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Weihnachtshandel

Weihnachtsgeschäft im Zeichen der Krise

Publicerat torsdag 11 december 2008 kl 09.24
Die Stockholmer erfreuen sich vor allem an den guten Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Stadt (ERIK MÅRTENSSON / TT)
Bummeln ja, aber kaufen liebern nicht

Fieberhaft versuchen die Kaufhäuser und Boutiquen in diesen Wochen, sich vom globalen Börsenbeben und den alltäglichen Meldungen von massenhaften Entlassungen nichts anmerken zu lassen.

Beim Weihnachtsgeschäft sind nämlich nicht nur harte Wirtschaftszahlen, sondern auch psychologische Phänomene im Spiel: die pure Freude am Einkaufen zum Beispiel oder der Wunsch gestresster Eltern, dem eigenen Nachwuchs das Glück auf Erden zu bereiten. Über die diesjährigen Aussichten für Handel und Volkswirtschaft berichtet Alexander Budde:

Dick eingemummelt gegen die Winterkälte steht Mahmud an seinem Blumenstand auf dem Norrmalmstorg im Herzen von Stockholm. Allerhand Kränze, Misteln, Amaryllis und Hyazinthen sollten eigentlich vorweihnachtliche Gefühle verbreiten.

Doch Mahmud hat eine finstere Miene aufgesetzt. Noch kaum einen Kunden hat es an diesem Morgen an seinen Stand gezogen. „Die reinste Pleite! Kein Schnee, keine Stimmung und dann auch noch die Wirtschaftskrise”, klagt er.

Eigentlich müsste nach dem ersten Adventswochenende der diesjährige Weihnachtshandel so richtig in Schwung gekommen sein. Doch ein paar Schritte die Straße hinauf, vor dem Kaufhaus Nordiska Kompaniet, bestätigt sich der Eindruck der Flaute. Håkan, Anfang 20, die Hörschnecke vom Walkman im Ohr, sollte wegen seines Alters eigentlich einer konsumfreudigen Zielgruppe angehören. Doch der junge Mann will sich beim Einkauf heute zurückhalten: „Ich will ein bisschen auf mein Geld aufpassen, denn die Zeiten sind schlecht. Keine Ahnung, was ich in Zukunft für Jobs bekommen werde. Denn leider kann ich nicht mit einer gediegenen Ausbildung aufwarten.”

Schulden sind ok

Sich zu verschulden, gilt in Schweden keineswegs als anstößig. Ende 2007 stand der durchschnittliche Haushalt mit umgerechnet rund 35 000 Euro in der Kreide, inklusive Hauskredit. Bummeln, Einkaufen, Konsumieren sei eben die größte Leidenschaft ihrer Landsleute, meint Lena Larsson, Chefin von Handelsutredningsinstitutet, einem Analyseinstitut des Einzelhandels. Bislang ging in der Branche auch für 2008 von einem Rekordjahr mit drei Prozent Wachstum aus. Doch diese optimistischen Zahlen müsse werde sie wohl bald nach unten korrigieren müssen, sagt Larsson: „Bei der Unterhaltungselektronik ist der Umsatz der Branche im Oktober um 11 Prozent gesunken, das schlechteste Ergebnis seit der Krise von 1992. Dabei haben die Leute nicht wirklich weniger Geld auf dem Konto. Hier geht es um reine Psychologie: da ist zunächst einmal die Sorge um den Arbeitsplatz. Unklar ist auch, ob die Banken im Zuge der Finanzkrise weiterhin großzügig Geld verleihen, und wie teuer die Kredite ausfallen.”

Dabei muss man nicht unbedingt selbst von Job-Verlust oder geplatzten Hypotheken betroffen sein, weiß die Expertin. Der tägliche Blick in die Zeitung, die Lage beim Nachbarn könne durchaus schon zur allgemeinen Verunsicherung beitragen.

Purzelnde Preise und wahre Schnäppchen erwartet Larsson allerdings erst nach den Festtagen: „Ich glaube, es wird eine Rabattschlacht in den Tagen zwischen den Jahren geben. Einige Händler haben damit schon angefangen, doch Szenen wie in London oder New York dürfen wir hier in Schweden nicht erwarten. Unsere Händler hier zögern solche Aktionen gern möglichst weit hinaus.”

Konjunktur-Belebung dauert

Von staatlichen Konjunkturpaketen und der Senkung der Leitzinsen verspricht sich Robert Knudsen allenfalls in einigen Monaten eine spürbare Belebung des Konsumklimas. In seiner jüngsten Prognose rechnet der Analytiker des staatlichen Konjunkturinstituts frühestens im nächsten Jahr mit einer leichten Verbesserung der Wirtschaftslage. „Die Finanzkrise hat die anhaltende Konjunkturflaute noch verstärkt, hinzukommen richtig düstere Beschäftigungsprognosen”, erläutert Knudsen. „All diese Entwicklungen nehmen die privaten Haushalte wahr und lassen ihr Geld auf dem Sparkonto. Der Börsenwert ist in diesem Jahr um 40 Prozent und auch die Preise für Immobilien sind in den Keller gegangen.”

Bert, Mitte 50, Vollbart, mit Tüten beladen, gibt sich zumindest alle Mühe die Volkswirtschaft zu stützen. Doch auch ihn haben die Hiobsmeldungen der letzten Wochen sehr nachdenklich gemacht: „Wir können nicht mehr so maßlos sein wie früher. Denn heutzutage kann sich kaum noch einer in Sicherheit wiegen. Vorsicht ist einfach angesagt.”
Alexander Budde

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