriöse, erprobte Behandlungsmethoden handelt, dass eine gute Behandlung garantiert wird. Eine Spezialisierung auf besondere Gruppen muss nicht schlecht sein. So ist im Stockholmer Stadtteil Kungsholmen das so genannte ‚Multikulturelle Reha-Zentrum’ geplant, ebenfalls eine Poliklinik. Ich finde es gut, wenn man sich gerade in schwierigen Situationen, wenn Menschen krank sind, individuell auf sie einstellen und ihnen entgegenkommen kann“, betont Gustaf Andersson.   

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